Im Mangfalltal

Ein Wildbach mit Richtungswechsel.
Abwechslungsreiche Tour im und über dem Mangfalltal, zumeist auf breiten Forststraßen oder kleinen Teerstraßen. Der Uferbereich bei der Maxlmühle und südlich des Mangfallknies sind bei großer Feuchtigkeit kaum passierbar, dann auf die Forststraße bzw. später auf die Fahrstraße über Kleinhöhenkirchen und Sonderdilching ausweichen. (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
15 km
220 m
3.00 h
Imposante Mangfallbrücke.
Wer mit dem Auto auf der A 8 anreist, überquert das tief eingeschnittene Mangfalltal auf der 68 Meter hohen und über 300 Meter langen Mangfallbrücke. Vom Talboden aus – wenn wir vom Parkplatz kommend unter dem imposanten Bauwerk durchgehen – wirken die Dimensionen der Brücke noch beeindruckender. Allerdings haben der Brückenbau und die Rohrverlegung der Münchner Wasserwerke, die vorrangig die Trinkwasserversorgung der Großstadt im Sinn hatten, zu einer Austrocknung der kleinen Seitenbäche geführt. Ohne Wasser können sich jedoch die kleinen Tropfsteingebilde in den in diesem Bereich versteckt liegenden Höhlen nicht weiter entwickeln.
Hinter der Brücke zweigt der von den Münchner Wasserwerken im Mai 2003 festlich eingeweihte M-Wasserweg von der Straße ab, dem wir etwa 1 Kilometer weit am Mangfallufer flussabwärts bis zur Einkehr Maxlmühle folgen. Das Wasserkraftwerk der Maxlmühle ist heute zwar stillgelegt, jedoch noch zu besichtigen. Die zu einer glatten Sohlrampe umgebaute Wehranlage machte vor allem den Fischen zu schaffen, da sie an ihrer flussaufwärts orientierten Wanderung gehindert wurden.
Von der Maxlhütte nach Hohendilching.
Von der Maxlhütte wandern wir auf dem Kiesweg nur wenige Meter bergauf, um von der Weggabelung über die Wiese an der Wehranlage vorbei in das Dickicht des Mangfallufers zu tauchen. Mehrere Hangquellen bewässern die Uferpartien, in denen kleinflächig Eschen-Erlen-Wälder und Großseggen gedeihen. Der Pfad windet sich durch die dichte Botanik, über Wurzeln und Steine abwechslungsreich am Fluss entlang – der wildeste und schönste Wegabschnitt dieser Tour.
Später gibt es unmittelbar am Ufer kein Durchkommen mehr, sodass wir durch Mischwald leicht ansteigend auf einen breiten Forstweg gelangen. Dieser führt uns in leichtem Auf und Ab an zwei kleinen Waldweihern vorbei auf die von Valley herabkommende Teerstraße; hier kurz rechts und noch vor der kleinen Brücke wieder links in den Aumühler Weg. Die Route mündet in einen Wald- und Wiesensteig, nur vereinzelt lugt die Mangfall zwischen den Bäumen hindurch. Auf Höhe der Aumühle stoßen wir auf eine kleine Teerstraße, die uns steil durch Wald nach Hohendilching führt.
Rundtour am Mangfallknie.
Etwa 100 Meter hinter der Kirche folgen wir dem Wegweiser »Grub« und wandern zumeist am bewaldeten Hochufer der Mangfall entlang bis zu einem quer verlaufenden Kiesweg, der rechter Hand auf die Straße nach Grub zustrebt. Diese führt uns an der Bahnunterführung vorbei abwärts bis zur Brücke am Mangfallknie. Auf den Kiesbänken kann man schön rasten und von dort aus auch baden.
Jenseits der Brücke geht es auf dem Teersträßchen aufwärts, bevor wir uns an der Serpentine rechts halten und mit Blick auf die Mangfall zu einer privaten Kamelstation wandern. Dahinter windet sich ein Steig entlang der malerischen Uferböschung südwärts. Auf Höhe von Hohendilching führt eine Forststraße zur Brücke bei Valley, von wo wir auf bekannter Route zurück zum Ausgangsort wandern.

Dauer: 3:30 Std.
Bruckmühle (Mangfallbrücke) – Maxlmühle 15 Min., Hohendilching 1 Std., Mangfallknie 30 Min., Brücke bei Valley 1 Std., Bruckmühle 45 Min. ;
Motto: Wandern am Wasser
Sommerwanderungen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied220 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz am Landgasthof Bruckmühle
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Flüsse Oberbayerns fließen gewöhnlich von Süden zielstrebig der Donau entgegen. Nur die Mangfall hält sich nicht an dieses Naturgesetz und durchbricht am Mangfallknie die würmeiszeitliche Randmoräne, um 60 Kilometer östlich, bei Rosenheim, in den Inn zu münden. Zwischen Mangfallbrücke und -knie ist der wasserreiche Wildbach in ein enges, aber malerisches Schluchtkorsett gezwängt.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wanderkarte Nr. 7: Rosenheim – Bad Aibling, 1:50 000
MarkierungenGrüner Kreis bzw. grünes Dreieck, insgesamt jedoch schlecht markiert
VerkehrsanbindungA 8 Salzburg, Ausfahrt Weyarn und vom Ort Richtung Valley 1 km in das Mangfalltal. Wer mit dem MVV anreist (S1 Kreuzstraße), beginnt die Tour nach 2 km Fußweg in Hohendilching (zusätzlich 0:45 Std.).
GastronomieLandgasthof Bruckmühle, Tuffsteingarten mit altem Baumbestand, Mühltal bei Weyarn, Tel.: 08020/224, Mo und Di Ruhetag; Maxlmühle, Waldrestaurant mit Biergarten, Valley im Mangfalltal, Tel.: 08020/17 72, Mi und Do Ruhetag
Tipps
Entstehung und Nutzung des Mangfalltals. Die Mangfall hat sich im Verlauf von Millionen von Jahren infolge der Eiszeit zwischen Gmund am Tegernsee und Bad Aibling tief in die Moränenlandschaft des bayerischen Hügellands eingegraben. Am »Mangfallknie« bei Grub verlagert sich der Flusslauf nach Südosten in das ehemalige Becken des nacheiszeitlichen Rosenheimer Sees. Bereits im Mittelalter entdeckte man die Vorteile der Wasserkraftnutzung und verbaute den Fluss. Den Tegernsee als Speicher im Rücken, konnte man sich auf steten Wassernachschub verlassen. Später erfolgten weitere Flusskorrekturen für die Holztrift vom Tegernsee bis zur Saline nach Rosenheim. Ferner wurde in einem Überleitungssystem zum Seehamer See frisches Quellwasser aus Mangfall und Schlierach zum Pumpspeicherbetrieb der Stadtwerke München abgeleitet. Die Stadt München bezieht heute mittels einer neuen Leitung aus dem Taubensteingebiet und mächtiger Stollen 80% ihres Trinkwassers – insgesamt täglich über 250 Mio. Liter aus dem Mangfalltal. Auf dem 82 Kilometer langen M-Wasserweg zwischen Gmund und München, der im Mai 2003 festlich eingeweiht wurde, erfährt der Wanderer mehr über die technische Nutzung, Funktion von Wassergewinnungsanlagen und Transportleitungen. Die Kehrseite der effektiven Nutzung – der Eingriff in den natürlichen Fließverlauf der Mangfall – ist über die Jahrhunderte konstant geblieben: Wie überall, wo Flüsse von Menschenhand korrigiert werden, hat sich der Fischbestand bereits deutlich reduziert.
Tourismusbüro
Keine

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