Im Aargranit

Lohnende Hüttenwanderung in die Granitlandschaft um den Gelmersee. Familien mit (unerschrockenen) Kindern unternehmen einen Spaziergang um den See, verbunden mit der atemberaubend steilen Seilbahnfahrt. (Autor: Eugen E. Hüsler)
5 km
820 m
5.00 h
Zum Stausee Der gut markierte Weg hat seinen Ausgangspunkt beim Parkplatz Chüenzentennlen (1596 m); er führt gleich oberhalb der Grimselstraße am seichten Stockseeli vorbei, ehe er die Felsbarriere über dem Hinteren Stock (1645 m) ansteuert. Granitstufen erleichtern den Aufstieg in dem Steilgelände; von der kleinen Anhöhe oberhalb des Gelmerstutz genießt man packende Tiefblicke auf die Passstraße. Beim anschließenden Spaziergang über die Betonsperre des Gelmersees (0.45 Std.) kommt dann auch das Wanderziel ins Blickfeld, und hinter der Gelmerhütte ragt der felsige Kamm von Gwächten- und Diechtenhorn (3389 m) in den blauen Himmel.Hinauf zur Hütte Der Westuferweg ist teilweise aus dem Granit gehauen; etwas ausgesetzte Passagen sind gesichert. Im Undrists (= unterer) Diechter, am Nordende des Stausees, beginnt der eigentliche Hüttenanstieg: gut anderthalb Stunden im Zickzack über den steinigen Hang. Zur Linken hat man den Diechterbach, der in zahlreichen Kaskaden über den vom Gletschereis glatt geschliffenen Fels herabstiebt, darüber erheben sich die schroffen Zacken der Gelmerhörner (2631 m). Nach einer Linksquerung unter Felsbalmen ist die schön gelegene Gelmerhütte (2412 m; 3 Std.) erreicht. Von der Terrasse bietet sich ein packender Tiefblick auf den Stausee, und über dem südlichsten Zacken der Gelmerhörner zeigt sich der höchste Berner, das Finsteraarhorn (4274 m).Abstieg Grundsätzlich auf dem Anstiegsweg, wenn man sich nicht dem Drahtseil der Gelmerbahn anvertrauen möchte. Alternativ bietet sich auch der ostseitige Seeuferweg an – nur ein kleiner Umweg.

Gesamt 5 Std.

Chüenzentennlen – Gelmersee 0.45 Std., Gelmersee – Gelmerhütte 2.15 Std., Abstieg auf der gleichen Route 2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied820 m
Dauer5.00 h
StartortGuttannen (1057 m)
AusgangspunktBushalt und Parkplatz Chüenzentennlen (1596 m) an der Grimselstraße
EndpunktBushalt und Parkplatz Chüenzentennlen (1596 m) an der Grimselstraße
TourencharakterWer durch das Oberhasli hinauffährt zum Grimselpass, bekommt den Gelmersee (1849 m) nicht zu Gesicht. Denn im Gegensatz zu Räterichsboden- und Grimselsee, die unmittelbar an der Passstraße liegen, versteckt er sich hoch in einem Seitental zwischen dem Schoibhoren und den (bei Kletterern beliebten) Gelmerhörnern (2631 m). Er ist Teil der Kraftwerkslandschaft am Oberlauf der Aare und ihrer Quellbäche. Die Betonmauer des 13 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Speichers wurde 1932 fertiggestellt, zusammen mit dem Kraftwerk Handegg I. Für den Materialtransport zur hoch gelegenen Baustelle diente ein Schrägaufzug. Er wurde 2001 komplett erneuert und wird seither touristisch genutzt. Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von 448 Metern und weist eine maximale Steigung von 106 % auf. Damit ist die Gelmerbahn die steilste ihrer Art im gesamten Alpenraum! Und das merkt man vor allem bei der Talfahrt, die echte Achterbahngefühle vermittelt.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 255 T
MarkierungenGelbe Wegzeiger, weiß-rot-weiße Markierungen
VerkehrsanbindungDer Ausgangspunkt der Wanderung liegt an der Grimsel-Passstraße, wenig oberhalb von Handegg. Buslinie Meiringen–Grimselpass
GastronomieGelmerhütte, Mitte Juni bis Mitte Oktober, Tel. +41(0)33/973 11 80
Tipps
HEIDELBEEREN UND EIN FEINESBERNER DESSERT Heidelbeersträucher säumen den Weg zum Gelmersee, vor allem in der Umgebung des seichten Stockseelis. Die kleinen blauen Früchte kennt man als Kon?türe oder Joghurt; eine Berner Spezialität mit Heidelbeeren ist der Heitisturm. Ingredienzen sind neben den Heidelbeeren Weißbrot, Butter und Weißmehl, Zucker, Zimt und Rahm. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Brot entrinden, in kleine Würfel schneiden, in Butter goldbraun backen; Mehl ebenfalls braun rösten. Die Heidelbeeren waschen, dann mit Brotwürfeln, Zucker und Zimt dem gerösteten Mehl beigeben, die Sahne steif schlagen und darunterziehen. Den Heitisturm zusammen mit zwei Eiskugeln anrichten, mit Pfefferminzblättern garnieren und mit Puderzucker bestäuben. Voilà!
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