Im Herzen des Berchtesgadener Landes

Eine Gebirgslandschaft von überragender Schönheit, dazu einzigartige Sehenswürdigkeiten und nicht zuletzt alpenländisches Flair haben die Berchtesgadener Region zu einem Topziel für Ausflügler und Touristen gemacht. Wir stellen einige der interessantesten
Stationen vor. (Autor: Armin Scheider)
15 km
1455 m
5.00 h

Aufstieg zur Kneifelspitze

Als Erstes verschaffen wir uns einen Überblick über die Region. Das geht am besten auf der Kneifelspitze, denn sie liegt nur 1189 Meter hoch und kann in einer Stunde bestiegen werden, bietet aber überraschenderweise eine grandiose Aussicht. Wir fahren also von Berchtesgaden nach Vordergern zur Wallfahrtskirche Maria Gern. Dort steigen wir über das Lauchlehen hinauf zum Gipfel (450 Höhenmeter).

Das Panorama umfasst den Berchtesgadener Talkessel und die ihn umgebenden berühmten Bergstöcke - von links Hoher Göll (2523 m), Kehlstein (1885 m), Jenner (1874 m), Watzmann (2713 m), Hochkalter (2608 m) und die Reiteralm (2295 m). Ein betörendes Bild, das man auf der Terrasse des Berggasthofs Kneifelspitze genießen kann.

Besuch der Wallfahrtskirche Maria Gern

Wieder im Tal, wenden wir uns der Kirche St. Maria zu, von der man sagt, sie sei die schönste Kirche dieser Region. Über alle Maßen reizvoll ist jedenfalls ihre Lage im Taleinschnitt zwischen Vorder- und Hintergern mit dem Untersberg als spektakulärem Talschluss. 1710 errichtet, präsentiert die Kirche aber auch einen noblen Innenraum, in dem vor allem der schöne Stuck, die Freskenmedaillons und ein prächtiger Hochaltar in Blau-Gold mit Schnitzfiguren und Gnadenbild von 1666 ins Auge stechen.

Eine Rundfahrt auf dem Königssee

Wir wechseln auf die Südseite des Berchtesgadener Beckens und gelangen zum Königssee. Er bildet zusammen mit den angrenzenden Gebirgsmassiven (u. a. Hagengebirge, Steinernes Meer, Watzmann, Hochkalter und Reiteralm) die Kernzone des Nationalparks Berchtesgaden. Gegründet wurde der Park 1978, seine Fläche beträgt rund 210 qkm.

Der fjordartige Königssee gilt als einer der schönsten und meistbesuchten Seen der Bayerischen Alpen. Seine Maße: knapp acht Kilometer lang, bis gut einen Kilometer breit, Fläche gut fünf Quadratkilometer und bis 190 Meter tief. Damit ist er neben dem Walchensee der tiefste See in Bayern und der sauberste obendrein. Bis auf die Orte Königssee und St. Bartholomä sind die Ufer unbewohnt und auch wegemäßig nicht erschlossen. Der Verkehr spielt sich auf dem Wasser ab, und zwar ausschließlich mit Elektrobooten.

Am Südende des Königssees schließt sich noch der kleine Obersee an, beide durch eine schmale Landzunge getrennt. Unvergesslich ist eine Rundfahrt auf dem See, falls Sie im Sommer nicht vom Massenandrang vor den Kassenhäuschen abgeschreckt werden. Sitzt man dann erst mal im Boot, ist alles vergessen. Zwischen bewaldeten Steilhängen gleitet es hinaus in den See und passiert zuerst den Malerwinkel (schöner Blick auf den See) und dann die Echowand (siebenfacher Widerhall).

Während die Gipfel des Steinernen Meeres im Süden schon aufgetaucht sind, rückt rechter Hand allmählich eine mächtige Felswand ins Blickfeld: die Ostwand des 2713 m hohen Watzmann-Massivs. Die Watzmann-Ostwand ist die höchste Felswand der Ostalpen, fast 2000 Meter hoch und ebenso breit. Ein grandioses Naturdenkmal, das sich über der kleinen Halbinsel St. Bartholomä erhebt.

Während die 1881 erstmals durchstiegene Wand dem Normalsterblichen ein Schaudern entringt, ist sie auch heute noch für viele Bergsteiger Traumziel und faszinierende Herausforderung. Eine nicht ungefährliche, wie die vielen tödlichen Unfälle in der Wand seit der Erstdurchsteigung beweisen.

In St. Bartholomä gelandet, gilt es sich bewusst zu machen, dass die kleine Siedlung ein weit über die Grenzen hinaus bekannter Wallfahrtsort ist und im 19. Jahrhundert Lieblingsdomizil bayerischer Könige war. Äußeres Zeichen dafür ist zum einen die Wallfahrtskirche St. Bartholomäus mit ihren roten Kuppeldächern und den beiden Zwiebeltürmchen, bereits 1134 geweiht, in ihrer heutigen Form jedoch von 1697 stammend, zum anderen das ehemalige Jagdschloss, mehrfach umgebaut, zuletzt im 18. Jahrhundert, heute als Gasthaus genutzt.

Almabtrieb von der Fischunkelalm

Eine berühmte Brauchtumsveranstaltung am Königssee ist der Almabtrieb von der Fischunkelalm im September. Er soll der schönste in Oberbayern sein. Die Kühe des Graflbauern haben dabei einen schwierigen Weg vor sich: zuerst über den felsigen Steig am Obersee entlang, dann die Verladung auf Flachbooten und der Transport über den Königssee zur Seelände am Nordufer. Nur wenn die Tiere das alles heil überstanden haben, werden sie »aufgekranzt«, also mit Blumen, Tannengrün und Spiegeln geschmückt und mit Glocken behängt. Den Winter über bleiben die Kühe dann im Stall.

Wanderung zur Eiskapelle

Die Eiskapelle ist ein unterspülter und auch im Sommer nicht abtauender Schneehaufen direkt am Fuße der Ostwand. Zu erreichen ist sie in einer einstündigen Wanderung ab St. Bartholomä. Zunächst geht es durch Wald, dann aber, nach einer Dreiviertelstunde, bietet sich ein erhabener Blick auf den Kessel mit dem kleinen Schneefeld und die dahinter aufsteigende Ostwand des Watzmanns. Das letzte Stück zur Eiskapelle ist ein felsiger Pfad, wobei noch ein Bach überquert werden muss (wegen der großen Rutschgefahr gar nicht so einfach).

Almer Wallfahrt

Jährlich im August ist St. Bartholomä Ziel einer Wallfahrt, die nicht nur als eine der beschwerlichsten, sondern auch populärsten grenzüberschreitenden Pilgertouren der Alpen gilt. Ausgangspunkt ist das österreichische Maria Alm nahe Saalfelden. Der rund 32 Kilometer lange Weg der Wallfahrer führt fast 1400 Höhenmeter hinauf in das 2000 Meter hoch gelegene Steinerne Meer und auf bayerischer Seite wieder hinunter an den Königssee.

Nach einem Dankgottesdienst beginnt der weltliche Teil der Wallfahrt: Es wird zünftig gefeiert. Ihren Ursprung hat die Wallfahrt in einem Schiffsunglück 1688, bei dem 70 Pilger im Königssee ertranken. Damals gelobten die Almer, alljährlich nach St. Bartholomä zu pilgern.

Aufstieg zur Gotzenalm

Ein eigenes, ganztägiges und spektakuläres Unternehmen ist eine Wanderung auf das Gotzenplateau. Dazu muss man unbedingt gut zu Fuß sein: Die Strecke hin und zurück misst ca. 18 Kilometer und ist stellenweise sehr steil (insgesamt 1100 Höhenmeter, gesamte Gehzeit: neun Stunden). Das einzigartige Panorama mit Hochkönig und Übergossener Alm sowie Steinernem Meer und Watzmann-Ostwand, dazu der Traumblick vom Aussichtspunkt Feuerpalven auf den Königssee und St. Bartholomä entschädigen für alle Mühen.

Empfohlen wird Auffahrt zur Mittelstation der Jennerbahn. Von dort Start auf Wanderweg 497 bis Königsbach-Alm, dann Weg 493 zur Gotzental-Alm und weiter auf einer serpentinenreichen und etwas eintönigen Forststraße noch einmal 560 Höhenmeter hinauf zum Gotzenplateau. Zurück geht es zunächst auf gleichem Weg bis zur Gotzental-Alm, dort könnte man auch über zahllose Serpentinen im Wald absteigen (2,5 Std. ab Gotzenalm) nach Kessel am Königsseeufer und per Schiff zurückfahren (letzte Fahrt 17.30 Uhr!).

Der Muskelkater ist Ihnen sicher. Finale in Ramsau. Bevor Sie wieder Richtung München aufbrechen, halten Sie noch einmal kurz in Ramsau an. Dort bietet sich ein Landschaftsbild, das zu den meistfotografierten am Alpenrand gehört: das Dorf Ramsau, durchflossen von der Ramsauer Ache, mit seiner kleinen Kirche und dahinter der gewaltige Felsstock der Reiteralm.


Länge - Autorundfahrt: ca. 40 km (Maria Gern–Königssee) Wanderung 1: ca. 4 km Wanderung 2: ca. 6 km Wanderung 3: ca. 18 km

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1455 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBerchtesgaden Ortsmitte. Autoanfahrt ab München auf A 8 und B 20 bzw. B 305 (ca. 150 km) Bahnverbindung München–Berchtesgaden
TourencharakterEine Gebirgslandschaft von überragender Schönheit, dazu einzigartige Sehenswürdigkeiten und nicht zuletzt alpenländisches Flair haben die Berchtesgadener Region zu einem Topziel für Ausflügler und Touristen gemacht. Wir stellen einige der interessantesten
Stationen vor. Und das erwartet Sie unter anderem: die schönste Kirche des Berchtesgadener Landes; der tiefste See der bayerischen Alpen; die höchste Felswand der Ostalpen; ein spektakulärer Tiefblick auf den Königssee; das meistfotografierte Landschaftsbild am Alpenrand.
Beste Jahreszeit
GastronomieBerchtesgaden Goldener Bär Biergarten, kein Ruhetag Vordergern Gasthof Maria Gern Terrasse, Sa. Ruhetag Berggasthof Kneiflspitze Terrasse, kein Ruhetag Königssee Königsseebetriebe Terrasse, kein Ruhetag Gaststätte St. Bartholomä Garten, kein Ruhetag
Tipps
Königssee-Schifffahrt Der Bootsverkehr erfolgt ausschließlich mit Elektrobooten, die jeweils 85 Personen Platz bieten. Anlegestellen sind neben Königssee St. Bartholomä, Salet und Kessel. Info-Tel. 0 86 52/96 36-0. www.seenschifffahrt.de
Tourismusbüro
Berchtesgaden Tel. 0 86 52/9 44 53 40 www.berchtesgaden.de Schönau am Königsseee Tel. 0 86 52/17 60 www.koenigssee.de Gaststätte St. Bartholomä Tel. 0 86 52/96 49 37 www.sankt-bartholomae.de
Mehr zum Thema