Im Herzen des Spreewaldes

Schöner Spaziergang auf bequemen Wegen, über zahlreiche Brücken und an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei. (Autor: Tassilo Wengel)
5 km
25 m
1.00 h
Zum Schlosspark Wir starten am Markt-platz in Lübbenau, das erstmals 1301 als Castrum Lubbenowe erwähnt wird. Der Ort liegt in der Flussinsellandschaft des Oberspree-waldes und wird vorwiegend von Nachkommen der Sorben bewohnt, einem slawischen Stamm, der sich im 6.Jh. hier ansiedelte. Am Ostende des Marktplatzes steht die Stadtkirche St. Nikolai, die Mitte des 18.Jh. erbaut wurde. Unser Weg führt zum Topfmarkt, wo das Torbogenhaus aus rotem Backstein auffällt. Es beherbergt das Spreewaldmuseum mit Ausstellungen zur Regionalgeschichte und zum Handwerk der Region. Vom Museum gehen wir zurück und geradeaus durch die Mittelstraße zur Schulstraße. In diese biegen wir nach links ein und gehen dann nach rechts in die Sandgasse. Sie mündet auf die Spreestraße – links sehen wir den Kleinen Hafen »Am Spreeschlösschen« –, wir wenden uns nach rechts und gehen geradewegs auf die Nikolaikirche zu. Beim Kirchplatz biegen wir nach links ab und kommen über die Ehm-Welk-Straße zum Schlossbezirk. Hier führt uns die Markierung grüner Schrägstrich durch das schmiedeeiserne Tor in den Schlossgarten, der als schöner Landschaftspark zum Spaziergang einlädt. Links ist das Schloss zu sehen, das heute als Schlosshotel genutzt wird. Es geht auf eine Wasserburg zurück, die um 1600 zu einem Renaissancebau verändert wurde. Unter der Beratung Karl Friedrich Schinkels wurde es 1839 in einen klassizistischen Zweiflügelbau mit Balkon und Türmchen verwandelt. Unser Weg führt an der klassizistischen Orangerie vorbei, die als Gaststätte mit schönem Kaffeegarten genutzt wird. Wir gelangen über eine kleine Brücke in den hinteren weitläufigen Parkteil und folgen der Markierung grüner Schrägstrich bis zum Eiskellerteich. Dort verlassen wir die Markierung grüner Querstrich und gehen nach rechts über eine Brücke (Wegweiser Rundgang), die uns zum Campingplatz am Schlosspark leitet.Zum Spreewalddorf Lehde Nachdem wir auf unserem Weg eine weitere Brücke überquert haben, wandern wir nun geradewegs nach Lehde. Am Ortseingang laden Bauernhaus- und Gurkenmuseum mit historischen Produktionsmitteln der Gurkeneinlegerei (geöffnet 10–18Uhr) zu einem Besuch ein. Unser Weg führt dann geradeaus weiter bis »Zum Fröhlichen Hecht«, einer traditionsreichen Gaststätte mit Kahnanlegestelle gegenüber des Spreewaldmuseums.Wir setzen unsere Wanderung über die große Bogenbrücke fort und folgen dem Wegweiser »Lübbenau« (Markierung grüner Schrägstrich). Über mehrere Brücken kommen wir zum Leiper Weg, auch als Europa-Wanderweg E10 ausgewiesen. Hier gehen wir nach rechts und wandern zwischen zwei Wasser führenden Gräben unter Laubbäumen bis zur Brücke am Spreewaldhafen in Lübbenau. Sie überqueren wir und gelangen über eine zweite Brücke zur Kahnabfahrtsstelle. Über den kleinen Platz mit zahlreichen Verkaufsständen von Spreewalderzeugnissen kommen wir zur Dammstraße, wenden uns nach rechts und gelangen über die Ehm-Welk-Straße zurück zum Ausgangspunkt in Lübbenau.Lübben Wenn auch Lübbenau der eigentliche Ausgangsort für eine Reise in den Spreewald ist, kommt Lübben aus historischer Sicht eine größere Bedeutung zu. Erstmals um die Mitte des 12.Jh. als Lubin erwähnt, ist 1208 auf einer Spreeinsel die Existenz einer Burg belegt. In ihrem Schutze entstand allmählich eine planmäßig angelegte Stadt mit Markt- und Kirchplatz. Die Stadtkirche ist eine spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus Backstein, die wahrscheinlich zwischen 1494 und 1550 errichtet wurde. Zur reichen, in Sandstein gearbeiteten Spätrenaissanceausstattung von 1609 gehören das Altarretabel, die Kanzel und der Taufstein. Aus der zweiten Hälfte des 17.Jh. stammt das Schloss, anstelle einer mittelalterlichen Wasserburg errichtet. Ganz in der Nähe besticht das Oberamtshaus, ein dreigeschossiger Putzbau von 1679, mit seinem Prunkportal an der Nordseite, das ein Wappen der Niederlausitz ziert. Nördlich davon fällt das Ständehaus aus dem 18.Jh. mit drei Portalen auf, das ebenfalls von einem Wappen der Niederlausitz geziert wird. Von der mittelalterlichen Stadtmauer (15.Jh.) blieb nur ein Rest mit rundem Eckturm und Wiekhaus erhalten.

Lübbenau – Lehde 0.30Std. – Lübbenau 1.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied25 m
Dauer1.00 h
AusgangspunktLübbenau, Marktplatz.
EndpunktLübbenau, Marktplatz.
TourencharakterLehde ist eines der reizvollsten – und wohl das schönste – aller Spreewalddörfer, das erst seit 1929 auf dem Landweg erreichbar ist. Dort findet man zahlreiche Ufer verbindende Holzbrücken, dicht an die schmalen Fließe

gebaute Blockhäuser und die typischen Spreewaldkähne, auf denen die Gondolieri lautlos zahllose Touristen durch die reizvolle Auenlandschaft staken. Dazwischen dehnen sich künstlich erhöhte Horstäcker, auf denen schon seit Jahrhunderten Gurken und Meerrettich angebaut werden. Schon Theodor Fontane bemerkte einst: »Man kann nichts Lieblicheres sehen als dieses Lehde, das aus ebenso vielen Inseln besteht, wie es Häuser hat«. Ob als Kahnpartie oder auf einer Wanderung – ein Besuch dieses Kleinodes gehört immer noch zu den Höhepunkten einer Spreewaldreise.
KartentippKompass Wander- und Radtourenkarte Nr.748 Spreewald, 1:50000.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A13, Abfahrt Freiwalde oder Duben, über Lübben nach Lübbenau. Bahn/Bus: Mit Regionalbahn RE14 von Berlin bis Lübbenau (der Bahnhof liegt 1km vom Ort entfernt).
GastronomieLübbenau: Zahlreiche Gaststätten. Lehde: Zahlreiche Gaststätten.
Tipps
Gasthaus Hirschwinkel in Lehde Zu den schönsten Gasthäusern im Spreewald gehört der Hirschwinkel. Das Haus wurde im Blockhausstil mit Rieddach auf der Dolzke-Insel am Ortseingang von Lehde errichtet. Jeden Mittwoch findet der Jägerabend mit Jagdhornbläsern und Lampionfahrt statt. Wer Lust hat, kann sich ab 17.30Uhr im Lehder Bauernhaus- und Gurkenmuseum eine Jagdausstellung ansehen. Ab 18Uhr gibt es Schwein am Spieß oder ein Grillbuffett mit verschiedenen Wildspezialitäten (An der Dolzke 6a, www.hirschwinkel.de).
Unterkunft
Lübbenau: Hotel Schloss Lübbenau, Tel. 03542/8730, www.schloss-luebbenau.de; Frühstückspension »Am Holzgraben«, Tel. 03542/2221, www.holzgraben.de

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