Hohgant

Lange und anstrengende Tour, die eine solide Kondition erfordert. Sie kann auch wie unten skizziert ohne großen »Erlebnisverlust« gekürzt werden. Am Südkamm und vor allem in der ausgesetzten Querung unter dem Aff ist Trittsicherheit erforderlich. Gleiches gilt für den Übergang zum Furggengütsch. In der Kehle hält sich zudem bis in den Juni hinein ein Schneefeld. Bei der Überschreitung nach Westen ist ein guter Orientierungssinn erforderlich, da dort die Wege nicht immer markiert sind. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
19 km
1100 m
7.00 h
Aufstieg Von der Post in Habkern (1068 m) talein dem Wegweiser in Richtung Hohgant folgen. Kurz nach der großen Brücke zweigt der Wanderweg links ab und führt westlich an Bolsiten vorbei. Weiter oben geht’s kurzzeitig die Straße entlang und später oberhalb eines Tobels bis zu einer Abzweigung bei P. 1294 m. Laut Wanderkarte führt der Anstieg von hier nach rechts. Die neue Markierung zeigt jedoch nach links und man gelangt so zur traumhaft gelegenen Alp Heubühlen (1333 m). Hier lässt es sich wunderbar rasten und einkehren, obendrein kann man noch Alpkäse kaufen. Nun zunächst wieder auf einem Fahrweg, an den Hütten der Bolsitenallmi (1468 m) vorbei zur Widegg (1706 m) und über den gleichnamigen Kamm zum Sattel von Stand (1738 m). Hier beginnt der eigentliche Anstieg zum Hohgant, der zunächst noch auf dem freien Rücken bleibt, weiter oben dann durch lichten Wald und Buschwerk führt, welches zum Teil mit Karren durchsetzt ist. Der Weg holt nach rechts aus, um teilweise recht steil die große Blockhalde unterhalb der Steinigen Matte zu erreichen. Zunächst mitten durch die Block - halde, dann rechts ausholend wird der steilste Felsaufschwung umgangen. Noch eine weitere Blockmulde ist zu durchqueren, dann geht’s über die flachen Wiesen dem großen Gipfelsteinmann auf der Steinigen Matte (2163 m) entgegen. Von dort geht der Blick im Norden über die grünen Anhöhen des Emmentals und über das Mittelland zum Jura. Im Süden stehen die Berner Hochalpen wie ein künstliches Panorama aufgereiht. Darunter ist sogar ein kleines Stück Thunersee zu erkennen. Besonders schön zeigt sich der Grat zum Furggengütsch mit den Türmen der »Drei Bären«. Abstieg Vom Gipfel den Markierungen in westlicher Richtung folgend zunächst durch Blockfelder, später über Wiesenmatten hinab bis in den Sattel vor dem Aff. Die folgende Querung ist recht ausgesetzt. Vorsicht, das Weglein ist schmal und zum Teil nach außen geneigt! Es führt in den nächsten Sattel, P. 1959 m. Hier lässt sich im Gras eine schwache Wegspur erkennen, die links hinableitet. Weiter unten zwischen den Karren finden sich dann auch wieder vereinzelte Markierungen, die zur Alp Innerbärgli (1814 m) führen. Kurz unterhalb der Alphütte nach links auf einen Boden hinab. Ab hier ist der Weg wieder deutlicher ausgeprägt. Durch den Wald, teilweise mit Gegensteigungen, gelangt man nach Haglätsch (1732 m). Hier wendet man sich rechts (es sei denn, man muss zum Auto beim Parkplatz Schwarzbach, dann kurz weiter geradeaus bis zum Sattel von Stand). Nun geht es rasch und teilweise steil hinab bis nach Traubach (1349 m). Ab hier gibt es keinerlei Orientierungsprobleme mehr, denn der Weiterweg führt auf der Straße direkt nach Habkern. Variante Vom Autoparkplatz Schwarzbach (ca. 1590 m) zunächst der Straße folgen. Bei P. 1693 m (rechts großes Haus) links ab und zum Sattel von Stand (1738 m). Von hier weiter wie oben beschrieben. Gesamtgehzeit ca. 4.30 Std., 573, T 3+.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHabkern (1068 m), Bushaltestelle und Parkplätze
EndpunktHabkern (1068 m), Bushaltestelle und Parkplätze
TourencharakterDer Hohgant ist nicht einfach nur ein Berg – er ist fast schon ein kleines Gebirge. Isoliert von den anderen Voralpenbergen beherrscht er wie kein Zweiter die grünen Hügel des Emmentals. Von den unzähligen Voralpengipfeln ist er vielleicht der spannendste und sagenumwobenste. Im SAC-Führer »Alpinwandern zwischen Saane und Reuss« ist ihm ein sehr lesenswertes Kapitel gewidmet. Abwechslungsreich und vielseitig ist auch das Angebot an Wanderwegen. Hier wird eine vor allem konditionell anspruchsvolle Überschreitung der Steinigen Matte, der zweithöchsten Erhebung des Hohgant, vorgeschlagen. Wer es gemütlicher haben möchte, der fährt mit dem Pkw von Habkern via Lombachalp biszumletzten Parkplatz bei Schwarzbach (siehe Variante). DenhöchstenPunktdesHohgant, den Furggengütsch (2197 m), erreicht man von der Steinigen Matte mit einem Gegenanstieg in ca. 30 Min. Vorsicht bei Schneefeldern!
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, 254 T Interlaken; 1:25 000, 1208 Beatenberg.
MarkierungenBAW-Wegweiser und weiß-rot-weiße Markierung. Abstieg von der Steinigen Matte bis zur Alp Innerbärgli nur teilweise markiert.
VerkehrsanbindungPTT-Bus von Interlaken nach Habkern, gut ausgebaute Straße von Interlaken.
GastronomieAlp Heubühlen, Tel. +41/79/208 96 31, www.habkern.ch/verkehr/heub.html
Unterkunft
Alp Heubühlen, Tel. +41/79/208 96 31, www.habkern.ch/verkehr/heub.html
Tourismusbüro
Habkern Tourismus, CH-3804 Habkern, Tel. +41/33/843 13 01, www.habkern.ch