Hoher Angelus (3521 m)

Hochalpine Tour, eine der anspruchsvollsten in diesem Buch, sehr von den Verhältnissen abhängig, evtl. Pickel und Steigeisen nötig, eine Kletterstelle (II) (Autor: Dieter Seibert)
Zur Düsseldorfer Hütte (1.30 Std.).
Mit dem Kanzellift zur Bergstation (2348 m) und auf breitem Weg mäßig steigend durch die Grashänge nach Norden, dann quer über ein riesiges Blockfeld und schließlich über Matten zur längst sichtbaren Düsseldorfer Hütte.
Auf den Hohen Angelus (2.45 Std.).
Von der Hütte in das nahe Tälchen hinab und im tiefsten Einschnitt ein Stück am Bach entlang zu einem ganz in Schutt gebetteten See. Über Böden mit Geröll, dann steiler in dem Moränenblockwerk auf einen Rücken und über eine Stufe an den Felsfuß neben dem Abbruch des nördlichen Zaiferners. Rechts der Kante in der anfangs sehr steilen Felsflanke (I, eine Stelle II; Drahtseile) empor, dann über eine Trümmerhalde auf eine Gratecke. Neben fast senkrechten Abbrüchen zum Gletscher und über grobes Blockwerk auf den nächsten Absatz. Jetzt über feineren Schutt oder links daneben im Schnee zum obersten Grat. Bei gutem Firn problemlos an den Felsen entlang, sonst auf der Schneide über große Blöcke.
Abstieg (2 Std.) auf der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSulden (1866 m), seit ein- hundert Jahren berühmter Bergsteiger- ort in einem schon etwas kargen Hochtal mit ganz großer Bergkulisse (etwa Königspitz-Nordwand)
AusgangspunktSulden (1866 m), Talstation des Kanzellifts
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEin außergewöhnlicher Hüttenwirt hat die Gipfel rund um seinen Stützpunkt mit außergewöhnlichen Steigen erschlossen. So wurde die Düsseldorfer Hütte zur Nummer eins, wenn es um Dreitausender mit Weg geht. Im Uhrzeigersinn von Westen bis Südosten werden die Gipfel immer höher, steigen die Anforderungen bei den Aufstiegen. Der Häuptling im Revier ist die Vertainspitze (3545 m, 3.30 Std.), die von der Hütte aus nur ein wirklich erfahrener Bergsteiger über eine Art Klettersteig erreichen kann. Deutlich einfacher geht es über die Route auf den kaum kleineren Nachbarn, den Hohen Angelus, der über einem dunklen, schrägen Felsstreifen als weißer, abgerundeter Gletschergupf aufragt. Natürlich handelt es sich hier nicht um einen richtigen Weg. Doch an der beeindruckenden Felsflanke zwischen 3070 und 3200 Meter Höhe helfen Drahtseile an den steilsten Passagen, aber es gibt auch ungesicherte Stellen mit leichter Kletterei. Besonders im oberen Teil des Aufstiegs hängen die Bedingungen dann sehr stark von den Verhältnissen ab.
Hinweise
Siehe Tour 40 in Karte.
KartentippTabacco-Karte, Blatt 08 (Ortlergebiet)
VerkehrsanbindungÜber den Reschenpass oder durch das Vinschgau nach Prad und durch das Suldental 19 km nach Sulden
GastronomieDüsseldorfer Hütte (2721 m), CAI, 70 Schlafplätze, Tel. - 0473/613115
Höchster Punkt
Hoher Angelus (3521 m)
Unterkunft
Düsseldorfer Hütte (2721 m), CAI, 70 Schlafplätze, Tel. - 0473/613115

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