Ins stille Gredetschtal

Spannende Suonen-Wanderung oberhalb von Mund, die teilweise an steilen Felsabbrüchen entlang führt, und deshalb mit Vorsicht zu begehen ist. Mehrere recht enge Tunnels, einige Passagen sind mit Drahtseilen gesichert. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von der Bushaltestelle bzw. Parkplatz in Mund (1188m) spaziert man, vorbei an dem viel zu großen Bau der modernen Kirche, durch das schmucke Dorf aufwärts, kürzt dann auf Wiesenwegen die Schleifen einer asphaltierten Erschließungsstraße ab. Beim Eingang zum großen Tunnel (1480m) beginnt die Wanderung entlang der Wyssa.
Der Wasserweg führt in die schroffen Felsen oberhalb des Üsseren Senntums, verschwindet mehrfach in dunklen Stollen (Kopf einziehen!). Schließlich mündet er auf die steinigen Wiesen des Gredetschtals. Man folgt ihm bis zur Schöpfe (1543m) am Mundbach (2Std.), dem Wendepunkt der Tour. Nun talabwärts bis zu einer soliden Brücke, wo sich der Weg verzweigt: links übers Wasser geht's zur Oberschta, einer weiteren Suone, deren kühne Trassierung in senkrechte Felsbalmen man beim Weiterweg am Stigwasser entlang einsehen kann. Es läuft mit minimalem Gefälle über den teilweise bewaldeten Hang unterhalb der Wyssa und mündet bald auf die Munder Wiesen. Zuletzt auf dem Hinweg zurück zum Ausgangspunkt (3Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied640 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMund (1188m), typisches Walliser Dorf in sonniger Hanglage
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGredetsch, der Talname, lässt sich sinngemäß mit »geradeaus« übersetzen, und schnurgerade läuft der Graben auch vom Nesthorn (3822m) hinaus und hinab zur Rhone. Ins Gredetsch führt bis heute keine Straße, dafür wird hier Wasser gefasst und an seinen steilen Flanken hinaus auf die Felder um Mund und Birgisch geleitet.
Besonders kühn trassiert ist die Wyssa an der Westseite des Gredetschtals, die bereits 1462 erstmals in einer Urkunde erwähnt wird. Sie wurde buchstäblich dem Fels abgerungen: Nicht weniger als 200 Kännel mit einer Gesamtlänge von 500m waren noch Anfang des 20.Jhs. montiert.
Nach einem Bergsturz im Winter 1928 wurde die Wyssa saniert und dabei teilweise in Tunnels verlegt. 1995 erfolgte dann der Durchstich eines modernen Wasserstollens (1120m lang), der sechs Suonen aus dem Gredetschtal ersetzt. Er ist so komfortabel angelegt, dass man im Frühsommer die Kühe durch das Loch auf die Weiden im Talinnern treiben kann.
Der Wanderer folgt der alten Suone, die mit reduzierter Wassermenge als Kulturdenkmal weiter in Betrieb ist, und staunt über das geschichtsträchtige Werk der Altvorderen.
Ein kurzer Abschnitt der alten Wyssa, die durchwegs an den teilweise senkrechten Felsen entlang lief, wurde vor ein paar Jahren rekonstruiert, samt Wasserschlegel. Letzterer wird durch ein Wasserrad angetrieben: Setzte das Hämmern aus, wusste der Hüter sofort, dass oberhalb der Kontrollstelle ein Schaden vorlag.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blatt 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1289 »Brig«
MarkierungenGelb und weiß-rot-weiß, gelbe und braune Wegweiser
VerkehrsanbindungNach Mund kommt man von Brig-Naters via Bergisch, 9km. Großer Parkplatz unterhalb des Dorfes; Postbus
GastronomieIn Mund
Tipps
Das Safrandorf. Berühmt ist Mund für ein Vorkommen, das in der Schweiz einmalig ist. Hier wird eine Pflanze angebaut, die vermutlich aus dem fernen Kaschmir stammt und ein besonders feines Gewürz liefert: Safran. Die Safranwiesen liegen unterhalb des Dorfes, sie sind 11/2 ha groß und liefern pro Jahr 2–4kg des kostbaren Stoffs, der früher mit Gold aufgewogen wurde. Wissenswertes rund um den Safran vermitteln die sechs Stationen des neuen Lehrpfades (1-1,5 Std), dem gleichen Thema widmet sich das Safranmuseum in einem Stadel aus dem Jahr 1437. Es ist im Oktober (Erntezeit) jeweils Mittwoch, Samstag und Sonntag 10.30 - 12.00 und 14.00-16.00 geöffnet
Tourismusbüro
Gemeindeverwaltung, 3903 Mund; Tel. 027/9 23 65 27, Fax 9238313, gemeinde@mund.ch, www.mund.ch

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