Kärlingerhaus

Das anstelle einer früheren Forstamtshütte in den Jahren 1903–05 erbaute Kärlingerhaus, benannt nach dem damaligen Vorstand der Sektion Berchtesgaden, ist eine Oase im weiten Steinernen Meer. Bereits im Jahre 1880 hatte man an der gleichen Stelle das Funtenseehaus errichtet, einen Vorläufer des heutigen Hauses, das bereits als Bergsteigerstützpunkt diente. Gerade an den Wochenenden im Sommer muss mit Überfüllung gerechnet werden. Während der Skitourensaison ist das Haus wichtige Station an der »Großen Reib'n«. (Autor: Heinrich Bauregger)
8 km
1390 m
3.00 h
1 Von St. Bartholomä Wir wandern von der Bootsanlegestelle links auf breitem und markiertem Weg am Ufer entlang bis an die Felsen der Burgstallwand und zur Schrainbach-Holzstube. Nach Überqueren des Schrainbachs geht es in steilen Kehren weiter hinauf durch Wald bis zur verfallenen Unterlahneralm. Wir verlassen den Wald und steigen zur Steilpassage der so genannten Saugasse an. Wir erreichen dann das Hochtal der Oberlahneralm und wandern durch das »Ofenloch« hinauf zum Funtenseesattel. Leicht fallend weiter zum Kärlingerhaus, das reizvoll am Funtensee gelegen ist. 2 Über den Sagerecksteig Von der Bootsanlegestelle Saletalm führt ein breiter Wanderweg zur bewirtschafteten Saletalm, dort weiter in Richtung Obersee. Gleich nach der Brücke über den Bach biegen wir rechts ab und folgen den Markierungen (Weg-Nr. 422/423) an den Fuß der Sagereckwand. Bald treten wir in den Wald und steigen über eine gesicherte Steilstufe (Drahtseile, geschlagene Tritte) in Serpentinen durch die Sagereckwand. Nach etwa 2 Stunden Gehzeit erfolgt ein Abstieg in die Senke der verfallenen Sagereckalm. Durch lichten Wald in südlicher Richtung über den Talboden und jenseits wieder ansteigend zum Grünseetauern. Bei der Wegverzweigung (1525 m) halten wir uns rechts (Weg-Nr. 422) und wandern leicht hinab zum Grünsee (1474 m). Rechts oberhalb geht es eben an diesem vorbei und über zwei Steilstufen mit zahlreichen Treppeneinlagen ansteigend (die zweite wird »Himmelsleiter« genannt) in den Sattel, der Simetsberg und Glunkerer verbindet. Dort wandern wir fallend links um den Bergfuß des Glunkerer zum Sattel oberhalb des Funtensees und links hinab zum Kärlingerhaus. 3 Über die Wasseralm Von der Bootsanlegestelle am Südostufer des Königssees wandern wir auf dem breiten Weg zur bewirtschafteten Saletalm und über den Zufluss des Königssees. An der Wegverzweigung halten wir uns links und gehen dann am rechten Ufer des Obersees entlang bis an die Walchhüttenwand. Dort geht es auf gesichertem Steig zur Fischunkelalm am anderen Ende des Obersees. Von dort folgen wir dem markierten Weg weiter zum Waldrand, wo man dann jenseits eines kleinen Sattels den Talschluss erreicht (rechts der schöne Röthbach-Wasserfall). Wir halten uns links und wandern auf dem Röthsteig weiter, der über eine steile Felsstufe nach oben führt und sich nach einer halben Stunde Gehzeit teilt. Hier geht es nun entweder links – ein wenig leichter – durch die bewaldete Landtalwand zum Reitweg, der von der Gotzenalm in die Röth führt, oder rechts auf den anspruchsvolleren Röthsteig (Achtung: Steinschlaggefährdung!) weiter. Man quert dabei oberhalb des Wasserfalls den Röthbach und steigt durch Wald weiter an zur großen Bergwiese, wo sich die Wasseralm befindet. Von dort geht es ein Stück auf dem Anstiegsweg zurück und links (Weg-Nr. 423) aus der Senke heraus und durch Wald leicht ansteigend zur verfallenen Walchhütte und weiter über die Moosscheibe zum Halsköpfl (1719 m), einem prächtigen Aussichtspunkt (auf den Königssee). Wir gehen kurz auf dem Weg zurück und wandern rechts hinab zum Schwarzsee und weiter durch Wald hinab zu dem über die Sagereckwand heraufführenden Weg. Weiter auf diesem (siehe Route 2).

Hütte

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied1390 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
Hinweise
Dauer: Hütte Zeit Von St. Bartholomä über die Saugasse: 3 1/2 Std.; von der Saletalm über den Sagerecksteig: 4 Std.; über die Wasseralm: 6 Std. Fahrt mit Boot einplanen (1/2 Std. bis St. Bartholomä, 3/4 Std. bis Salet von Königssee). Schwierigkeit Der Normalweg über die Saugasse zum Kärlingerhaus ist einfach. Der Sagerecksteig und die Route über die Wasseralm sind sehr reizvoll, erfordern jedoch den trittsicheren und (über den Röthsteig) auch den schwindelfreien Bergwanderer. Gipfel Zeit Vom Kärlingerhaus: 3 1/2 Std., Abstieg zur Hütte: 2 1/2 Std.; insgesamt: 6 Std. Schwierigkeit Etwas Orientierungssinn erforderlich (rot markiert), ebenso Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
KartentippTopogr. Karte 1 : 50 000 Berchtesgadener Alpen (LVG).
GastronomieWeitere Hütten Wasseralm in der Röth, 1416 m (ganzjährig geöffnete Selbstversorgerhütte, 40 Lager, von Anfang Juni bis Anfang Oktober bewartet). Saletalm, 620 m (von Mai bis Oktober bewirtschaftet, keine Übernachtung). >>> Fischunkelalm, 820 m (privat, im Sommer bewirtschaftet). Riemannhaus, siehe Tour 7. Ingolstädter Haus, siehe Tour 9.
Informationen
Der Hüttengipfel Der Funtenseetauern (2578 m) ist einer der großartigsten Aussichtsberge im Steinernen Meer mit Blick auf den Hochkönig im Süden und auf den Königssee im Norden. Neben dem Viehkogel ist er der zweite Hüttengipfel des Kärlingerhauses. Vom Kärlingerhaus folgen wir zunächst dem Weg Nr. 414 bis zur zweiten Abzweigung, die links in Richtung Stuhljoch (weiterhin rot markiert) führt, überwinden eine Steilstufe und steigen über karriges Gelände hinauf zum Stuhljoch (2446 m), das man aber links liegen lässt. Wir biegen rechts ab, erreichen einen weiteren Gratsattel und gelangen über eine schmale Gratschneide zunächst zu einem Vorgipfel und schließlich zum Hauptgipfel des Funtenseetauern.
Höchster Punkt
Kärlingerhaus, 1630 m; Funtenseetauern, 2578 m.
Unterkunft
Kärlingerhaus, 1630 m (AV-Haus, Kat. I, von Pfingsten bis Anfang Oktober sowie an Ostern bewirtschaftet, 55 Betten, 178 Lager, offener Winterraum mit 25 Plätzen; Tel. 08652/2995).

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