Hoher Dachstein, 2995 m

Natürlich ist das etwas geschummelt, den Hohen Dachstein mit in diese Vorstellung der Dreitausender der Alpen zu stecken. Denn ein paar Meter fehlen schon bis zur vollen 3000, zumindest wenn wir den realen natürlichen Fußboden rechnen. Aber wenn man es genau nimmt, ist der Hohe Dachstein doch ein echter Dreitausender. (Autor: Richard Goedeke)
6 km
400 m
2.00 h
In nördlicher Richtung Steig zur Dachstein- Südwandhütte, dann rechts den Klettersteig streckenweise steil hinauf zur Hunerscharte (2602 m). Nun auf dem gutartigen, obersten Firn des Hallstädter Gletschers in nordwestlicher Richtung weiter, um den riesigen Kolk beim Dirndl herum und an der Dachsteinwarte vorbei zum Fuß der Nordostwand des Hohen Dachsteins. Vorsichtig über die Randkluft und dem installierten Eisen nach entweder geradeaus hinauf oder zuerst nach links bis zur Schulter des Westgrates und danach auf einem Band zur Rinne des Gipfelaufbaus. Neben dieser Rinne hinauf zum Gipfel.

Hochtour
3000er Gipfeltour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied400 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Türlwandhütte
EndpunktHoher Dachstein
TourencharakterMit Besteigung bis zum allerhöchsten Zipfel-Material erreichen wir die 3000-Meter-Marke – das sicher nicht ganz zufällig monumentale Gipfelkreuz macht's möglich ... Und was die topografische Prominenz angeht, da wird er nur von ganzen zwei Gipfeln dieses Büchleins übertroffen. Von solchen Rechnereien jedoch abgesehen ist dieser Berg schlichtweg ein Prachtstück, mit seinem Glitzergletscher, seiner jähen, 800 m tief abbrechenden Südwand und seinem fantastischen Blick auf die im Süden aufgereihten Eisgipfel der Hohen Tauern. Und wenn wir vor Tau und Tag bei der Türlwandhütte am Fuß der Südwand losgehen und auf dem teilweise intensiv versicherten, landschaftlich großartigen Steig wacker ausschreiten, dann können wir noch vor den vielen Seilbahnbenutzern am Gipfel sein und den Berg als individuelles Erlebnis haben. Die erste Besteigung des Hohen Dachsteins wurde von 1810 an immer wieder versucht, gelang aber erst 1832 dem Filzmooser Peter Gappmayr, der dann auch zwei Jahre später den Gelehrten Peter Carl Thurwieser als ersten Touristen zum Gipfel führte. Die erste Route durch den rechten Teil der Südwand eröffneten Eduard Pichl, F. Gams und F. Zimmer 1901. Die erste direkte Durchsteigung über den »Steinerweg« gelang den Brüdern Georg (»Irg«) und Franz Steiner am 22. September 1909. Dabei ließ sich der vorweg Kletternde beim Balanceakt der heiklen Querung des Steinerbandes vom Bruder mit Hilfe einer mitgeführten Stange an den Fels drücken …
Hinweise
Siehe Tour 141 in Karte.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blatt 14 Dachsteingruppe.
VerkehrsanbindungÜber die Salzburger Autobahn bis Eben, dann in Richtung Ramsau über Filzmoos zur satt ausgeschilderten Abzweigung der Stichstraße zur Dachsteinbahn und hinauf zum geräumigen Parkplatz bei der Türlwandhütte (1695 m).
Tipps
Aussicht. Im Süden die Hohen Tauern, im Westen nebenan der Hohe Torstein. In der Tiefe als Werk der eiszeitlichen Gletscher die gewaltigen Ausraumzonen der weiten Täler, die noch vor lumpigen 15000 Jahren mit ihrer Gletscherfüllung um einige Klassen eindrucksvoller, aber auch weniger lieblich grün aussahen. Beim Rückweg den Abstecher zur Dachsteinwarte zu machen und auch den Nahblick in die pralle Südwand aufzunehmen – das rundet das Bild ab.
Informationen
Schwierigkeit. Insgesamt F (leicht), mit Kletterstellen I (leicht) und A0. Mühen: Vom Tal Gipfelaufstieg 1300 mH (5 Std.), ab Bergstation Seilbahn 400 mH (11/2 Std.). Gefahren: Vorsicht am Gletscher allemal ratsam, besonders an der Randkluft. Sonst gehen Gefahren vor allem von anderen gleichzeitig steigenden Leuten aus. Ein Helm erlaubt größere Gelassenheit. Am Gipfel sollte man auch nicht vergessen, dass die Kletterer in der Südwand sich freuen, wenn man ihnen keine Abfälle oder Unverträglicheres auf die Köpfe wirft. Freuden: Ein gewaltiger Panoramaberg. Spezialführer: End, AVF Dachsteingruppe, Bergverlag Rother, München.
Höchster Punkt
Hoher Dachstein, 2995 m
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