Im Weißbachtal

Gemütliche Rundwanderung, teilweise durch Wiesen und auf bequemen Waldwegen entlang dem Weißbach (Autor: Tassilo Wengel)
11 km
141 m
3.00 h
Von Hinterhermsdorf Richtung Weißbachtal.
Am großen Parkplatz beim Haus des Gastes in Hinterhermsdorf finden wir einen Wegweiser und eine große Tafel mit eingezeichneten Wanderwegen, welcher wir den Verlauf unserer Tour entnehmen können. Zunächst folgen wir dem Wegweiser Richtung Schäferräumicht, Taubenstein (Markierung gelber Querstrich) und gelangen an schönen Umgebindehäusern vorbei bis zum Viebigt Born, einer sehr sehenswerten Brunnenanlage. Dort biegen wir in den Oberdorfweg ein und nehmen Kurs auf das Schäferräumicht. Räumichte sind Gebiete, die nach der Ansiedlung eines Dorfes als landwirtschaftlich genutzte Flächen oder als neue Siedlungsplätze gerodet wurden. Auf einem mit Schotter befestigten Wiesenweg erreichen wir die kleine Gaststätte Schäferräumicht, wo es sich unter schattigen Bäumen im Garten verschnaufen lässt. Lohnend ist vor dem »Schäferräumicht« ein Abstecher zum nahen Weifberg (478 m), wo man von einem Aussichtsturm einen schönen Blick über die Landschaft genießen kann.
Von der Gaststätte Schäferräumicht wandern wir zwischen Wiesen und Feldern weiter, bis unser Weg in den Wald führt. Dort erreichen wir eine Weggabelung mit Sitzplatz, wo wir dem Wegweiser Richtung Bammelweg, Weißbachtal (Markierung gelber Querstrich) folgen. Einst waren hier im Grenzgebiet zwischen Sachsen und Böhmen Schmuggler unterwegs, die sicher nicht selten Bammel (sächsisch - Angst) hatten. Vielleicht geht der Name Bammelweg ja auf diese Aktivitäten früherer Zeiten zurück? Auf einem breiten Waldweg geht es allmählich aufwärts zu einer Kuppe. Hier überqueren wir die Kalkstraße, die noch daran erinnert, dass von 1547 bis in das vorige Jahrhundert hinein im Bereich der Oberen Mühle Kalk abgebaut und in einem Kalkofen gebrannt wurde. Von hier führt unser Wanderweg abwärts in das Weißbachtal, welches im oberen Bereich ein offenes Wiesental mit alten Halden des einstigen Kalkabbaus ist.
Während anfangs Buchen vorherrschen, dominieren später Fichten und niedrige Laubgehölze. Dazwischen leuchten im Sommer die karminroten Blütenstände des Großblütigen Fingerhutes und zahlreiche andere Pflanzen der artenreichen Vegetation säumen den Uferrand der Weißbach. Der Weg wird schmal, führt an bizarren Felsen vorbei und schlängelt sich am Ufer des Baches entlang. Hier sollte man langsam gehen, um die beinahe unberührte Natur richtig zu genießen. Fast eine Stunde wandern wir auf diesem herrlichen Weg an der Grenze zu Tschechien entlang, bis wir einen leichten Rechtsschwenk machen.
Wo der Weißbach in die Kirnitzsch mündet.
Dort, wo sich an der Mündung des Weißbaches in die Kirnitzsch das Tal öffnet, breitet sich eine von dunklem Wald eingefasste artenreiche Feuchtwiese aus. Rechts erheben sich Felswände, die teilweise mit Schwefelflechte bewachsen sind, und gelegentlich ragen aus den Felsspalten Sträucher des Roten Holunders hervor, die im Sommer und Herbst mit ihren farbintensiven Früchten einen schönen Kontrast zur gelben Schwefelflechte bilden. Wir wandern nun auf eine Lichtung zu, »Im Loch« genannt, wo ein sehenswertes Umgebindehaus steht, das zusammen mit dem dazugehörigen gepflegten Bauerngarten ein ausgesprochen romantisches Flair entfaltet.
Unser Weg führt jetzt in den Wald, wo wir den Abzweig der Markierung gelber Querstrich nicht verpassen dürfen. Dieser führt von dem breiten Waldweg nach links weg auf einen sehr schmalen, abwärts führenden Pfad, der wiederum auf eine Straße mündet. Wir gehen nach links und kommen an einer Sitzgruppe unter einem großen überhängenden Stein vorbei zu einer Gabelung mit einem Wegweiser. Hier bietet sich die Gelegenheit, in etwa einer halben Stunde direkt nach Hinterhermsdorf zurückzuwandern. Wir aber wenden uns nach links und nehmen den Weg über den Taubenstein. Es folgt ein kurzer steiler Anstieg und schließlich ein Rastplatz mit Aussicht. Von dort führt unser Weg abwärts, an der Niedermühle vorbei auf den Lehmhübelweg und über Neudorf nach Hinterhermsdorf zurück.

GEHZEITEN.
Hinterhermsdorf – Weißbachtal (mit Abstecher Weifberg) 11/4 Std. – Niedermühle 1 Std. – Hinterhermsdorf 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied141 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHinterhermsdorf, Haus des Gastes
EndpunktHinterhermsdorf, Haus des Gastes
TourencharakterSeit jeher bildet das Weißbachtal die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen. Mit seinem romantischen Wanderweg, der den Weißbach bis zur Mündung in die Kirnitzsch begleitet, gehört es zu den schönsten Wanderzielen in der Sächsischen Schweiz. Es lohnt sich, diesen abgeschiedenen Flecken an der Grenze zu Tschechien kennenzulernen.
Hinweise
EINKEHR-TIPP. Das Gasthaus Zur Hoffnung in Hinterhermsdorf befindet sich in einem 200 Jahre alten, rekonstruierten Umgebindehaus und bietet modern ausgestattete Zimmer und gemütliche Gasträume wie z.B. die Blockstube. Hier kann man zwischen sächsischen Spezialitäten und Gerichten nach überlieferten Familienrezepten wählen, aber auch internationale Küche genießen.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 45
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A13 bis zur Anschlussstelle Radeburg, über Stolpen und Hohnstein nach Sebnitz, dort Richtung Hinterhermsdorf. Mit der S-Bahn bis Bad Schandau, weiter per Bus
GastronomieHinterhermsdorf - Gaststätte Erbgericht, Schandauer Str. 8, Tel. 035974/50355; Gasthaus Schäferräumicht, Schäferräumicht 4, Tel. 035974/50377, Mo/Di Ruhetag
Tipps
DIE NATUR IM WEISSBACHTAL. Das Weißbachtal wartet nicht nur mit verschiedenen Gesteinsarten auf, es ist auch botanisch interessant. Auf kalkhaltigem Untergrund wachsen dort 100 verschiedene Pflanzenarten, dazu gesellen sich weitere Arten, die Granit und Sandstein bevorzugen. Besonders erwähnenswert sind die Einbeere und das Krause Greiskraut, auch der Sumpfporst gedeiht hier in Gemeinschaft mit dem Braunen Storchschnabel.
Informationen
KAHNPARTIE AUF DER OBEREN SCHLEUSE. Von Hinterhermsdorf bietet sich eine Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse an. Es war am 25. Mai 1879, als die ersten Urlauber in einer hölzernen Schaluppe auf der Kirnitzsch gefahren wurden. Die Idee dazu stammte von den Mitgliedern des »Vaterländischen Gebirgsvereins Saxonia« und dem Hinterhermsdorfer Oberförster Hermann Schlegel, die die Stauanlage nicht mehr ausschließlich für die Holzflößerei nutzen wollten. Heute gehört eine Boots- fahrt durch die wildromantische Felsenschlucht zu den beliebtesten Ausflügen bei Hinterhermsdorf. Vom Fährmann erfährt man einiges über interessante Pflanzen und seine Hinweise auf bizarre Felsgebilde, die einem Lamm, einem Krokodil oder vielleicht einem Berggeist ähneln, regen die Fantasie an.
Unterkunft
Hinterhermsdorf - Landhaus »Zum Flößer«, Birkenweg 1, Tel. 035974/50611, www.landhaus-zum-floesser.de, Gasthof zur Hoffnung, Schandauer Str. 74, Tel. 035974/50066, www.gasthof-zur-hoffnung.de; Hotel & Gaststätte Sonnenhof, Hinterer Räumichtweg 12, Tel. 035974/ 50300, www.zugast.de/sonnenhof
Tourismusbüro
Tourismusinformation im Haus des Gastes, Weifbergstr. 1, 01855 Hinterhermsdorf, Tel. 035974/5210
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