Ins wilde Laggintal

Etwas für Liebhaber großer Landschaften und einsamer Pfade. Ausdauer und etwas Bergerfahrung sind wichtig. Nur bei sicherem Wetter gehen! Das unter Schutz stehende Laggintal gehört zu den ursprünglichsten Winkeln des Wallis. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Ein Durchgang in der bergseitigen Häuserzeile von Simplon Dorf (1472m) vermittelt das »Entrée« zur großen Runde. Gleich dahinter geht es über Wiesen bergan zum Lauigrabe, über ihn hinweg und schräg am Hang weiter zu dem Maiensäß Obri Weng (1635m), wo sich ein schöner Ausblick auf die Simplonstraße bietet. Eine halbe Stunde höher kreuzt der Weg den nächsten Graben, dann schlängelt er sich zwischen den Felsabbrüchen an der Nordostflanke des Wenghorns hinauf zum kleinen Antoniusmarterl (2060m) hoch über dem Eingang ins Laggintal. Quer über abschüssige Grashänge läuft das schmale Steiglein nun taleinwärts, erst flach, dann wieder ansteigend. Oberhalb der verfallenen Alm von Färicha (2157m) steuert die weiß-rot-weiß markierte Spur das Lagginbiwak (2428m) an (3Std.).
Der Abstieg beginnt als gemütliche Höhenwanderung, führt mit Aussicht auf Lagginhorn (4010m), Wiessmies (4017m) und ihre Gletscher über steinige Wiesenböden in leichtem Auf und Ab bis ins innerste Laggintal. Hier quert man mehrere Gletscherbäche hinüber zum Blattjischbode (4:15Std.), wo der Weg umknickt: links hinab, teilweise steil und rutschig, und in Schleifen den Felsen ausweichend. Unterhalb der Hütten von Bidemji (1989m) kommt man in den Wald; eine stabile Brücke leitet schließlich auf die linke Talseite. Über Laggin (1492m) wandert man, zuletzt auf Asphalt, hinaus zur Simplonstraße, die hier eine große Schleife beschreibt, und hinauf nach Simplon Dorf (7Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1270 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSimplon Dorf (1472m)
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Landschaft wirkt irgendwie archaisch, und das passt sehr gut zu diesem versteckten Winkel im Wallis südlich des Simplons. Wo andernorts normierte Chaletreihen auf Besucher warten, stehen hier ein paar windschiefe Heustadel. Skipisten und Seilbahnen sucht man vergebens, dafür gibt es Natur en masse.
Wer den ganz großen Gipfeln, Fletschhorn, Lagginhorn, Weissmies, etwas näher treten will, muss ziemlich weit unten starten und ziemlich weit gehen. Doch es lohnt sich, denn ganz hinten am Wysse Bode, der über eine Riesenfelstreppe zum Alte Stafel abfällt, ahnt man, wie so manches Walliser Hochtal vor gut hundert Jahren ausgesehen haben könnte. Im Frühsommer blüht es an den Wiesenhängen so bunt wie artenreich, was auf den nahen Süden hinweist, wie auch die ungewöhnliche Vielzahl von Schmetterlingen. Kein Zufall, dass das Tal unter Naturschutz steht. Und wenn man dann drunten am Lagginbach – nach einem langen Wandertag – zurückschaut zum Weissmies und seinem Gletscher, fallen einem noch größere Berge auf fernen Kontinenten ein. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass am Weg zurück nach Simplon Dorf eine kleine Lamaherde weidet: Exotik pur südlich des Simplons.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1309 »Simplon«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungSimplon Dorf liegt an der Südrampe des Simplonpasses; gute Busverbindung mit Brig.
GastronomieUnterwegs keine, nur in Simplon Dorf. Beim Lagginbiwak handelt es sich um eine stets zugängliche, unbewirtschaftete Notunterkunft.
Tourismusbüro
Simplon Tourismus, 3907 Simplon Dorf; Tel. 027/9 791701, Fax 9 7914 07, info@simplon.ch, www.simplon.ch

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