Kahler Asten

Auf dem Rothaarsteig über den Panoramaberg des Sauerlands Fast durchgehend bequeme, aussichtsreiche Wege. Wer zurückwandern will, folgt ab Westfeld dem Europäischen Fernwanderweg 1 (x-Markierung; in der Karte gepunktet eingezeichnet). (Autor: Bernhard Pollmann)
12 km
100 m
3.00 h
Nordhang Bushaltestelle und Parkplatz Nordhang sind der beste Ausgangspunkt für eine (Kurz-)Wanderung auf den Kahlen Asten von Winterberg aus. Nach Queren der Straße führen der Rothaarsteig und der Europäische Fernwanderweg 1 (Markierung »x2«) in gemeinsamer Routenführung am Parkplatz-Kassenhaus vorbei auf den Parkplatz »Nordhang« und trennen sich vor der Nordhang-Jause (Kiosk). Während der E1 links des Einkehr-Kiosks und der Toiletten in den Wald hinaufführt, wendet sich der Rothaarsteig vor dem Kiosk rechts und gleich links auf einem landschaftlich ausgezeichneten, stellenweise wurzeligen Pfad. Dieser führt in artenreichem Wald mit Heidevegetation am Blutstein, dem historischen Grenzstein zwischen Winterberg und Altastenberg, vorbei aufwärts durch den Nordhang und erreicht kurz nach Queren der Asten-Zufahrtsstraße das von der höchstgelegenen Bergheide Nordwestdeutschlands bedeckte Plateau des Kahlen Asten mit überwältigender Aussicht auf die höchsten Berge des Sauerlands. Landschaftsdominant wirkt aus dieser Sicht der lang gezogene Rücken des Borbergs mit Borbergs Kirchhof als markantem Westauslieger, links davon zeigt sich der Rücken des Olsbergs (mit Sendemast). Von den Panoramasitzbänken führt der Rothaarsteig aussichtsreich links weiter in Richtung Astenturm. Kahler Asten Vom Astenturm, der als Aussichtsturm, Restaurant und höchstgelegene Wetterstation Nordrhein-Westfalens fungiert, und dem Berghotel »Kahler Asten« strahlen Wanderwege in alle Himmelsrichtungen aus, darunter der Rothaarsteig und der Europäische Fernwanderweg 1. Ein Naturlehrpfad führt durch die aussichtsreiche Bergheide auf dem Gipfelplateau, am Rand der Heide entspringt die Lenne, die Hauptwasserader des Hochsauerlands. Die von einem Naturlehrpfad erschlossene Hochheide besteht aus Heidel- und Preiselbeere, Heidekraut und Drahtschmiele, dazwischen finden sich angeflogene Birken, Wacholder, Zitterpappeln und Ebereschen, am markantesten wirken die fahnenwüchsigen Kiefern. Ab dem Mittelalter trieben die Bergbauern ihre Kühe, Ziegen und Schafe auf den damals mit Rotbuchen bewachsenen Astenberg. Der Verbiss der jungen Bäumchen durch das Vieh stoppte die natürliche Waldverjüngung, der Asten wurde kahl. Seit 1965 steht die Astenheide unter Naturschutz – ein Pflanzen- und Aussichtsparadies vom Feinsten. Mindestens einmal jährlich wird die Hochheide von einer Heidschnuckenherde beweidet - Die Schafe verbeißen angeflogene Bäume und halten die Heide offen. Am Rand der Hochheide öffnen sich wundervolle Panoramen: Südwärts schweift der Blick über die vielgestaltige Bergwelt beidseits des tief eingeschnittenen Lennetals, nach Norden zu schweift der Blick auf das Namenlosetal, links zeigt sich die bewaldete Hunau, halb rechts erhebt sich der Langenberg (843 m), der höchste Berg Westfalens, links davon spitzen die Bruchhauser Steine aus den Wäldern des Istenbergs. Heidelehrpfad Der Heidelehrpfad auf dem Kahlen Asten erschließt auf 1800 m Länge die höchstgelegene Bergheide Nordwestdeutschlands und wartet mit wundervollen Aussichtsstellen auf. Vom Astenturm führt der Rothaarsteig im Gleichlauf mit Astenweg (»x13«) und Hanseweg (»x14«) in die Astenheide. An der ersten Verzweigung am Rand der Heide leitet der Heidelehrpfad aussichtsreich rechts auf einer Asphaltpromenade, die auf den von Winterberg heraufführenden Rothaarsteig mündet. Der Rothaarsteig wendet sich ein Stück weiter unten links und führt an der Hangkante des Kahlen Asten entlang – mit hervorragender Aussicht. Sitzbänke laden dazu ein, das prachtvolle Panorama der höchsten Sauerlandberge, auf Altastenberg und die Hunau zu genießen. Den Weg begleiten die Lehrtafeln des Heidelehrpfads. Wo sich der Rothaarsteig rechts hinab Richtung Winterberg wendet, laden die typischen Rothaarsteigsitzbänke zum Schauen ein. Der Lehrpfad führt kurz geradeaus und schwingt kurz vor der aussichtsreichen Bergstation des Sahnehanglifts (dort verlassen Asten- und Hanseweg den Gipfelbereich) links und führt hinab zur Lennequelle, an der erneut Bänke zum Verweilen einladen. Lennequelle Die Lenne ist die zentrale Wasserader des Hochsauerlands und der größte Nebenfluss der Ruhr. Sie entspringt auf dem Kahlen Asten in einer intermittierenden, in Fels gefassten Quelle und ist die Namensgeberin des Kahlen Asten: »A-sten« bedeutet so viel wie »Wasserstein«. Nach 131 km mündet sie unterhalb der Hohensyburg am Fuß des Ardey in die Ruhr. Von der Lennequelle folgt der Rothaarsteig dem Bächlein kurz abwärts bis zur Hangkante und wendet sich dann mit prachtvollem Blick auf das tief eingeschnittene Lennetal links. Kaum zu fassen, dass so ein kleines Bächlein ein derart imposantes Tal geschaffen hat. Gleich darauf vereinigt sich der Rothaarsteig an einer aussichtsreichen Sitzbank mit dem direkt vom Astenturm herabführenden Europäischen Fernwanderweg 1 und führt im Wald hinab zur Wegekreuzung an der Schutzhütte bei der historischen Landwehr mit dem historischen Grenzstein Winterberg – Schmallenberg – Wittgenstein; heute verläuft hier die Grenze des Stadtgebiets von Winterberg und Schmallenberg. Die historische Landwehr, ein Erdwall, ist auf 600 m erhalten und eine der größten in Westfalen. An der Schutzhütte bei der Landwehr verabschiedet sich der E1 scharf rechts Richtung Hoher Knochen, während der Rothaarsteig halb rechts der Zufahrt zum Hotel-Restaurant Wiesemann folgt und hinter einem Waldstück durch Wiesen mit hervorragender Aussicht zur Unterstellhütte Lenneplätze führt. Der winzige Ferien- und Wintersportweiler Lenneplätze ist ein Ortsteil des Winterberger Luftkurorts Neuastenberg. Seine sonnige Lage abseits der Durchgangsstraßen am Übergang vom Astenberg zum Rothaarkamm hoch über dem Lennetal macht ihn zu einem idealen Quartier für Ruhe suchende Wanderer. Grenzweg Kurz nach Queren der kleinen Straße an der Unterstellhütte Lenneplätze wechselt der Rothaarsteig in die aussichtsreiche Hangschulter über dem Lennetal und folgt dem historischen »Grenzweg« auf dem Rothaarkamm. Der ab dem Knäppchen fast durchgehend bewaldete und weitgehend siedlungsfreie, beidseits steil abfallende Rothaarkamm strahlt vom Astenmassiv nach Südwesten aus, gipfelt im Härdler (756 m) und bildet seit Beginn der geschichtlichen Überlieferung eine Stammes-, Sprach- und Kulturscheide: Dialekt, Architektur der Bauernhöfe, Kreisgrenzen, historische Schnadesteine (Grenzsteine) und Reste von Demarkationslinien wie das Kölsche Heck, katholische Gotteshäuser nördlich und evangelische südlich des Kamms zeugen bis heute von dieser Grenze, auch wenn die Grenzziehung anfangs verwischt ist: Vom Kahlen Asten bis kurz hinter Hoheleye trägt der Kamm heute nur die Grenze der westfälischen Städte Winterberg und Schmallenberg, erst westlich von Hoheleye trägt der Kamm die Grenze zwischen Westfalen und dem Wittgensteiner Land. Langewiese Schon bald erreicht der Grenzweg das kleine Höhendorf Langewiese und führt zum Dorfbrunnen bei Kirche und Gasthof. Langewiese am Grenzweg, sommers wie winters ein beliebter Ferienort, gehört heute zur westfälischen Stadt Winterberg. Gegründet wurde es 1713 etwa zeitgleich mit den Höhendörfern Hoheleye, Mollseifen und Neuastenberg als Grenzdorf der Grafen zu Sayn-Wittgenstein, die mit dieser Gründung ihr Territorium gegenüber dem katholischen Winterberg sichern wollten. Die ersten Einwohner waren Waldarbeiter, Köhler und Landwirte aus dem Wittgensteiner Land, aber auch aus dem benachbarten kurkölnischen »Ausland« kamen Siedler nach Langewiese. Bis heute äußert sich die Grenzlage des Kirchdorfs in der Sprache: Die Wittgensteiner sprechen oberdeutschen Dialekt, die Westfalen sprechen Niederdeutsch. In der Langewieser Berggoldschmiede wird heimisches Schiefergestein mit Gold und Silberschmuck verarbeitet. Knäppchen Nach dem kurzen Schlenker durch das hübsche Bergdorf Langewiese führt der Rothaarsteig wieder zum Kamm hinauf, wo an dem mit einem Kreuz bezeichneten Hügel Auf der Höhe (741 m) in Topaussichtslage eine Schutzhütte (730 m) zur Rast lädt. Der Blick fällt zurück zum Astenturm, außerdem sind Bollerberg und Sackpfeife sowie bei klarer Sicht der Hohe Vogelsberg zu sehen. Aussichtsreich führt der Rothaarsteig von der Höhe in den Wiesen abwärts dem Wald zu, wo er an der Schutzhütte im Sattel Am Knäppchen (688 m) wenige Meter hinter den Leitplanken der Bundesstraße verläuft, ehe er im Wald steil hinauf zum Knäppchen führt. Wo sich während des Aufstiegs der Wald kurz öffnet, lädt eine Panoramasitzbank mit exzellentem Blick ins Lennetal und zum Astenturm zur Rast ein. Wenig später ist der Gipfelbereich erreicht. Hier stehen der Funkmast Hoheleye, eine Funkschaltstation für die Erdgassteuerung, und ein rotes Holzhaus. Rechts oberhalb davon steht an der Abbruchkante hoch über dem Lennetal eine Sitzbank mit eindrucksvollem Tiefblick auf Westfeld und auf die Berge des Schmallenberger Sauerlands. Hoheleye Kurz nach Verlassen der aussichtsreichen Knäppchen-Höhe erreicht der Rothaarsteig oberhalb der Häuser von Hoheleye eine Verzweigung: Links geht es hinab in das Höhendorf Hoheleye, wo man den Bus zurück zum Kahlen Asten nehmen kann, geradeaus weiter führt der Rothaarsteig Richtung Albrechtsplatz, und rechts führt die gelbe Rothaarsteig-Zustiegsmarkierung in den Wald hinein Richtung Westfeld. Das Bergdorf Hoheleye am Rothaarkamm ist der kleinste und westlichste Ortsteil von Winterberg und ein idealer Einstiegspunkt für Wanderungen am Rothaarsteig. 1713 wurde das Gelände von Wittgenstein aus besiedelt. Es entstanden als zunächst einzige Hofstelle der Bergbauernhof »Bürgers Hof« (heute Ferienwohnungen) sowie eine Posthaltestation, die heute als Baudenkmal unter Schutz steht. Hoheleye liegt an der Buslinie Bad Berleburg – Winterberg. Westfeld Von der Verzweigung bei Hoheleye führt die gelbe Rothaarsteig-Zugangsmarkierung in den Wald hinein und im Gleichlauf mit der lokalen Wandermarkierung W4 hinab nach Schmallenberg-Westfeld im Lennetal. Der Wintersportort Westfeld im Naturpark Rothaargebirge ist das höchstgelegene Dorf im Lennetal, das hier zum Quellgebiet auf dem Kahlen Asten ansteigt. Direkt oberhalb des Dorfs befindet sich im Lennetal das Skilanglaufzentrum Hochsauerland mit Langlaufstadion (Bushaltestelle Sportplatz).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied100 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortWinterberg (660 m), heilklimatischer Kurort und Wintersportplatz im Naturpark Rothaargebirge am Kahlen Asten, dem Panoramaberg des Sauerlands.
AusgangspunktParkplatz und Bushaltestelle Nordhang (751 m) in Winterberg an der Straße Richtung Kahler Asten/Altastenberg/ Schmallenberg.
TourencharakterVom Kahlen Asten, dem bekanntesten Panorama- und Ausflugsberg des Sauerlands, führt der Rothaarsteig wie auf einem Dachfirst mit exzellenten Ausblicken über den beidseits steil abfallenden Rothaarkamm zu den Bergdörfern Langewiese und Hoheleye und dann im Wald zum Albrechtsplatz, wo der Abstieg in das Fachwerkdorf Girkhausen im Odeborntal beginnt. Die bequeme Wanderung lässt sich hervorragend als Streckenwanderung mit Rückkehr zum Ausgangspunkt organisieren, da der Linienbus R28 (Bad Berleburg – Winterberg) 14 Mal werktäglich, sieben Mal samstäglich und immerhin drei Mal sonn- und feiertäglich von Girkhausen und von Hoheleye in ca. 20 Minuten zum Ausgangspunkt am Kahlen Asten zurückfährt (Haltestelle - Kahler Asten Nordhang, in den Internet-Fahrplänen heißt die Haltestelle »Abzweig Altastenberg«). Die ebenso reizvolle Alternative zum Abstieg nach Girkhausen ist der Abstieg nach Westfeld im Lennetal; auch von dort fährt der Bus zurück zum Ausgangspunkt am Nordhang des Kahlen Asten.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte 1 - 50000, Blatt 21 Naturpark Rothaargebirge (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, www.lverma.nrw.de).
VerkehrsanbindungDB-Regionalbahn Dortmund-Sauerland-Express Dortmund – Meschede – Winterberg. Mit dem Auto A 46 Arnsberg – Meschede bis Autobahnende in Bestwig, weiter auf der B 7 nach Olsberg, dort auf der B 480 nach Winterberg.
GastronomieKahler Asten, Wiesemann, Zur Glocke Langewiese, Westfeld.
Tipps
Rothaarsteig Der Rothaarsteig zwischen Brilon im Hochsauerland und Dillenburg am Fuß des Westerwalds zählt zu den beliebtesten Fernwanderwegen Deutschlands. Der bequeme Mittelgebirgs-Höhenweg hält sich mit wenigen Ausnahmen von Städten und Dörfern fern und orientiert sich an den natürlichen Glanzpunkten des Rothaargebirges und des Hohen Westerwalds - Längs des 154 km langen Hauptwegs erwarten die höchsten Kämme und aussichtsreichsten Berghäupter Nordrhein- Westfalens, Felsen mit exzellentem Blick auf das »Land der 1000 Berge«, Quellen, Naturschutzgebiete, Buchenwälder und die ökologisch wertvollsten Bergheiden in Deutschlands Nordwesten, während die 53 km lange Westerwaldvariante mit einzigartigen Panoramen bis hin zum Taunus und zum Siebengebirge aufwartet und die 14 km lange Hochsauerlandvariante durch eines der urtümlichste Waldtäler des Naturparks Rothaargebirge führt. Einschließlich der Varianten ist der Rothaarsteig etwa 220 km lang.
Tourismusbüro
Kurverwaltung Winterberg, Am Kurpark 6, 59955 Winterberg, Tel. 02981/ 92500, Internet www.winterberg.de.

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