Ins romantische Turtmanntal

Abwechslungsreiche Wanderrunde im innersten Turtmanntal mit packenden Hochgebirgsbildern. Empfehlenswert ein Abstecher zum Turtmanngletscher. (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
890 m
3.00 h
Vom Parkplatz Sänntum (1901m) folgt man dem Hinweis »Holustei« bis zur Abzweigung des Schluchtweges. Er steigt gegen einen exponierten Felskopf hoch über der Turtmanna an (Drahtseil) und führt ein Stück weiter auf einer Naturbrücke über die kleine Klamm. Dahinter mündet der Weg in die Werkstraße, der man bis zum Stausee (2174m) folgt (1Std.). Gleich hinter dem künstlichen Gewässer liegt ein zweiter Speicher, der den Sand im Gletscherwasser auffängt und so das Verlanden des Sees verhindern soll. Ein kleiner Abstecher führt über Geröll zur Zunge des mächtigen Turtmanngletschers; Tafeln markieren den Rückgang des Eises in den letzten Jahren. Die Sandpiste endet bei der Talstation der Hüttenseilbahn (2281m). Auf dem neu angelegten »Steimannliweg« steigt man hinauf zur prächtig gelegenen Turtmannhütte (2519m; 2Std.). Sie steht auf einer Geländeschulter vor der Zunge des Brunnegggletschers und bietet Aussicht auf die Gipfel rund ums innerste Turtmanntal. Die breit getretene Aufstiegsspur am Bishorn (4159 m), einem vergleichsweise leichten Walliser Viertausender ist gut auszumachen.
Auf dem alten Normalzustieg geht's über den steilen, felsdurchsetzten Hang hinunter zur Seilbahn (Tafeln), dann geradeaus weiter. Ein breiter Weg leitet quer durch die brüchigen Felsen unterhalb der Ämser Schafalpu und läuft dann mit einer Wasserleitung hinaus nach Biele (2343m). Hier verlässt man die Aussichtspromenade und steigt über einen von der Erosion gezeichneten Hang ab zur Kapelle Holustei (2222m) in herrlicher Lage vor dem vergletscherten Talschluss. Vor der Kapelle links und auf teilweise steilem und schmalem Steig hinunter zum Parkplatz Sänntum (3:45Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied890 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz Sänntum (1901m) im innersten Turtmanntal
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterFrüher als »verlorenes Tal« apostrophiert, weil vom Massentourismus weitgehend unberührt, ist dieses Handicap für das Turtmanntal längst zu einem Vorteil geworden. Den Massen begegnet man hier nach wie vor nicht, dafür gibt's noch viel von jenem Kapital, das andernorts einem zweifelhaften Fortschritt geopfert wurde: Natur.
Ein paar moderne Eingriffe musste sich allerdings auch das lang gestreckte Walliser Südtal gefallen lassen. Eine schmale Straße führt von den Dörfern über seiner Mündung bis zu dem Speicherbecken, in dem das Schmelzwasser des mächtigen Turtmanngletschers gefasst und abgeleitet wird, und so manche Alphütte hat längst talferne Besitzer. Markierte Passwege führen östlich ins Mattertal, nach Westen über die Sprachgrenze ins Val d'Anniviers. Ein beliebtes Wanderziel ist die gastliche Turtmannhütte (2519m).
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50000, Blätter 273 T »Montana« und 274 T »Visp«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blätter 1307 »Vissoie« und 1308 »St. Niklaus«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungAnfahrt ins Turtmanntal von Turtmann via Oberems (1336m) und Gruben (1822m), teilweise schmale Straße, 22km. Im Sommer Busverbindung bis Gruben/Meiden
GastronomieTurtmannhütte (2519m), bewirtschaftet Mitte Juni bis Ende September; Tel. 027/9321455
Tipps
Üssers Barrhorn, 3610m. Auf der Turtmannhütte macht man mit dem Berg Werbung: der höchste Wandergipfel der Alpen! Das stimmt allerdings nur beinahe, denn der Monte Vioz im südlichen Ortlermassiv – ebenfalls mit Hütte und Weg – übertrifft das Üsser Barrhorn um 35m! Das ändert allerdings nichts daran, dass der Gipfel für jeden ambitionierten Bergwanderer ein Topziel bildet, in der Regel mit einer Übernachtung in dem gastlichen Haus im innersten Turtmanntal. Der Anstieg ist weiß-blau-weiß bezeichnet, im so genannten »Gässi« am Zustieg zur Randmoräne des Brunnegggletschers neu gesichert. Das Eis wird nicht betreten, dafür gibt's am Schlussanstieg, der sich ganz schön zieht, reichlich Geröll. Wer gut drauf ist, schafft die 1100hm zwischen Apfelschorle und Gipfelbussi in 3:30Std. Die Aussicht ist schlicht überwältigend, ein Walliser Bergpanorama vom feinsten.
Tourismusbüro
Turtmanntal Tourismus, Poststelle, 3946 Turtmann; Tel. 027/9 3216 91, info@turtmanntal.ch, www.turtmann-tourismus.ch

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