Hofmannspitze (3112 m)

Bergwege ohne felsige Stellen, die jedoch etwas Aufmerksamkeit bei der Orientierung (besonders beim Abstieg) erfordern; im letzten Abschnitt ein Firnfeld zu einem weiten Sattel und ein kurzer Trümmergrat zum Gipfel; zuverlässiges Wetter wichtig; ungewöhnliche Bergfahrt in außergewöhnlicher Umgebung (Autor: Dieter Seibert)
11 km
1120 m
7.00 h
Durchs Timmelstal auf die Hofmannspitze (4.15 Std.).
Von der Brücke rechts des Timmelsbachs auf dem steinigen Fahrweg zwischen alten Lärchen, Blöcken und Gletscherschliffen bequem talein zur Timmelsalm (1973 m). Über den Bach und auf den Grashängen der anderen Seite über eine hohe Talstufe – rechts der besonders malerische Bach – zum Beginn des sehr weiten Hochtals mit den Krummwasserböden. An dessen Rand entlang, dann durch einen kleinen Einschnitt auf die nächsthöhere Stufe, an einem Hüttchen vorbei und weiter zum Schwarzsee (2514 m), dem Ideal eines Hochgebirgssees. Bei der Verzweigung (siehe Tipp) kurz dahinter rechts auf eine Höhe und sanft abwärts zum flachen Schwarzwandsee (2595 m). Fast eben über die Karböden, dann auf dem stets guten Steig über Moränenfelder in den hintersten Winkel. Über Schnee mittelsteil in die Schwarzwandscharte (3062 m) und anschließend rechts im weiträumigen Gelände – nun ohne Weg, doch problemlos – auf den Gipfel mit Kreuz und Buch.
Abstieg (2.45 Std.) auf der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied1120 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
StartortMoos (1012 m), kleiner Ferienort im oberen Passeiertal an der Abzweigung nach Pfelders
AusgangspunktSchönaubrücke (1759 m) über den Timmelsbach, 13 km von Moos
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDieser unauffällige Berg am Rand des größten Stubaier Gletschers, des Übeltalferners, stellt ein Unikum in diesem Büchlein dar. Er ist nahezu unbekannt, man wird auch nicht mühelos mit Hilfe eines breiten, nie zu verfehlenden Weges dort hinaufgelotst. Meist ist man allein in der grandiosen Landschaft des Timmelstales unterwegs, im oberen Teil muss man zudem sorgfältig auf die Route achten, ein Firnfeld überqueren und schließlich noch kurzzeitig pfadlos über einen Trümmergrat zum Gipfel hinaufwandern. Eine Tour für erfahrene Individualisten! Diese werden jedoch reichlich belohnt – mit einem besonders malerischen Wildbach, mit großen, tiefblauen Bergseen, mit eigenartigen Mondbergen (ganz helle Gipfel aus Kalk), einem Logenplatz am Rand des erwähnten Riesengletschers ... Der Gipfel wurde nach Karl Hofmann benannt, einem erfolgreichen Erschließer vor allem der Glocknergruppe, einem der Mitbegründers des Deutschen Alpenvereins 1869 und einem der zahllosen Gefallenen von 1870 in der Schlacht von Sedan.
Hinweise
Siehe Tour 11 in Karte.
KartentippAV-Karte, Stubaier Alpen, Blatt 31/1 (Hochstubai)
VerkehrsanbindungAus dem Ötztal über das Timmelsjoch (Maut). Oder von Meran durch das Passeiertal oder von Sterzing über den Jaufenpass nach St. Leonhard und weiter zum Ausgangspunkt
Tipps
Eine reizvolle Ergänzung. Unsere Tour lässt sich durch eine Nacht in der abgelegenen Siegerlandhütte – der eigentliche Zugang zu diesem Stützpunkt führt von Sölden im Ötztal durch das lang gestreckte Windachtal, in dem man nicht weniger als fünf Stunden unterwegs ist – und eine Besteigung des Scheiblehnkogels (3055 m) sehr reizvoll ergänzen. Man ist dabei in einer fast unbekannten Bergwelt unterwegs. Um die Anstrengungen gleichmäßig zu verteilen, wird man am ersten Tag zur Hütte aufsteigen und am anderen die beiden Gipfel besuchen. Der Scheiblehnkogel und sein deutlich wilderer Zwillingsbruder, die Beillöcherspitze (3065 m), stehen in dem Kamm zwischen Sonklarspitze und Timmelsjoch, über den die Grenze führt. So liegt der Schwarzsee in Süd-, die Siegerlandhütte in Nordtirol. Durchs Timmelstal zur Siegerlandhütte. Durchs Timmelstal (siehe oben) zu der Verzweigung über dem Schwarzsee. Dort links ab, mit ein wenig Höhenverlust um eine Ecke und über die Windach. Es folgt der Aufstieg mit einigen Kehren durch ein Kar mit Felstrümmern in die Windachscharte (2862 m, 1 Std.). Drüben nicht direkt hinab, sondern erst kurz nach rechts (evtl. Schnee), dann über die Halde hinunter und über weite Böden zur Siegerlandhütte (2710 m, DAV, 63 Schlafplätze, Tel.: 05254/2142), über der im Südwesten unser Scheiblehnkogel als recht trotziger Geselle aufragt. Auf Scheiblehnkogel und Beillöcherspitze. Von der Hütte auf dem ins Windachtal führenden Steig 100 Hm hinab zur Wegverzweigung. An einem See vorbei über die Moränenflächen flach nach Westen, dann um den Scheiblehngrat herum empor an den Rand des gleichnamigen Gletscherchens. Auf den Schuttflächen und über etwas Schnee bis vor den Grat und links empor auf den Scheiblehnkogel (3060 m, 1.30 Std., ganz kleine Steige ohne Probleme). Der Grat zur Beillöcherspitze wäre mit Kletterstellen bis II+ gewürzt. Rückkehr ins Timmelstal auf der gleichen Route über Siegerlandhütte und Windachscharte.
Höchster Punkt
Hofmannspitze (3112 m)
Unterkunft
Evtl. Siegerlandhütte (2710 m), DAV, 63 Schlafplätze, Tel. - 05254/2142

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