Im Schatten des populären Bruders

Auf den Breitenstein - Einfache Wanderung auf Bergpfaden. Birkenstein – Kesselalm – Breitensteingipfel – Bucheralm – Birkenstein (Autor: Lisa Bahnmüller)
9 km
800 m
4.00 h
Auf den Breitenstein führt keine bequeme Zahnradbahn wie auf seinen benachbarten Bruder, den Wendelstein. Wahrscheinlich ist er deshalb weniger populär. Zum Glück für unsere Tour. Sie ist weniger überlaufen, bietet trotzdem die Qual der Wahl zwischen gleich drei bewirtschafteten Almen. Überdies haben wir vom Gipfel eine weite Sicht auf viele Dörfer und Städte in der Ebene, denn der Breitenstein ragt bereits ein wenig ins Alpenvorland hinein. Wegverlauf - Vom Parkplatz aus wandern wir auf der Straße rechts die letzten Meter bis zu ihrem Ende. Dann folgen wir dem Wegweiser »Kesselalm/Breitenstein« bergauf. Der breite Weg durch den Wald ist im Winter eine beliebte Rodelstrecke. Über mehrere kleine Bachbrücken erreichen wir bald die beliebte Kesselalm, die jedoch schon eher einem stattlichen Berggasthof gleicht. Hinter der Alm liegt auf einer vorgeschobenen Felskanzel eine kleine Aussichtskapelle. Bereits hier öffnet sich der Blick über das Leitzachtal, das mit seinen verschiedenfarbigen Feldern einem bunten Fleckerlteppich gleicht. Vor uns sehen wir den bewaldeten Schliersberg, links die Berge um den Spitzingsee. Weiter geht es auf der Almstraße bis zum Sattel zwischen Breitenstein und Schweinsberg. Nun haben wir den ersten Blick zum Wendelstein, dessen markante Felsformen zum Wahrzeichen der bayerischen Alpen wurden. Jetzt geht es links an der Talstation der Hubertushütte-Materialseilbahn auf den Wiesen aufwärts. Trotz der schroffen abschreckenden Felswände haben wir keine Kletteraktion zu befürchten. Der Weg ist geschickt gebaut und wir erreichen ohne jede Schwierigkeit die urige Hubertushütte. An klaren Tagen genießen wir die Sicht von den hölzernen Terrassenbänken und können mit etwas Glück sogar den eisbedeckten Großvenediger in den Hohen Tauern erkennen. Die Hütte duckt sich förmlich unter dem nur 90 m höher liegenden Gipfel des Breitensteins. Dieser ist schnell erklommen und wir können uns bei einer Gipfelbrotzeit an die Identifizierung der zahlreichen Dörfer unter uns machen. Wir steigen zur Hubertusalm zurück und wandern nun nach rechts weiter Richtung Bucheralm. Zunächst läuft man fast eben über einen idyllischen Almboden zu einem mächtigen Bergkreuz. Dann geht es bergab. Wir wandern über Wiesen und dann ein kurzes Stück durch den Wald und schon stehen wir an der Bucheralm. Der Weiterweg beginnt nach dem Haus links und führt gemütlich im Wald bergab. Nach der Abzweigung Schwaigeralm/ Ellbach kreuzen wir eine Forststraße und kommen gleich darauf auf die nächste, die sich an dieser Stelle gabelt. Etwas links versetzt gehen wir auf der Straße weiter und stehen nach ein paar Metern vor einer Schranke, die wir bereits beim Aufstieg passiert haben. Nun geht es rechts den bekannten Weg zum Wanderparkplatz zurück. Wissenswertes: Im bayerischen Oberland gilt neben Tuntenhausen die Kapelle von Birkenstein als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte. An deren Wänden findet man unzählige Votivbilder aus allen Epochen. Jede erzählt eine meist sehr persönliche und oft dramatische Geschichte. Das Innere der Kirche ist überschwänglich im Rokokostil dekoriert. Um das Gnadenbild, eine spätgotische Marienfigur, schwirren viele kleine Putten. Tipp Jedes Jahr findet an Christi Himmelfahrt die große Trachtenwallfahrt von Birkenstein statt. Aus ganz Bayern und dem nahen Tirol kommen Trachtengruppen zu einem Festgottesdienst zusammen und sind damit der lebendige Beweis für das tief verwurzelte religiöse Leben vieler Menschen in Bayern.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied800 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz an der Wallfahrtskirche von Birkenstein.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuf den Breitenstein - Einfache Wanderung auf Bergpfaden.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr. 8, Tegernsee-Schliersee 1 - 50000
VerkehrsanbindungAuto Von Schliersee auf der B 307 nach Aurach, weiter nach Fischbachau, dort rechts nach Birkenstein, großer Wanderparkplatz am Ende der Straße. Bahn/Bus Bis Miesbach mit der Bahn, von dort Busverbindung nach Fischbachau.
GastronomieUnterwegs haben wir die Auswahl zwischen n Kesselalm, n Hubertushütte und n Bucheralm. Am Ende der Tour mehrere Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Kurz vor dem Wanderparkplatz findet man in einem kleinen Holzhäuschen die Gebirgsmühle des Josef Matt. Dieses bald 100 Jahre alte rein mechanische Meisterwerk fasziniert Groß und Klein. Bis ins letzte Detail ist hier der Mühlenalltag in einem Modell dargestellt. Viele bewegliche Elemente an Häusern, kleine Figuren und auch Miniatur-Tiere lassen immer wieder Neues entdecken. Die Führung entschädigt zusätzlich für den geringen Eintrittspreis. Wissenswertes - Im bayerischen Oberland gilt neben Tuntenhausen die Kapelle von Birkenstein als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte. An deren Wänden findet man unzählige Votivbilder aus allen Epochen. Jede erzählt eine meist sehr persönliche und oft dramatische Geschichte. Das Innere der Kirche ist überschwänglich im Rokokostil dekoriert. Um das Gnadenbild, eine spätgotische Marienfigur, schwirren viele kleine Putten. Jedes Jahr findet an Christi Himmelfahrt die große Trachtenwallfahrt von Birkenstein statt. Aus ganz Bayern und dem nahen Tirol kommen Trachtengruppen zu einem Festgottesdienst zusammen und sind damit der lebendige Beweis für das tief verwurzelte religiöse Leben vieler Menschen in Bayern.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Fischbachau, Tel. 08028/876

Buchtipp

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