An Kanälen und Seen

Abwechslungsreiche Wanderung auf bequemen Wegen, vorwiegend feste Sandwege, am Lehnitzsee viel Schatten. (Autor: Tassilo Wengel)
17 km
100 m
4.00 h
Zum Schloss von Oranienburg Wir starten am Bahnhof in Oranienburg, gehen vom Bahnhofsvorplatz nach rechts (Wegweiser Schlossmuseum, Kreismuseum) und folgen der Stralsunder Straße bis zur Bernauer Straße. Hier wenden wir uns nach links und gehen bis zum Schloss Oranienburg, das von 1651 bis 1655 für Louise Henriette, die erste Gemahlin des Großen Kurfürsten, gebaut wurde. Sie stammte aus dem Hause Nassau-Oranien und gab auch Oranienburg den Namen, das vorher Bötzow hieß. Vor dem Schloss erinnert ein Denkmal an die Kurfürstin, das 1858 Wilhelm Wolf schuf.Vom Oranienburger Kanal zur Lehnitzer Schleuse Am Schloss folgen wir dem Weg durch das Gartenportal in den Schlosspark, der 1878/79 zum Landschaftsgarten umgestaltet wurde. An der Orangerie vorbei, gelangen wir am Parkausgang auf die Straße Hinter dem Schlosspark und wenden uns nach links. Bei der Kanalstraße gehen wir nach rechts, überqueren den Oranienburger Kanal und folgen dem Friedenthaler Weg nach rechts. Nun wandern wir am Oranienburger Kanal entlang und gelangen zur Straße nach Nassenheide.Wir halten uns links, wenden uns am Orts-ausgang von Sachsenhausen nach rechts und folgen der Straße nach Friedrichsthal. Nach den letzten Häusern von Neu Friedrichsthal geht es nach rechts, wir überqueren bald die Havel und kommen in den Ort Friedrichsthal. Hier gehen wir an der Kirche vorbei und folgen dem Weg zum Oder-Havel-Kanal. Dort wenden wir uns nach rechts und wandern am Kanal entlang bis zur Schleuse Lehnitz. Sie wurde am 18. April 1912 eingeweiht und erhielt 1938/1940 ein zweites Schleusen-becken. Mit dem Bau des Oder-Havel-Kanals zwischen 1909 und 1912 wurde der Lehnitzsee in den Schifffahrtsweg zur Ostsee ein-bezogen.Baden und Erholen am Lehnitzsee Bei der Schleuse Lehnitz überqueren wir die Bernauer Straße und folgen dem Wanderweg am Lehnitzsee entlang. Es folgt ein schöner Uferweg mit Badestellen und Liegewiesen. Unser Weg führt am Eiscafé Dietrich vorbei, das am See liegt und zur Rast einlädt, zur Heidelberger Straße. Hier biegen wir nach links, überqueren die André-Pican-Straße, gehen auf der Dr.-Heinrich-Byk-Straße weiter. Nach der Unterführung der Bahn gehen wir rechts auf der Stralsunder Straße zurück zum Bahnhof Oranienburg.Aus Bötzow wird Oranienburg Nachdem die Askanier um 1200 am Havelübergang vom Barnim zum Ländchen Glin eine Burg anlegten, entstand die Pfarrsiedlung Bötzow, 1216 erstmals erwähnt. Die Burg wurde im 16.Jh. durch ein kurfürstliches Jagdhaus ersetzt, aus dem im 17.Jh. ein Schloss für die erste Gemahlin des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688) entstand. Es war die sehr beliebte und gebildete Louise Henriette von Oranien, die Tochter des Statthalters der Niederlande, die 1653 dem Ort ihren Namen gab. Aus ihrer Heimat kamen Künstler und Architekten, die später in Brandenburg prunkvolle Schlösser bauten. Nach holländischem Vorbild als Wasserschloss wurde 1651–1655 durch Johann Gregor Memhard und Michael Matthias Smids auch das Barockschloss von Oranienburg auf einer von der Havel umflossenen Insel errichtet. 1688–1691 erfolgte durch Johann Arnold Nehring der Umbau zu einer Dreiflügelanlage mit französischem Charakter. Von den Innenräumen ist das Porzellankabinett mit reich verzierter Stuckdecke besonders sehenswert. In 24 Räumen werden über 100 Meisterwerke präsentiert, zu denen auch Gemälde niederländischer Meister wie Anton van Dyck und Jan Lievens gehören.Louise Henriette und die Landwirtschaft Mit den Bauleuten und Künstlern kamen auch agrikulturkundige Holländer ins Land. Louise Henriette engagierte sich auch sehr für die Landwirtschaft, richtete landwirtschaftliche Musterbetriebe ein und nahm lebhaften Anteil an der Arbeit der Bauern. In einem Brief schrieb sie 1663: »Ich bin sehr ungehalten, dass die Kühe in einem so schlechten Zustand sind. Ich kann die Ursache nicht recht einsehen, denn im Tiergarten zu Berlin haben sie dasselbe Futter und sind sehr schön.«

Oranienburg – Nassenheide 1.15Std. – Friedrichsthal 0.45Std. – Schleuse Lehnitz 1Std – zurück nach Oranienburg 1.30Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
AusgangspunktBahnhof Oranienburg.
EndpunktBahnhof Oranienburg.
TourencharakterNatürliche Wasserläufe und Seen sowie künstlich geschaffene Wasserstraßen bestimmen das Bild in der Umgebung von Oranienburg. Eine

abwechslungsreiche Wanderung führt zum Oder-Havel-Kanal mit der Lehnitzer Schleuse und am Lehnitzsee mit Badestellen vorbei.
KartentippKompass Wanderkarte Nr.743 Rheinsberger Seengebiet – Ruppiner Land, 1:50000.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A10, Abfahrt Birkenwerder, auf der B96 bis Oranienburg. Bahn/Bus: S-Bahn S1 Wannsee – Oranienburg.
GastronomieOranienburg: Waldhaus am Lehnitzsee, Bernauer Straße 147, Mo Ruhetag; Eiscafé Dietrich, Rüdesheimer Straße 2, (direkt am Lehnitzsee), Januar, Februar geschlossen, April und September Mo, Di Ruhetag.
Tipps
Gasthof Oranjehus Eine kleine, aber feine Speisekarte mit regionaler brandenburgischer Küche, die durch internationale Gerichte ergänzt wird, ist das Markenzeichen dieser schönen Herberge. Mehrfach ausgezeichnet, kann man die Gerichte bei schönem Wetter auch im Biergarten einnehmen. Eine gemütliche Atmosphäre findet man auch im Weinkeller.
Unterkunft
Oranienburg: Hotel und Restaurant Oranjehus, Clara-Zetkin-Straße 31, Tel. 03301/701244; Stadthotel Oranienburg, Tel. 03301/690–0, www.hotel.de/oranienburg

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Tassilo Wengel

Genusswandern Berlin und Umgebung

35 abwechslungsreiche Wanderungen, von der historische Stadtmitte bis zu reizvollen märkischen Dörfern. Mit zahlreichen Tipps zu Kultur und Kulinaria.

Jetzt bestellen
Mehr zum Thema