Hundstalalm (Inzinger Alm)

Breiter Forstweg von Inzing-Berg (offiziell Fahrverbot) zur Hundstalalm. Karrenweg bzw. Steig von der Alm zum See. Steig von der Alm zum Roßkogel. Der Steig zum Roßkogel leitet im oberen Abschnitt sehr steil und etwas ausgesetzt zum Gipfel. Es empfiehlt sich, die Roßkogel-Tour über zwei Tage zu verteilen. Inzinger Berg (rund 900 m) – Hundstalalm (1641 m) – Hundstalsee (2287 m) bzw. Roßkogel (2646 m) – und zurück. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
23 km
1890 m
6.00 h
Von Inzing-Berg zur Hundstalalm Der Fahrweg führt vom Inzinger Berg zunächst in mehreren Serpentinen im Wald nach oben. Die Strecke wird in dem Bereich im Winter als Rodelbahn genutzt. Wir gelangen in Folge bald ins Hundstal mit dem Enterbach. Hier verläuft der Weg zunächst entlang der orografisch rechten Bachseite, in rund 1350 Meter Höhe wird der Bach überquert, fortan geht's an der gegenüberliegenden Talseite in Richtung Hundstalalm. Untrügliches Zeichen dafür, dass das Ziel nur noch einen Katzensprung entfernt liegt, ist der kleine Parkplatz, wo an schönen Wochenenden zahlreiche gehfaule Almbesucher ihre Autos abstellen. Von hier 5 Minuten eben bzw. abwärts zur Alm. Von der Hundstalalm zum Hundstalsee Um zu dem prächtigen Gebirgssee zu gelangen, wandern wir zunächst vom Almhaus auf dem Karrenweg in Richtung Südwesten. Wenig später wechseln wir zum markierten Steig, der bis zum Ziel nicht mehr verlassen wird. Bald muss ein stellenweise recht feuchtes Steilstück überwunden werden, in Folge geht es durch prächtiges Almgebiet direkt nach oben zu der kleinen Jägerhütte auf einem Plateau. Die Lache hier ist noch nicht der See, dieser liegt eine Stufe höher. Die Route zum Hundstalsee ist im Mittelteil recht steil und führt im Prinzip fast durchwegs entlang dem Seebach zum Ziel. Ab der winzigen privaten Hütte und der kleinen Almlache geht es bis knapp vor Schluss recht eben dahin. Achtung - Die insgesamt rund 1400 Höhenmeter ab Inzing-Berg erfordern ordentlich Puste! Abstieg nach Inzing-Berg Wie Aufstieg. Von der Hundstalalm zum Roßkogel Direkt gegenüber des Almhauses beginnt nach der Überquerung des Bachs bei der kleinen Kapelle der Steig, der zunächst nur mäßig ansteigend talauswärts durch den Wald in Richtung Osten leitet. In Folge geht es etwas direkter nach Süden und auf die sumpfigen Wiesen des Krimpenbachsattels. Hier klettern wir über den Weidezaun, folgen der Beschilderung „Roßkogel“ und wandern anschließend über den breiten Rücken nach Südwesten. Der Rücken wird bald steiler, zieht immer weiter nach Süden und mündet schließlich in den Nordgrat des Roßkogels. Der Grat gewinnt ebenfalls zunehmend an Steilheit. Knapp vor dem Gipfel überquert der Steig eine Rinne und führt die letzten Meter von Osten zum schönen Kreuz. Abstieg nach Inzing-Berg Wie Aufstieg. Der Seeabstecher Der Hundstalsee liegt einsam und verschont von Menschenmassen in einem Kessel. Im Prinzip ist er ein Nachbar des von der Flaurlinger Alm erreichbaren Taxersees, davon lediglich durch die Schlossköpfe getrennt. Das idyllische und glasklare Gewässer stellt einen ideal Platz dar, um die Seele baumeln zu lassen. Als unbedarfter Besucher wundert man sich vermutlich über das – offensichtlich von Menschenhand geschaffene - Gebilde aus Steinen am südlichen Rand. Künstler aus dem nahen Oberperfuss haben es errichtet. Nicht ganz zur Freude der Jägerschaft. Der Gipfelabstecher Der Roßkogel ist ein markanter, von der Landeshauptstadt Innsbruck und dem Inntal aus gut sichtbarer Gipfel in den nördlichen Stubaier Alpen. Er ist ein prächtiger Aussichtsberg. Vom höchsten Punkt genießt man fantastische Blicke nach Süden in die Welt der Stubaier Eisriesen. Praktisch direkt gegenüber ragt der markante Lüsener Fernerkogel empor. Bloß schade, dass unterhalb und westlich des Gipfels riesige TV-Sendeanlagen errichtet sind. Der Grat, über den die Route zum Krimpenbachsattel verläuft, bietet zwar genügend Platz und ist Gehgelände – unterschätzen sollte man ihn allerdings nicht.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied1890 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktInzinger Berg, Beginn der Forststraße zur Hundstalalm (offiziell Fahrverbot; spärliche Parkmöglichkeiten beim Ausgangspunkt).
TourencharakterDie Hundstalalm, die vielen eher als Inzinger Alm geläufig ist, zählt zu den bekanntesten Tiroler Almen. Ihren hohen Bekanntheitsgrad verdankt sie nicht ihrer ohne Zweifel prächtigen Lage in einem einsamen Kessel oberhalb des Inntals. Nein, sie erlangte im Jahre 1969 bei einem spektakulären Naturereignis traurige Berühmtheit. Damals vermurte der Enterbach große Teile von Inzing, mehrere Menschen starben. Der Enterbach fließt unmittelbar am Almhaus vorbei und durch das Hundstal hinaus. Die Almböden rundherum bildeten das Einzugsgebiet für all das Wasser, das dem Wildbach seine vernichtende Kraft verlieh. Deshalb „zieren“ heute mehrere Verbauungen die Gebirgslandschaft. Angesichts des Nutzens, den sie bringen, sollte man sie einfach übersehen. Außerdem gehen sie ohnehin inmitten des großartigen Kessels optisch unter. Die Hundstalalm ist eine gemischte Alm. Hier weiden in jedem Sommer ungefähr 120 Stück Galtvieh und etwa 50 Kälber. Im Stall sind 30 Milchkühe untergebracht, außerdem tummeln sich 15 Rösser auf den Weiden. Schließlich dürfen die 300 Tiroler Bergschafe nicht vergessen werden, die sich die Wiesen mit den anderen Tieren teilen. Der Stall steht direkt neben dem Almhaus. Ein Stück weiter oben, unterhalb des 2419 Meter hohen Brechtens, befindet sich freilich noch ein zweites - altes - Stallgebäude, das der Hirte bei Schlechtwetter nutzt. Das Wohnhaus daneben ist verfallen. Zwischen beiden „Stützpunkten“ gibt es außerdem das so genannte Alpl. Früher gehörte diese kleine Hütte zur Alm, heute wird sie unter anderem von der Bergwacht bewohnt. Also Vorsicht - Bloß keine verbotenen Pflanzen abreißen! Ungestraft kann man hingegen den leckeren Käse der Sennerin verkosten. Nicht weniger als zehn verschiedene Sorten erzeugt sie während des Sommers. Der erste Frischkäse steht üblicherweise bereits Mitte Juni zum Probieren bereit.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte Stubaier Alpen Sellrain, 31/2, 1 - 25.000 und 31/5, Innsbruck-Umgebung, 1:50.000.
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn A 12 bis zur Ausfahrt Zirl/West. Dann auf der Landesstraße (Salzstraße) in westliche Richtung in den Dorfkern von Inzing im Oberinntal. Beim Gasthof Krone nach Süden abbiegen und in Folge der Beschilderung „Inzinger Alm“ folgen. Auf der Westbahnstrecke bis zum Bahnhof Inzing.
GastronomieHundstalalm (1641 m), bewirtschaftet zwischen Mitte Mai und Mitte September (je nach Witterung auch an den Wochenenden bis Mitte Oktober), Übernachtung möglich. Tel. - ++43/(0)664/2563275.
Tipps
Der Tipp für Kinder Direkt gegenüber des Almhauses befindet sich ein kleiner Tümpel, der zum Spielen einlädt (natürlich unter den wachsamen Augen der Eltern). Dabei schlüpft Bast, der kinderfreundliche Hund des Hirten Stefan, gern in die Rolle des Spielgefährten. Das Tier hat eine Vorliebe dafür, die Fische, die manchmal in dem Teich herumschwimmen, ganz genau zu beobachten. Die Fische fressen kommt für den gutmütigen Boarder-Collie nicht in Frage. Im Gegenteil - Er passt auf sie auf, behirtet sie sozusagen. Kurzweil für Kids garantiert.
Informationen
Dauer - Vom Ausgangspunkt zur Hundstalalm rund 2 Std., von der Hundstalalm zum Hundstalsee rund 1 1/2 Std. bzw. von der Hundstalalm zum Roßkogel rund 2 1/2 Std.; Abstieg vom Hundstalsee zum Ausgangspunkt 2 3/4 Std.; Abstieg vom Roßkogel zum Ausgangspunkt 3 1/2 Std.; Gesamtgehzeit rund 6 Std. (Variante See) bzw. 8 Std. (Variante Roßkogel); Entfernungskilometer: 6 Kilometer vom Ausgangspunkt zur Hundstalalm.
Tourismusbüro
Tourismusregion tirolmitte, Kohlstatt 1, Tel.: ++43/(0)5238/88121, Fax: 87613; E-Mail: inzing@netway.at