Höhenweg Saas-Fee – Grächen

Einstige Steigspuren von Schafhirten und Gamsjägern (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
19 km
1100 m
6.00 h
Das Saastal wird an beiden Seiten von steilen Felsen und Hängen begrenzt. Der enge Zugang war lange der Grund für die Isoliertheit dieses herbschönen Bergtales, und so setzte die Besiedlung auch erst relativ spät ein; älteste Urkunden deuten auf das 13. Jahrhundert hin. Zu dieser Zeit wird der Name Monte Moro bereits erwähnt, jenes Passes zwischen dem Saastal und dem Anzascatal (Italien). Im Jahre 1267 werden zur Förderung des Warenverkehrs über den Monte-Moro-Pass die Waren von Zollabgaben befreit. Walliser Familien siedeln sich im Tal von Macugnaga (Italien) an, italienische Bauern kommen ins Tal der Saaser Vispa. Ab Ende des 14. Jahrhunderts tauchen Familiennamen wie Burgener, Imseng, Kalbermatten und Zurbriggen auf.
Ein gefährlicher Weg war es, der einst durch das ernste Saastal führte. Bäume über Schluchten dienten als Brücken. Bevor der Alpinismus erwachte, fristeten die wenigen hier lebenden Familien ein karges Dasein. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wagten sich Besucher in das einsame Tal – Wissenschaftler, Maler und Abenteurer. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde dann endlich eine Straße zwischen Stalden und Saas-Grund gebaut, die letzten vier Kilometer hoch nach Saas-Fee ließen noch bis 1951 auf sich warten.
Uriger Dorfcharakter.
Schon die Anreise durch das Saastal ist ein Erlebnis. Steile Berghänge und tiefe Schluchten lassen die Naturkräfte erahnen, welche hier wirken können. Das autofreie Dorf Saas-Fee hat seinen urigen Charakter trotz moderner Infrastruktur bewahren können. Mit ihren alten Walliser Holzhäusern und Stadeln haben auch Saas-Grund, Saas-Almagell (die Heimat von Ex-Skistar Pirmin Zurbriggen) und Saas-Balen (wo die bekannte barocke Rundkirche steht) ihren urtümlichen Dorfcharakter beibehalten.
Gipfel mit klangvollen Namen – allein 13 Viertausender – beherrschen das Saastal, das für Alpinisten und Wanderer eine bunte Palette lohnender Unternehmungen bereithält. Eine der schönsten Gebirgswanderungen, der auf durchschnittlicher Höhe von 2000 Metern ü.M. angelegte Höhenweg zwischen Saas-Fee/Saastal und Grächen/Mattertal, sei jedem marschtüchtigen und schwindelfreien Bergwanderer empfohlen.
Der Wegverlauf.
Aufstieg und Höhenweg:
Vom Parkplatz vor dem Ortseingang des autofreien Saas-Fee zur Dorfstraße hinab und dem Hinweis »Wildi-Bärenfalle« folgen. Hinter den letzten Häusern von Wildi zeigt ein Wegweiser den Abzweig »Höhenweg Grächen« an. Zunächst über Wiesengelände, dann durch lichten Wald zur Bärenfalle und weiter zum sagenumwobenen Senggboden (2041 m). Darüber die Felsen der Senggflüe, durch die der Steinwildpfad (Tour 12) zieht. Tief ist der Taleinschnitt auszugehen, um den Biderbach bei Punkt 2167 zu überqueren. Drohend hängt der wild zerklüftete Bidergletscher über der Route.
Im Gebiet von Schiltbode geht es durch ein urwaldähnliches Gewirr von dürren Baumstämmen und wild durcheinander gewürfelten Steinblöcken. Nach dem felsigen Durchgang der Lammugrabe erreichen wir Punkt 2329. Im Tal zeigt sich die leuchtend weiße Rundkirche von Saas-Balen. Unser Weg verliert bald kräftig an Höhe, um sich danach zum Bockwang (2259 m) wieder emporzuziehen. Der nicht Trainierte wird diesen ständigen Wechsel von Auf und Ab in den Beinen spüren, jedoch fühlen sich Aug‘ und Sinne ständig reich belohnt.Nach Queren des Schweibbaches (2043 m) gelangen wir ins Gebiet der einsamen Balfrinalp; dort sömmern die Grächener, Eistner und Staldner gemeinsam ihre Schafe. Bei Punkt 2227 zweigt ein Weg ins Tal ab (1 Std.), von wo Postbusverbindung nach Stalden und Saas-Fee besteht.
Vom Roten Biel über Hannigalp nach Grächen:
Uns zieht es weiter über Hangschultern und schmale, aber gut ausgetretene Bänder. Hoch oben im Kar blöken Schafe. Zum Stock nochmals etwas Höhengewinn, dann geht es über den Dirren Berg. Wir blicken tief hinab ins Rhonetal. Darüber erhebt sich die Kette der Berner Alpen – als formschöner Gipfel im Vordergrund das Bietschhorn mit seinen markanten Graten und Wänden. Der Höhenweg wendet sich schließlich nach Westen zur Hannigalp hin (2121 m). Von hier kann man (evtl. nach vorheriger Einkehr) mit der Gondelbahn nach Grächen hinunterfahren. Wir wollen auch das letzte Wegstück zu Fuß zurücklegen und wandern einen Wiesenhang abwärts; dann nimmt uns schattiger Hochwald auf. Bald grüßt schon der Kirchturm von Grächen herauf (1619 m).
Weitere Tourenvorschläge.
• Grächen – Seetalhorn (Gondel bis Bergstation) – Seetalpass – Eister Seetal – Stock – Hannigalp (5 Std.).
• Grächen – Ried – Schalbetten – Alpja – Bordierhütte (5 Std. Aufstieg, 3½ Std. Abstieg, ggf. Nächtigung auf Hütte; Gletschertraversierung).

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortSaas-Fee (1792 m) im Saastal.
AusgangspunktSaas-Fee (1792 m) im Saastal.
EndpunktGrächen
Tourencharaktertypischer Höhenweg; Ausdauer und an einigen Stellen Schwindelfreiheit erforderlich. Zeitiger Aufbruch ratsam, da die Sonne den ganzen Tag auf diese Talseite brennt.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1:50 000, Blätter 274 T und 284 T (Visp und Mischabel; beide mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV: mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas-Fee. Auto: von Visp/Rhonetal südwärts ins Vispertal nach Stalden, hier links ab ins Saastal und über Saas-Grund nach Saas-Fee. Parkplatz am Ortseingang. Rückkehr: von Grächen per Bus nach St. Niklaus, weiter per Bahn nach Stalden und von dort mit dem Bus nach Saas-Fee.
Gastronomieunterwegs keine; am Ende der Tour Berggasthaus Hannigalp (2121 m).
Tipps
Helsana Swiss Running Walking Trail Nordic Walking ist eine Trendsportart, die in Finnland entwickelt wurde und heute kaum noch aus einer Urlaubsregion wegzudenken ist. Das Gehen mit Spezialstöcken macht aus dem klassischen Walking ein wirksames Ganzkörpertraining mit maximalen Übungseffekten. Auf insgesamt 15 km gibt es Strecken zum Nordic Walking, Walken und Joggen. Von Juli bis Oktober werden zur Einführung auch geführte Touren angeboten. Auskunft erteilt das Tourismusbüro in Saas-Fee.
Unterkunft
unterwegs keine; am Ende der Tour Berggasthaus Hannigalp (2121 m).
Tourismusbüro
Grächen (1619 m), Busverbindung nach St. Niklaus (9 km). Gondelbahnen auf Hannigalp (2114 m) und Seetalhorn-Bergstation (2870 m).Grächen Tourismus: CH-3925 Grächen, Tel. 027/955 60 60. Internet: www.graechen.ch.; Stalden, 7 km von Visp/Rhonetal. Luftseilbahn über Staldenried nach Gspon. Verkehrsverein Büro: CH-3922 Stalden, Tel. 027/952 15 12; Internet: www.stalden.ch. Busverbindung ins Saastal, nach Grächen sowie über die Moosalp nach Visp.St. Niklaus (1127 m; 10 km von Stalden). Station der Matterhorn Gotthard Bahn. Luftseilbahn nach Jungen; Talstation Tel. 027/956 22 80 St. Nikolaus/Region Tourismus: CH-3924 St.Niklaus, Tel. 027/956 36 63, Internet: www.matterhornvalley.ch. Von Kalpetran (896 m, zwischen Stalden und St. Niklaus) Luftseilbahn über Embd nach Schalb. Saas-Fee ist autofrei. Sehenswert: Saaser Museum (seit 1983 im ehemaligenPfarrhaus). Bergführerbüro Mountain Life CH-3906 Saas-Fee, Tel. 027/957 44 64, www.mountainlife.ch. Zwei Luftseilbahnen, vier Gondelbahnen, zwei Sessellifte. MetroAlpin (unterirdische Standseilbahnab Felskinn). Saas-Fee Tourismus:CH-3906 Saas-Fee, Tel. 027/958 18 58, www.saas-fee.ch.

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