Isarwinkel – Ausflugsregion Nr. 1

Eine 2002 durchgeführte Studie von ADAC und Tourismusverband Oberbayern zum Ausflugsverhalten der Münchner hat das Tölzer Land (zuzüglich Garmisch) als beliebtestes Ziel ausfindig gemacht. Wir beleuchten ein paar Aspekte, die hier eine Rolle gespielt haben könnten. (Autor: Armin Scheider)
10 km
95 m
2.00 h
Bad Tölz ist eine Reise wert. Zunächst ein paar Schicksalsjahre der Stadt - 1331 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer das förmliche Marktrecht, 1453 wird die Stadt durch ein Großfeuer zerstört und wiederaufgebaut, 1846 entdeckt man eine Jodquelle und begründet den Kurbetrieb, 1906 erhält Tölz das Stadtrecht. Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Kreisstadt interessieren uns heute nur drei, genauer gesagt drei einzigartige: die Marktstraße, das Heimatmuseum und die Leonhardifahrt. Die Marktstraße in der Tölzer Altstadt gehört zu den schönsten Straßenzügen in Oberbayern. Das farbenfrohe Bild prägen geschlossene Reihen behäbiger Geschäfts- und Wohnhäuser (15.–18. Jh.) mit vorspringenden Dächern, barocken Lüftlmalereien und Stuckverzierungen. Hier hat der Münchner Architekt Gabriel von Seidl nach 1900 seine Handschrift hinterlassen. Was den Stuck betrifft, sind vor allem die Häuser an Nr. 13, 42, 43 und 47 sehenswert, kunstvolle Lüftlmalereien schmücken die Fassaden an Nr. 21, 45, 48 sowie 54, 55, 57 und 59. Abgeschlossen wird die Marktstraße oben vom Winzererdenkmal. Eine andere Attraktion der Stadt ist das Heimatmuseum (Di.–So. 10–16 Uhr) im Alten Rathaus. Es gilt als eines der bedeutendsten in Südbayern. Neben handwerklichen Objekten, Waffen, Musikinstrumenten sowie Gemälden und sakraler Kunst liegt der Ruf des Museums vor allem in seiner einzigartigen Sammlung alter geschnitzter und bemalter Bauernmöbel begründet. Weithin bekannt ist auch die alljährlich am 6. November stattfindende Tölzer Leonhardifahrt, das wohl berühmteste und farbenprächtigste Kirchenfest des Oberlandes. Festlich geschmückte Wagen, besetzt mit Geistlichkeit und Stadtrat, aber auch mit Frauen und Mädchen in Tölzer Tracht, ziehen in Begleitung von Vereinen, Musikkapellen und Reitergruppen unter Glockengeläut zum Kalvarienberg hinauf. Dort werden sie nach einem Festgottesdienst gesegnet und kehren dann in die Stadt zurück. Am Nachmittag findet in der Marktstraße der Wettkampf der »Goaßlschnalzer« statt. Wandern in den Attenloher Filzen. Ein genussvoller Rundgang, begleitet von weiten Ausblicken auf Isartal und Karwendelgebirge, läuft durch die reizvolle Attenloher Filzlandschaft. Die Route (s. Karte auf Seite 50) führt vom Bahnhof Tölz über Kolping- und Gaißacher Straße hinauf nach Gaißach, dreht dort eine Runde durch die Attenloher Filzen und bringt Sie ab Mühle auf dem Scharwinkelweg und später auf Edelweiß-, Karwendel- und Sonnenleitenstraße zur Marktstraße zurück. Eine willkommene Abwechslung nach so viel Kultur in Bad Tölz. Sommerrodeln am Blomberghang. Wenn Sie Kinder dabeihaben, ist dieser Abstecher ein Muss! Immerhin handelt es sich um die längste Sommerrodelbahn in Deutschland (1286 m). Ab der Mittelstation der Blombergbahn saust man mit dem Schlitten in einer künstlichen Rinne durch 14 Steilkurven und über 41 Schikanen hinunter ins Tal und lässt dabei 220 Höhenmeter hinter sich. Aber keine Angst: Die Geschwindigkeit des Schlittens, mit dem jeweils ein bis zwei Personen fahren können, lässt sich nach Ihren Bedürfnissen regulieren. Info-Telefon: 0 80 41/37 26. Mit dem Radl zum Großen Ahornboden. Der Große Ahornboden ist ein Landschaftsschutzgebiet im Alpenpark Karwendel und liegt im Talabschluss des Engtals. Er soll das schönste Hochtal der Ostalpen sein. Faszinierend das Zusammenspiel der Parkregion und der rund 2400 Bergahornbäume mit dem umgebenden Hochgebirgspanorama. 300 bis 600 Jahre sind die Bäume alt, gehen zum Teil schon ein, werden aber durch Junganpflanzung ersetzt. Wenn wir auf der Fahrt von Bad Tölz über Lenggries, Sylvensteinspeicher und Vorderriß das Dorf Hinterriß auf österreichischer Seite erreicht haben, steigen wir aufs Fahrrad um. Vor uns liegen 14 Kilometer permanent leicht bis mäßig ansteigender Strecke, vor allem an Wochenenden auch mit regem Verkehr verbunden. Ein ziemlich anstrengender Abschnitt also mit rund 250 Höhenmetern, der aber angesichts des Gesamterlebnisses ohne Einschränkung gerechtfertigt ist. Die Route führt am Rißbach entlang auf der einzigen Straße im Tal mitten ins Karwendelgebirge. Gleich nach Hinterriß bieten sich großartige Ausblicke auf die kühnen Felsgipfel und Flanken des Karwendels. Nach der Mautstelle passiert man die Hagelhütten, die darauf hindeuten, dass hier unversehens schwere Unwetter aufziehen können, dann sind es – bei spektakulären Gebirgsbildern – noch zwei Kilometer bis zum Großen Ahornboden und drei bis zur Eng. Dort sind Sie am Ziel und können sich in einem der Gasthöfe erholen. Die Rückfahrt gehört zur Kategorie »Genussradeln«: Das Rad rollt fast auf ganzer Strecke von alleine, während sich neue Blickwinkel auf das Karwendel eröffnen. Diese Tour werden Sie mit Sicherheit nicht so schnell vergessen!

Länge - Autorundfahrt: ca. 55 km (Bad Tölz–Hinterriß) Wanderung: ca. 10 km Radtour: ca. 30 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied95 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMarktstraße Bad Tölz Autoanfahrt von München auf A 8/B 13 oder Straße Grünwald–Tölz (ca. 55 km) Bahnverbindung - München–Bad Tölz
TourencharakterEine 2002 durchgeführte Studie von ADAC und Tourismusverband Oberbayern zum Ausflugsverhalten der Münchner hat das Tölzer Land (zuzüglich Garmisch) als beliebtestes Ziel ausfindig gemacht. Wir beleuchten ein paar Aspekte, die hier eine Rolle gespielt haben könnten. Und das erwartet Sie unter anderem -
der schönste Straßenzug in Oberbayern;
die berühmteste Leonhardifahrt im Alpenvorland;
die längste Sommerrodelbahn Bayerns;
der reizvollste Naturpark der Osttiroler Alpen.
Beste Jahreszeit
GastronomieBad Tölz Kolberbräu kein Ruhetag Grünerbräu Mo. Ruhetag Hinterriß Gasthof zur Post Terrasse, kein Ruhetag Eng Alpengasthof Eng Terrasse, kein Ruhetag
Tourismusbüro
Bad Tölz Tel. 0 80 41/78 67-0 www.bad-toelz.de Hinterriß/Eng Tel. 00 43/52 45/250 www.tourismus-tirol.com
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