Innsbrucker Hütte

Allein der Hüttenzustieg über rund 1100 Höhenmeter ist eine recht anstrengende Angelegenheit. Deshalb lassen es die meisten Bergsteiger am ersten Tag mit dem Aufstieg zur Innsbrucker Hütte bewenden, bevor sie die hohen Gipfel angehen. Diese Hütte ist ein nahezu reinrassiger Bergsteigerstützpunkt und weniger ein nettes Ausflugsziel, obwohl sie auch als solches ihre Berechtigung hat. Die meisten Alpinisten steigen von der Hütte zum Habicht auf, was eine einigermaßen anspruchsvolle Angelegenheit ist. Weitaus schwieriger ist übrigens der Klettersteig auf die Ilmspitze, einer der luftigsten seiner Art. (Autor: Siegfried Garnweidner)
7 km
1100 m
5.00 h

Zustieg zur Innsbrucker Hütte

Von der Talstation der Materialseilbahn geht man erst einmal am Fahrweg gegen Westen, quert den Gschnitzbach und biegt am markierten Weg nach rechts ab. Der Bergpfad steigt nach Nordwesten in einem lichten Waldhang in unzähligen Kehren durch eine steile Mulde auf, wendet sich bei gut 1900 Metern Höhe nach rechts, verlässt die Talmulde, schlängelt sich etwas durch die Felsen und führt in das ausgedehnte Gelände der Alfairalm. Anschließend geht es am verfallenen Almgebäude vorbei und in freiem Gelände weiter.

Weit oben sieht man neben dem Pinnisjoch schon die Innsbrucker Hütte. Die Route unterquert die Materialseilbahn und verläuft ein Stück gegen Norden. Noch vor der Abzweigung zur Kalkwand und zum Klettersteig auf die Ilmspitze knickt der Anstieg links, also gegen Westen ab, bis die Innsbrucker Hütte erreicht ist.

Auf den stolzen Habicht

Außer der 2564 Meter hohen Kalkwand, die auf der Route zur Ilmspitze liegt, kommt als Gipfelziel eigentlich nur der Habicht in Betracht. Dieser stolze, mit Gletschern gezierte Hochtourengipfel bringt es auf die luftige Höhe von 3277 Metern – darauf muss man vorbereitet sein. Nicht jeder verträgt auf Anhieb die dünne Luft und der Anstieg über steile Felsenflanken, lange Etappen am Drahtseil und dann wieder über weite Firnflächen verlangt eine solide bergsteigerische Erfahrung. Unvorbereitet darf man sich also nicht zum Habicht aufmachen. Für die gut 900 Höhenmeter ab der Hütte sind knapp 3 Stunden für den Auf- und gut 2 Stunden für den Abstieg zu rechnen.

Die Gipfelroute führt oberhalb der Hütte gegen Westen und schwenkt im Blockwerk etwas nach links (gegen Südwesten) ab. Am Rande von Schneefeldern wird der Anstieg steil und anstrengend. Die Markierungszeichen weisen unbequem über grobes Blockwerk und mit Hilfe von Sicherungsanlagen nach Nordwesten hinauf. Mühsam plagt man sich über den unfreundlich wirkenden, dunklen Bergstock, bis oberhalb einer weiten Firnfläche ein breiter Felsengrat erreicht wird. Von ihm geht es nach rechts und in weitem Bogen über den Firn zum Gipfelgrat hinüber, der auf der rechten, also seiner östlichen Seite erreicht wird. Auf ihm – zuletzt wieder am Drahtseil – zum Gipfelkreuz hinauf. Keinesfalls darf man der Versuchung erliegen, über den Mischbachferner durch den Schnee abzurutschen. Dort gibt es unvermutete, von oben nicht einsehbare Abbrüche, wo es schon zu dramatischen Unfällen gekommen ist.

Zurück geht man normalerweise auf der Anstiegsroute.

Dauer: Auf: 3 Std. Ab: 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGasthof Feuerstein in Innersiller, südlich von Gschnitz (1281 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterUnschwieriger, aber langer und Kraft raubender Hüttenzugang
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 83 (Stubaier Alpen–Serleskamm)
VerkehrsanbindungMit dem eigenen Fahrzeug oder dem Linienbus ab Steinach am Brenner durch das Gschnitztal bis zum Ausgangspunkt
Tipps
Auf neuer Route: Zu den beiden bekannten Anstiegen vom Feuerstein und durch das Pinnistal ist nun wieder ein Dritter hinzugekommen. Der alte, neu ausgebaute Weg beginnt hinter der Kirche von Gschnitz, ist breit angelegt und gut ausgebaut. Eine besondere Attraktion auf dieser Route sind die Drei Schwestern, eine auffallende Kalkfelsformation am Wegrand.
Informationen
Hüttensteckbrief
Höhe: 2370 m
Erbaut: 1884, ÖAV-Sektion Touristenklub Innsbruck
Bewirtschaftet: von Ende Juni bis Ende September
40 Betten, 120 Lager (+ 20 Notlager), offener Winterraum (6 Lager)
Telefon: +43(0)5276/295
www.innsbrucker-huette.at
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