Im Ridnauntal zum Hofmannsteg

Erlebnisreiche Talwanderung.
Einfache Wanderung auf Waldpfaden, schmalen Nebenstraßen und Wirtschaftswegen, die Orientierung kann rund um Meiern etwas schwierig sein, daher genau auf die Wegweiser achten; der Abstieg von Gasse nach Durach und weiter zum Hofmannsteg ist etwas steil (Autor: Peter Mertz)
12 km
645 m
3.00 h
Ein beschauliches Tal.
Unsere Wanderung beginnt in Mareit und erklimmt zuerst die Talstufe ins obere Ridnauntal, um anschließend im Bannkreis der Eisriesen der Stubaier Alpen zu verlaufen. Ab dem Ort Inner-Ridnaun präsentiert sich uns ein weites, beinahe flaches Tal, das vom Ridnaunbach geprägt wird. Zu beiden Seiten schmiegen sich die kleinen Ortschaften an die sanften Wiesenhänge, die hangaufwärts rasch in steile, von Wasserfällen durchschnittene Bergflanken übergehen. In den Dörfern ist noch viel vom ehemaligen Reichtum und der Betriebsamkeit zu spüren, die im Zuge des Bergwerkwesens herrschte. Heute hat sich das Tal wie fast überall in Südtirol dem Tourismus zugewandt und bietet sommers wie winters ein paar exklusive Hotels und Freizeitaktivitäten.
Zum Hofmannsteg.
In Mareit starten wir beim kleinen Parkplatz am Ortseingang, überqueren den Ridnaunbach und folgen sofort dem Dammweg, der den anfangs verbauten Wildfluss entlangführt. Nach 15 Minuten mündet von rechts ein Zulaufweg ein, danach folgen wir dem jüngst ausgebauten Bachweg durch nun ursprüngliche Steilufer und Grauerlenauen. Der romantische Weg gelangt in weiteren 20 Minuten zum Hofmannsteg, dem wir später nochmals begegnen werden. Von einer Hängebrücke genießen wir einen Blick in die Schlucht des Ridnaunbachs. Wir folgen aber dem Weg nach rechts und steigen auf steilem Waldsteig zur Fahrstraße hinauf, auf der wir weiter stets aufwärts zum Weiler Wiesleben wandern. Dort endet der Wirtschaftsweg und setzt sich als alter Saumpfad fort, der taleinwärts zuerst einen Bachgraben durchläuft und danach die sanften Wiesenhänge des nun schon oberen Ridnauntals quert. Tief fallen unsere Blicke in die Schlucht des Ridnaunbachs, um sich dann der Kirche von St. Magdalena zuzuwenden, die von gegenüber durch den Wald leuchtet. Wir gelangen zu einem weiteren Wirtschaftsweg, dem wir abwärts bis zum Bach folgen.
Der Rückweg nach Mareit.
Die Talroute verläuft hier weiter auf einem asphaltierten Feldweg, doch wir queren den Bach und treffen auf die Straße nach Inner-Ridnaun. Gleich nach der Brücke verläuft der Steig den Fluss entlang in Richtung St. Magdalena. Wir erklimmen den bewaldeten Hügel mit der Wallfahrtskirche, wandern an ihr vorbei, um danach nach Gasse abzusteigen. Nun folgt ein fast der Falllinie folgender, steiler Abstieg auf alten Hohlwegen und Wiesenpfaden, der zur Schlucht des Ridnaunbachs hinunterführt. Bei einer geheimnisvollen Quelle, die aus einem mächtigen Felsen sprudelt, erreichen wir wieder den Hofmannsteg. Entlang dem Weg wandern wir am rechten Ufer entlang stets abwärts und folgen zuletzt einem Forstweg, der aus dem Bachgraben führt und am Fuß des Schlosshügels von Wolfsthurn zum Ausgangspunkt nach Mareit zurückkehrt.

Dauer: Mareit – Hofmannsteg 45 Min. – Wieslehen 45 Min. – St. Magdalena 45 Min. – Hofmannsteg 35 Min. – Mareit 40 Min.; Gesamtgehzeit 3.30 Std. ;
Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied645 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMareit (1032 m), der erste Ort im Ridnauntal, etwa 8 km westlich von Sterzing und noch vor der Talstufe des oberen Ridnauntals
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterNur wenige Kilometer südlich der österreichischen Grenze mündet im Becken von Sterzing das nicht allzu bekannte, aber umso reizvollere Ridnauntal. Es zeigt eine ausgewogene Mischung an Natur- und Kulturlandschaft und wartet mit etlichen Sehenswürdigkeiten auf. Dazu zählen vor allem die abenteuerlichen Stollen des Schneebergs, die bis zum 19. Jahrhundert europaweit zu den größten Untertagebauanlagen gehörten und wesentlich zum Reichtum von Sterzing beitrugen. Bereits im 13. Jahrhundert baute man Silber, später Bleiglanz ab. Die erfolgreichste Phase erlebte der Bergbau im 15. und 16. Jahrhundert, als 1000 Knappen Bleierz aus den Felsen schlugen. Im Jahr 1979 stellte man den Betrieb der Bergwerke nach mehr als 800 Jahren ein. Heute kann man das Schaubergwerk zusammen mit einem Bergbaumuseum besuchen und sich ein Bild von den imposanten Stollen und Transportsystemen machen. Der Wanderweg von Maiern nach Inner-Ridnaun verläuft auf der alten Trasse einer Transportstrecke, auf der man das Erz nach Sterzing brachte. Ferner laden im vorderen Ridnauntal noch unerwartet prunkvolle Schlösser zur Besichtigung, wie die Burg Reifenstein oder das Schloss Wolfsthurn bei Mareit. Dieser altertümliche Ort zu Füßen des Schlosshügels konnte sich noch viel von der ehemaligen Beschaulichkeit erhalten. Der Bildstock von 1537 in der barocken Kirche wurde von den Bergknappen gestiftet.
Beste Jahreszeit
KartentippFreytag & Berndt Wanderkarte 1:50000, Blatt WKS 4 (Sterzing–Brixen)
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn A 22 nach Sterzing, von dort nach Westen ins Ridnauntal (beschildert) Busverbindung von Sterzing ins Ridnauntal mit Haltestellen in jeder Ortschaft bis nach Maiern im Talschluss
GastronomieSonklarhof, Gasthöfe in Mareit und Gasse
Tipps
St. Magdalena. Einsam auf einem bewaldeten Hügel beherrscht die Wallfahrtskirche von St. Magdalena das hintere Ridnauntal. Die weiß getünchte Knappenkirche kann mit Recht als Kunstschatz bezeichnet werden und enthält unter anderem gotische Schnitzereien, einen außergewöhnlichen Flügelaltar und einen Schrein, in dem sich die Bergknappen verewigen ließen. Zusätzlich genießt man einen traumhaften Blick ins Tal bis zum Talschluss um Maiern. Sonklarhof. In Inner-Ridnaun, nur 500 Meter von der Wende unserer Route entfernt, empfängt der luxuriöse Sonklarhof seine Gäste: Vier-Sterne-Hotel in herrlicher Lage mit Wassererlebniswelt, Wellnessparadies und gediegenem Restaurant; Tel.: 0472/656212, www.sonklarhof.de, sonklarhof@web.de
Tourismusbüro
Tourismusverein Ratschings/Ridnaun, I–39040 Gasteig, Tel.: 0472/760608, www.ratschings.org, info@ratschings.org

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