Im Bielatal

Bequeme Rundwanderung auf schönen Wegen mit mehreren Aussichtspunkten (Autor: Tassilo Wengel)
14 km
163 m
4.00 h
Von der Schweizermühle zur Johanniswacht.
Wir beginnen unsere Wanderung im Bielatal bei der Schweizermühle. Eine Bushaltestelle gleichen Namens und ein kleiner Teich lassen den Ausgangspunkt leicht finden. Für Autofahrer gibt es hier auf der rechten Straßenseite einen kleinen Parkplatz.
Die Informationstafel am Teich bildet den Ausgangspunkt für den Rundweg Schweizermühle (Markierung gelber Punkt). Unser Weg führt zunächst an der Schmalseite des Teiches entlang zum Bach Biela, den wir überqueren. Das 18 Kilometer lange Bächlein entspringt am Hohen Schneeberg in Böhmen. Von der Quelle bis zur Mündung in die Elbe schlängelt es sich durch bizarres Felsengebiet und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 405 Metern. Der Name Biela stammt aus dem Slawischen und bedeutet Weißwasser.
Über eine Wiese gelangen wir zum Wald, wo uns der Wegweiser zur Ottomühle zunächst die Richtung anzeigt. Nach wenigen Metern biegen wir nach links und orientieren uns dabei am Wegweiser »Nachbar«. Der ausgetretene Weg führt uns aufwärts zu einer Gabelung, an der wir geradeaus weitergehen und bald über einige Felsstufen zum »Nachbar« gelangen, einem schönen Aussichtspunkt. Der Blick reicht hinunter zur Schweizermühle und auf die gegenüberliegende Seite des Bielatales mit seiner imposanten Felsszenerie.
Von hier führt unser Weg zunächst durch ein »Felsenloch« und windungsreich durch Wald zu einem breiten Schotterweg, der schon teilweise mit Gras überwachsen ist. Hier biegen wir nach links und gelangen auf einen breiten Forstweg, der durch Mischwald führt. Lärchen und Birken dominieren, dann kommt eine Schonung mit verschiedenen Baumarten und schließlich erreichen wir den Abzweig »Sachsensteinaussicht«. Nun geht es einige Stufen aufwärts (20 Min.) und vor uns liegt wieder das Bielatal. Gegenüber sehen wir den Bielablick, einen Aussichtspunkt mit viereckigem Turm und kleinen Fenstern, der Ende des 19. Jahrhunderts mit einer künstlichen Ruine verziert wurde. Wir setzen unsere Wanderung fort, indem wir auf den breiten Weg zurückkehren. Nach einem Waldstück überqueren wir eine Kreuzung (Wegweiser »Schweizermühle 20 Min.«) und gehen im Fichtenwald weiter geradeaus. An einer Gabelung mit der Markierung grüner Punkt folgen wir zunächst dem Wegweiser zur Johanniswacht halblinks (Markierung gelber Punkt). Imposante Felsengebilde vor uns bilden zunächst einen zerklüfteten Riegel, bevor wir auf einer Treppe die Johanniswacht erreichen. Hier bieten sich die schönsten Aussichten in das Bieletal und bis zur Festung Königstein.
Auf dem Kerbensteig zur Ottomühle.
Von der Johanniswacht kehren wir zur Weggabelung zurück und folgen jetzt der Markierung grüner Punkt auf dem Kerbensteig in das Bielatal abwärts bis zur ehemaligen Ottomühle. Hier lohnt sich eine Rast im schönen Biergarten, bevor wir die zweite Etappe in Angriff nehmen. In unmittelbarer Umgebung der Ottomühle erhebt sich der Großvaterstuhl, eine Felsengruppe mit mehreren Aussichtsplätzen. Auf der anderen Seite führt ein Wanderweg in einer Viertelstunde zur Bennohöhle, einer Klufthöhle, die 1824 vom Rosenthaler Unterförster Puttrich entdeckt wurde. Um den Höhlenforscher Carl Merkel zu veralbern, brachten er und der Müller Ehrlich in der Höhle eine Inschrift an, die sie auf einem Stein im Bielagrund gefunden hatten.
Die Grenzplatte.
Etwa 300 Meter nach der Ottomühle führt ein bequemer, leicht ansteigender Wanderweg zur Grenzplatte (533 m), einem beliebten Aussichtspunkt. Der Blick von hier reicht nach Böhmen hinein, zum Urlaubsort Ostrov (Eiland), zu bizarren Felstürmen und zum Hohen Schneeberg (Decínský Snecník), der 723 Meter höchsten Erhebung im Elbsandsteingebirge. Auch die Quellkessel von Biela und Hammerbach sind zu erkennen.
Bielagrund und Bielablick.
Nach ausgiebigem Genuss des Panoramas leitet uns nun der Wanderweg ins Tal. Am Wachsamen Förster überqueren wir den Hammerbach und wandern auf dem Bielagrundweg zum befestigten Forstweg im Bielatal. Ihm folgen wir zur Ottomühle und im Bielatal weiter Richtung Schweizermühle, bis nach rechts die Markierung grüner Punkt zum Bielablick hinaufführt. Rechts ragen als dünne Felstürme die Herkulessäulen auf and weitere skurrile Felsen begleiten unseren Weg durch eine Felsengasse mit Felsentor bis zur Aussicht Bielablick. Hier können wir die Aussicht zur anderen Seite des Bielatales mit der Johanniswacht genießen. Dann setzen wir unsere Wanderung auf einem bequemen Waldweg fort.
Auf Steinstufen geht es schließlich hinab, wir stoßen auf eine Straße, schwenken hier nach rechts und folgen der Markierung gelber Punkt zum Wetterfahnenfels und zur Bastei, beides Felsvorsprünge, die ebenfalls Ausblicke in das Bielatal ermöglichen. Wir steigen von der Bastei ab und erreichen auf der Bielatalstraße wieder unseren Ausgangspunkt.

GEHZEITEN.
Schweizermühle – Ottomühle 1 Std. – Grenzplatte 11/2 Std. – Ottomühle 3/4 Std. – Schweizermühle 1 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied163 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBielatal, Schweizermühle
EndpunktBielatal, Schweizermühle
TourencharakterDas Bielatal ist ein kleines Wandergebiet im südwestlichen Zipfel der Sächsischen Schweiz. Hier stehen 90 Klettergipfel dicht beieinander. An Wochenenden wimmelt es vor allem im Gebiet um die Schweizermühle und die Ottomühle von Kletterern, die auf rund 320 Wegen die Felsenwelt »erobern« wollen. Aber auch Wanderer kommen hier auf ihre Kosten, denn schöne Wege führen zu verschiedenen Aussichtspunkten, die zum Schauen und Verweilen einladen.
Hinweise
URZEITLICHE FELSSCHICHTUNG. Die Felsen im Bielatal zeigen die Schichtung des Sandes am Grund des Urmeeres besonders deutlich. Sehr schöne Beispiele findet man u.a. am Weg zwischen der Johanniswacht und dem Bielablick, wo das Schichtgefüge gut erkennbar ist. Auch stark zerklüftete und poröse Partien in gelblich-ockerbrauner Farbe fallen längs des Weges auf.
KartentippTopografische Karte 1 - 25000 mit Wanderwegen des Landesvermessungsamtes Sachsen, Blatt 44
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A4 oder A13 bis zur Anschlussstelle Dresden Altstadt und durch Dresden Richtung Pirna oder bis Autobahndreieck Dresden-West, auf der A17 bis Anschlussstelle Pirna und auf der B172 über Pirna bis Königstein, hier Richtung Bielatal. Mit der S-Bahn bis Königstein und weiter per Bus
GastronomieBielatal - Gasthof & Herberge Ottomühle, Tel. 035033/76800; Imbiss bei der Schweizermühle
Tipps
EINKEHR-TIPP. Erstmals erwähnt wird die Ottomühle im Bielatal mit ihrem damaligen Besitzer Hans Adam im Jahre 1548. In der Folgezeit weisen mehrfache Umbenennungen z.B. in Zaunknechtsmühle, »Geißler Samig’s Mühle«, Glasergrundmühle oder Schinkenmühle auf wechselnde Eigentümer hin. Im Jahre 1880 erwarb Max Julius Otto die Mühle und errichtete daneben eine Ausflugsgaststätte. Schon bald war die »Ottomühle« weithin bekannt und ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Kletterer. Im 20. Jahrhundert zwischenzeitlich als Ferienheim genutzt, wurde sie ab 1999 umgebaut und 2002 als Herberge neu eröffnet. Seit 2005 lädt auch wieder die Gaststätte mit schönem Biergarten zur Rast ein und bietet deftige Speisen zu günstigen Preisen.
Informationen
ERZHÜTTEN IM BIELATAL. Im Bielatal blühte bereits im Mittelalter die Verarbeitung von Eisenerz, das in Hütten geschmolzen wurde. Gleichzeitig nutzte man in den Hammerwerken die Wasserkraft zum Schmieden. Alte Ortsbezeichnungen wie Hammerweg, Hammerbach oder Hammergut erinnern bis heute an diese Zeit. In Brausenstein kann man direkt an der Bielatalstraße einen Blick auf einen historischen Hochofen werfen, der um 1700 betrieben wurde.
Unterkunft
Bielatal - Landhaus Bielagrund an der Kleinen Bastei, Schweizermühle 4, Tel. 0351/2815629, www.Landhaus-Bielagrund.de; Gasthof & Herberge Ottomühle, Tel. 035033/76800, www.ottomuehle.de
Tourismusbüro
Fremdenverkehrsamt OT Bielatal, Schulstr. 1, 01824 Rosenthal-Bielatal, Tel. 035033/70291, fremdenverkehrsamt@rosenthal-bielatal.de, www.rosenthal-bielatal.de
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