Hoher Ifen und Gottesackerplateau

Der Aufstieg zum Hohen Ifen verlangt Trittsicherheit, die teils weglose Überquerung des Gottesackerplateaus Orientierungssinn. Bei schlechter Sicht sollte man das Gottesackerplateau unbedingt meiden. Der Hohe Ifen bietet eine herrliche Rundumsicht, und auf dem Gottesackerplateau kann man die bizarre Welt einer hochalpinen Karstlandschaft erleben. Beim Abstieg passiert man ein rekonstruiertes Lager steinzeitlicher Jäger, das vor einigen Jahren nahe der Schneiderkürenalpe entdeckt wurde. (Autor: Bernhard Irlinger)
12 km
770 m
5.00 h
Von der Bergstation des Sessellifts »Ifen 2000« (1586m) gehen wir (Wegweiser Hoher Ifen, Gottesackerplateau) zur nahen Ifenhütte. Nun auf geteertem Wanderweg in Serpentinen steil aufwärts und dann auf einem Bergsteig durch das Ifenmulde genannte Tal zu einer Weggabelung. Wir nehmen den linken Weg (Wegweiser Hoher Ifen), der durch das Tal zu einer Wegverzweigung führt. Wir halten uns abermals links und an der nächsten Gabelung wiederum links (Wegweiser Hoher Ifen) und steigen durch einen steilen Geröllhang zu einer Wegkreuzung am Fuße der Ifenmauer genannten Wände hinauf. Hier links in die gestufte Wand, durch die uns ein teilweise seilgesicherter Weg zur Hochfläche bringt. Der Weg biegt nach rechts und leitet uns durch Bergwiesen aufwärts zu einer Wegkreuzung, von der wir geradeaus (Wegweiser Hoher Ifen) zum Kreuz auf dem Gipfel des Hohen Ifen (2229m) hinaufwandern.
Vom Gipfel steigen wir auf bekanntem Weg wieder bis zur Wegkreuzung am Fuß der Ifenmauer ab. Hier nicht auf dem Aufstiegsweg nach rechts, sondern geradeaus auf dem gelb markierten Steig durch die Schutthänge abwärts. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir eine Wegspur. Auf ihr kurz rechts hinab und dann links aufwärts bis vor die bewirtschaftete Bergadler-Hütte am oberen Ende des Schlepplifts. Wir folgen an der Gabelung dem Weg (Wegweiser Gottesackerplateau), der links auf die Karrenfelder des Gottesackerplateaus führt. Wir wandern entlang den ausgezeichneten gelben Markierungen über ein erstes Karrenfeld und steigen schließlich über Metallklammern auf einen niedrigen Rücken. Über Kalkfelsen, Bergwiesen und durch Latschenfelder, vorbei an schmalen Spalten und tiefen Dolinen, führt uns der schmale Steig im Auf und Ab über das bizarre Plateau zu einer Wegkreuzung an der verfallenen Gottesackeralpe. Wir halten uns rechts (Wegweiser Kleinwalsertal) und wandern durch ein eigenartiges Karsttal hinab zur Jagdhütte auf der Schneiderkürenalpe. Hier wurde vor wenigen Jahren unter überhängenden Felsen ein Lagerplatz steinzeitlicher Jäger und Hirten entdeckt, der nach den archäologischen Ausgrabungsarbeiten rekonstruiert wurde. Nur anfangs steil führt uns jetzt der Steig durch den Hochwald abwärts. Wir überqueren eine erste Forststraße und erreichen eine weitere Forststraße, die uns links nach Unterwald hinab führt. Dort auf der schmalen Teerstraße nach rechts (Wegweiser Auenhütte, Ifen) und an der nächsten Kreuzung geradeaus. Auf der Straße wandern wir kurz aufwärts und an der Gabelung links (Wegweiser Auenhütte) zu den Häusern von Oberwald. Hier finden wir rechts einen geteerten Fußweg (Wegweiser Auenhütte), der steil aufwärts führt. Kurz nach dem Bergheim Wäldele wechseln wir geradewegs auf einen breiten Weg, der uns über eine bewaldete Kuppe zum Parkplatz an der Talstation des Sessellifts bringt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied770 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDie Berg- bzw. Talstation des Sessellifts »Ifen 2000«.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDer eigenwillig aus mächtigen, schräg gestellten Kalkbänken aufgebaute Hohe Ifen bietet dem Wanderer herrliche Weitblicke. Nach der Gipfelbesteigung entführt uns der Weg über die aus kreidezeitlichen Kalken aufgebaute Karstfläche des Gottesackers in eine bizarre Welt aus messerscharf ziselierten Karren, tiefen Schlünden und geheimnisvollen Höhlen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50000 des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Blatt Allgäuer Alpen.
MarkierungenWanderwegweiser und Farbmarkierungen.
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der B19 durch das Iller- und das Kleinwalsertal nach Riezlern. Am südlichen Ortsrand von Riezlern ab der Breitachbrücke Zufahrtsstraße zur Talstation des Sessellifts »Ifen 2000«. Bahnanschluss in Oberstdorf. Von Oberstdorf Busverbindung nach Riezlern im Kleinwalsertal, von dort Busse zur Talstation des Ifenlifts.
GastronomieIn der Ifenhütte, der Bergadler-Hütte und in Unterwald.
Tipps
Das Gottesackerplateau. Auf einer Fläche von 9km2 dehnt sich eine der eigenwilligsten Landschaften der Allgäuer Alpen: das Gottesackerplateau. Das Plateau wie auch das angrenzende Ifenmassiv werden großteils durch Schrattenkalke aufgebaut, die vor ca. 100 Millionen Jahren im Kreidemeer abgelagert wurden. Wasser formte aus dem löslichen Gestein im Laufe der Zeit eine typischen Karstlandschaft. Bizarre Rillen und Karren überziehen die Gesteinsoberfläche und durch Dolinen und Schlünde wird das Regenwasser in den ausgehöhlten Untergrund geleitet. Eine überraschende Vielzahl seltener Pflanzen findet auf der ausgetrockneten, sonnenüberfluteten Hochfläche in Rissen und Spalten eine Nische zum Überleben.
Unterkunft
Im Kleinwalsertal und in der Ifenhütte neben der Bergstation.
Tourismusbüro
Kleinwalsertal Tourismus, Tel. 0043/(0)5517/51140; www.kleinwalsertal.de

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