Höllentalanger

Sehr beliebter, reizvoller Aufstieg durch die wilde Höllentalklamm. Alpenvereinsmitglieder zahlen ein ermäßigtes Eintrittsgeld. Von der Hütte großartige Ausblicke zur Zugspitze. Insgesamt ist die Wanderung nicht schwierig, doch muss man wegen der Nässe auf alle Fälle mit rutschfesten Bergschuhen und Regenbekleidung ausgerüstet sein. Beim Abstieg am Stangensteig sollte man schwindelfrei sein. (Autor: Siegfried Garnweidner)
5 km
725 m
3.00 h
Von Hammersbach dem Touristenrummel ins Hammersbachtal entfliehen. Ein schmaler Fahrweg steigt im schattigen Wald zur Talstation der Materialseilbahn für die Höllentalangerhütte an und endet dort. Nun am Fußweg weiter und zum Schluss steiler und den Felsen entlang zur kleinen Klammeingangshütte (keine Übernachtungsmöglichkeit). Nach dem Kassen-Drehkreuz wird es spannend und vor allem nass. Die elektrischen Lampen in den Tunnels des abenteuerlichen Weges durch die Höllentalklamm werden von einem kleinen Kraftwerk am Klammeingang mit Strom versorgt.
Der Steig führt nun 1026m lang über 2Brücken, durch 12Stollen und über 45m Wandsteg 150Höhenmeter hinauf. Immer wieder wird man stehen bleiben, nur um aus allernächster Nähe das eindrucksvolle Naturschauspiel des herunterdonnernden Hammersbachs zu bewundern. Am oberen Ende der Klamm kommt man an der Ruine des Kraftwerks aus dem Jahr 1916 vorbei, das dem Bergwerk zur Stromversorgung diente. Eisen, Schwefelkies, Zinkspat, Blei und Molybdän wurden im Höllental früher einmal abgebaut. Das Weglein verlässt das Tal nach rechts hinaus und führt gemütlich zur Höllentalangerhütte hinauf.
Abstieg: Will jemand nicht wieder durch die Klamm absteigen, kann er auf den Stangensteig ausweichen, der als Knappenweg entstanden ist. Dort muss man sicherlich nicht mit so starkem »Gegenverkehr« wie in der Klamm rechnen. Bei diesem Rückweg quert man noch vor dem Klammeingang den Bach auf einem Steg und bemüht sich über eine lange Treppe den jenseitigen Hang hinauf. Ein Weglein führt nun auf und ab und an den oberen Rand der Höllentalklamm heran.
Die Klamm quert man auf der 29m langen und 73m hohen so genannten »Eisernen Brücke«. Wer nicht schwindelfrei ist, soll schnell weitergehen und nicht durch das Eisengitter in die wilde Klamm hinunterschauen. Anschließend steigt der Steig wieder an und führt an glatten Felswänden entlang. Damit der Zuweg zum Bergwerk auch im Winter gefahrlos für die Knappen möglich war, gibt es einen (inzwischen geschlossenen) Ausweichtunnel durch die Wand.
Der Pfad taucht hinter der Felswand in den Stangenwald ein und führt in schattigem Buchenwald zum Aufstiegsweg zurück. Auf ihm geht man nach Hammersbach hinaus.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied725 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHammersbach (758m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterHauptattraktion auf dieser Wanderung ist die Höllentalklamm, durch die ein enger aufregender Steig führt.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1:50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge – Zugspitzgebiet).
MarkierungenWegtafeln.
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 95 München – Garmisch bis Eschenlohe, weiter über Garmisch nach Hammersbach (758m), Parkplatz hinter der Querung der Trasse der Bayerischen Zugspitzbahn.
GastronomieKlammeingangshütte, Höllentalangerhütte.
Tipps
Gipfelziele Die Wege enden an der Höllentalangerhütte noch nicht. Allerdings werden alle Routen deutlich anspruchsvoller. Das beliebteste Ziel ist die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg. Sie lässt sich auf einem langen, ausgesetzten und Kraft raubenden Klettersteig über Hühnerleiter, Brett, Höllentalferner und Irmerscharte besteigen. Nur für erfahrene Bergsteiger mit ausgezeichneter Kondition bei stabiler Wetterlage geeignet! Auch die Hohe Riffel kann man aus dem Höllental besteigen oder gar den Waxenstein. Durch das »luftige« Matheisenkar lässt sich sogar die Alpspitze besiegen (Abstieg auf der »Alpspitz-Ferrata« zum Osterfelderkopf). Einfacher gibt sich die Rundtour von der Höllentalangerhütte über die Knappenhäuser zu Hupfleitenjoch und Schwarzenkopf. Von dort kann man zur Osterfelderbahn hinübergehen, bequem ins Tal »hinuntergondeln« oder auch zu Fuß auf langen Forststraßen absteigen.
Unterkunft
Höllentalangerhütte.
Tourismusbüro
Grainau, Tel. 08821/981850; www.grainau.de
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