Jôf di Montasio, 2753 m

Gipfeltour auf markierten Wegen, oberhalb der Forca Disteis Schrofen, Geröll und leichte Felsen. Trittsicherheit und Bergerfahrung unerlässlich, auch etwas Ausdauer. Vom Gipfel fantastisches Panorama, auf dem Altipiano reiche Südalpenflora (Autor: Eugen E. Hüsler)
Der Weg zum Gipfel beginnt auf dem Altipiano del Montasio, führt mit einer holperigen Fahrspur zunächst über die Almböden hinauf zum Rifugio Brazzà (1660 m). Dabei hat man das Ziel bereits im Blick, auch die Forca dei Disteis (2201 m), zu der ein ordentlicher Weg über steinige Hänge (Blumen!) ansteigt. Die Senke am Ansatzpunkt des lang gestreckten Monte-Zabus-Grates wird allerdings nicht betreten (lohnender kleiner Abstecher mit gruseligem Tiefblick in den jenseitigen Höllengraben). An der Verzweigung oberhalb der Scharte führt der Gipfelweg rechts in die Felsen. In leichter, kaum ausgesetzter Kraxelei gelangt man auf den Geröllhang unterhalb des »grünen Flecks«. Hier zweigt rechts der »Sentiero Leva« ab, ein gesicherter Steig, wenig höher geht’s links über plattige Felsen zur »Scala Pipan«, der langen, recht wackeligen Seilleiter aus dem Ersten Weltkrieg. Statt viel Luft festen Boden unter den Füßen hat man beim weiteren Zickzackanstieg über den schrofigen Steilhang zur Forca Verde (2587 m), wo sich ein schwindelnder Tiefblick in die Saisera auftut. Der Weg umgeht einen Gratzacken nordseitig, wechselt dann wieder in die dem Altipiano zugewandte Südflanke. Links kommt die »Pipan-Leiter« herauf, wenig weiter führt der Gipfelweg an den Ruinen eines betonierten Beobachtungspostens aus dem Ersten Weltkrieg vorbei, dann ist der Gipfel des Jôf di Montasio (2753 m; 3.30 Std.) gewonnen (Gedächtnisglocke). Abstieg Auf dem Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1250 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortSella Nevea (1172 m), Retortensiedlung am gleichnamigen Straßenpass zwischen Tarvisio und Chiusaforte
AusgangspunktWanderparkplatz (1502 m) auf dem Altipiano del Montasio, 4 km von Sella Nevea
EndpunktWanderparkplatz (1502 m) auf dem Altipiano del Montasio, 4 km von Sella Nevea
TourencharakterJulius Kugy, der Pionier der Julischen Alpen, hat ihn zu Recht als »größten und gewaltigsten Berg in den Julischen Alpen« bezeichnet. Von welcher Seite man sich dem Jôf di Montasio auch nähert, ob durch das tief eingerissene Val Dogna, über den Neveasattel oder durch das Val Bruna, stets ist er der Riese unter großen Bergen. Sein Scheitel überragt die Sohle des Dognatals um nicht weniger als 2400 Meter! Die früheste urkundliche Erwähnung des Bergstocks als »Montem del Moltasio« datiert aus dem 13. Jahrhundert. Im (einst deutschen) Val Canale (Kanaltal) hieß er Montasch oder Bramkofel, im Friaul Jôf di Montasio, was soviel bedeutet wie »Gipfel des Gebirges«, und mit einer vermessenen Höhe von 2753 Metern ist er auch der Monarch der westlichen Julier. Erstaunlich, dass dieser mächtige Berg erst 1877 – rund hundert Jahre nach dem Triglav – erstmals bestiegen wurde. H. Findenegg und A. Brussofier gingen ihn von Süden an; über das Große Band und die südwestseitige Schlucht erreichten sie den Gipfel. Giovanni di Brazzà, Naturforscher und ein richtiger Graf dazu, entdeckte vier Jahre später (1881) den heute üblichen Normalweg über die Forca Verde und den Ostgrat. Julius Kugy war es schließlich, dem mit Anton Oitzinger, Joze Komac und Bolaffio die Durchsteigung der Nordwand gelang. Bereits 1910 wurde der »Kugy- Weg« von der Sektion Villach des DuÖAV gesichert – die erste Via ferrata in den Julischen Alpen! Der Berg erwies sich allerdings als stärker, und trotz Renovierungsversuchen ist aus dem Klettersteig wieder eine Kletterroute geworden. Dafür wurde weiter westlich ein anderer Anstieg gesichert, die »Via Amalia«, ebenfalls anspruchsvoll – nichts für Bergwanderer. Der Normalweg Die halten sich an den Normalweg, der über die Südflanke verläuft, hinauf zur Forca Verde und am Ostgrat entlang zum Gipfel: wenig Fels, nicht viel Geröll und nur kurze, leicht exponierte Passagen. Der Anstieg ist ordentlich markiert, wird natürlich auch viel begangen. Wer die schwankende, etwa vierzig Meter hohe Drahtseilleiter (Variante) begeht, muss absolut schwindelfrei sein; zudem droht Steinschlag aus dem darüber liegenden Geröllhang. Da ist der Weg über die Forca Verde, die ihren Namen einem grünen Wiesenfleck knapp unterhalb des Grates verdankt, weniger gefährlich. Vom Gipfel bietet sich – bei entsprechender Witterung – ein immenses Panorama, mit viel Tiefe rundum und einem weiten Horizont voller Gipfel, von den Dolomiten über die Hohen Tauern bis zum Triglav.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 019 »Alpi Giulie Occidentale – Tarvisiano«
MarkierungenRot-weiße Markierungen, Wegzeiger
VerkehrsanbindungVon Tarvisio auf gut ausgebauter Straße via Cave del Predil nach Sella Nevea, hier Abzweigung zum Altipiano del Montasio
GastronomieRifugio Brazzà, Juni bis September, Tel. 0433/541 21
Informationen
DER MONTASIO Der Montasio ist nicht nur ein (schöner) Berg, sondern auch ein feiner Käse, hergestellt aus Rohmilch, der in drei verschiedenen Reifegraden verkauft wird (Fresco, Mezzano, Stagionato). Jung passt er bestens zu Vorspeisen, der mindestens zehn Monate gereifte Stagionato, kräftig im Geschmack, eignet sich u. a. sehr gut als Reibkäse. Den Montasio gibt’s – nebst anderen Friauler Köstlichkeiten – in der Latteria Malga Montasio, ganz in der Nähe des Parkplatzes auf dem Altipiano del Montasio.
Tourismusbüro
Consorzio Promozione Turistica, Via Roma 14, I-33018 Tarvisio; Tel. +39/0428/2392, www.tarvisio.it

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