Höhenroute über dem Rißbachtal

Die Hüttenroute ist leicht, an einigen Passagen ist Trittsicherheit jedoch von Vorteil. Mit Ausnahme des Schafreuters und der Mondscheinspitze sind auch die direkten Gipfelabstecher entlang dem Weg leicht. (Autor: Heinrich Bauregger)
26 km
2164 m
9.00 h
Zwei Unterkunftshütten liegen auf unserer Höhenroute, die Tölzer Hütte (ein Alpenvereinshaus) und die private Plumsjochhütte – beide sind beliebte und gemütliche Stützpunkte für müde Bergwanderer. Mit Ausnahme der Mondscheinspitze sind alle am Weg liegenden Gipfel auf kurzen Steigen zu erreichen, sodass wir sie uns wohl auch nicht entgehen lassen werden. Anschließend steigen wir hinab zu den Hagelhütten im Rißbachtal, wo unsere Tour endet. Und falls wir noch Lust und Zeit haben: Im Sylvenstein-Stausee lässt es sich im Sommer herrlich baden, wobei die lauschigsten Plätze an seinem südwestlichen Ende – hinter dem reizlosen Ort Fall – zu finden sind.Aus dem Rißtal zur Tölzer Hütte Vom Wanderparkplatz an der Straße im Rißtal folgen wir zunächst der Forststraße ins Lecktal, bis links der Hüttenanstiegsweg abzweigt. Nun bald in zahlreichen Kehren durch Wald bergwärts. Rechts haltend queren wir die Südflanke des Wiesingbergs und gelangen so zu einer Wegverzweigung. Links über die steilen Hänge, wo wir auf den quer verlaufenden Weg nach Fall (Mark.-Nr. 237) treffen; nun rechts weiter zur Tölzer Hütte.Von der Tölzer Hütte zur Plumsjochhütte Vom Alpenvereinshaus auf markiertem Steig in gleicher Richtung weiter, rechts um das Delpsjoch herum und über freie Hänge hinab zum Baumgartensattel (1554m) und zum Baumgartenalm-Hochleger. Von dort seitlich am Schönalmjoch vorbei und nun wieder ansteigend hinauf zum Ochsentalalm-Hochleger. Wir steigen weiter an, gehen links um die Fleischbank herum und erreichen die Kammhöhe dieser stillen Karwendel-Vorberge. Wir wechseln nun auf die Südwestseite und folgen dem Höhenweg hoch über dem Rißtal mit herrlichen Ausblicken auf die Gamsjochgruppe, die zum Greifen nah scheint. Seitlich am Hölzelstaljoch und am Grasberg vorbei, dann in längerem, sanftem Abstieg zur Grasbergalm (1540m). Jenseits wieder hinauf zum Grasbergsattel und bald weiter auf die freie Kammhöhe. Wir wandern seitlich am Kompar vorbei und erreichen den Hasental-Hochleger (die Almhütten liegen rechts unterhalb); weiter rechts am Satteljoch vorbei zum Plumssattel bzw. rechts hinab zur Plumsjochhütte.Abstieg von der Plumsjochhütte zu den Hagelhütten Von der privaten Unterkunftshütte folgen wir der Ausschilderung »Hagel-hütten« (Mark.-Nr. 233) und wandern hoch über dem Plumsbach hinab zu den Plumsalmen (1423m), wobei wir einige Bachgräben überschreiten. Weiter bergab, bis wir im Sulzgraben auf den Almfahrweg stoßen; diesem folgen wir ein Stück durch Wald hinab, zweigen dann aber bei der großen Kehre rechts ab und folgen dem markierten Steig talwärts zum Plumsbach. Nachdem wir diesen gequert haben, sind auch schon die Hagelhütten erreicht. Hier treten wir dann die Rückfahrt mit dem Bus an.GipfelabstecherSchafreuter, 2101m: Der Hüttenberg der Tölzer Hütte mit der wechselnden Schreibweise: Bei den einen heißt er »Schafreuter«, bei anderen »Scharfreiter«. Einig sind sich aber alle Gipfelaspiranten darin, dass er ein schöner Aussichtsgipfel ist, der sich zudem relativ leicht besteigen lässt. – Von der Tölzer Hütte folgen wir dem markierten Steig zum Bergfuß und wandern dann steil bergauf. Der Weg legt sich etwas zurück, wird flacher; wir passieren eine Anhäufung von Steinmanndln und steigen über einige Felsbänder und durch Latschen (am letzten Stück eine Drahtseilsicherung) zum Gipfel.Hölzelstaljoch, 2012m: Kleine Erhebung am Hüttenverbindungsweg. Dieser kleine Gipfel wird von uns ohne jedes Problem überschritten.Grasberg, 2020m: Wie schon der Name nahelegt, ein leichter Gipfel. – Wir überqueren ihn auf Pfadspuren vom Höhenweg aus als leichten Gipfelabstecher.Kompar, 2011m: Grasiger Rücken, der von Südwesten leicht zu ersteigen ist. Auf der Nordostseite fällt er hingegen steil ab. – Vom Höhenweg gelangen wir auf einer direkten Linie über Steigspuren zum Gipfel.Mondscheinspitze, 2106m: Massiger Gipfel zwischen Gern- und Plumsbachtal mit felsigem Gipfelaufbau. Von den an unserer Route liegenden Gipfeln eindeutig der anspruchsvollste. Der leichteste Anstieg erfolgt vom Schleimssattel; wir müssen ihn jedoch vom Plumsjoch aus angehen, und da ist der Gipfelweg deutlich schwieriger. Wer aber über etwas Bergerfahrung verfügt, wird den Anstieg meistern. Daher bevölkern dann nicht wenige Bergwanderer den Gipfel und genießen die großartige Aussicht. – Von der Plumsjochhütte wandern wir zuerst hinauf zur Wegverzweigung am breiten Plumssattel und folgen dann dem markierten Weg hinab zum Plumsjoch. Weiter auf dem mit Latschen bewachsenen Kamm zur Plumsjochspitze (1846m) und jenseits hinab in den Sattel der Mondscheinsinke. An Latschenbändern entlang weiter, seitlich am Südgrat entlang und durch einen Schrofenhang bergan. Weiter auf dem Grat, einige Gamswechsel benutzend und über einen grasigen Hang hinauf zum Gipfel.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied2164 m
Dauer9.00 h
AusgangspunktWanderparkplatz Leckbach (903m)
EndpunktHagelhütten (1077m). Rückkehr zum Ausgangspunkt: Mit dem RVO-Bergsteigerbus bzw. gleich weiter nach Lenggries zum Anschluss mit der BOB (= Bayerische Oberlandbahn)
TourencharakterAuf dieser Route hoch über Rißtal im Vorkarwendel genießen wir ein großartiges Panorama der Gamsjochgruppe sowie dem dahinter liegenden Karwendelhauptkamm.
Hinweise
Varianten: Abstieg vom Hölzelstaljoch: Von der Einsattelung zwischen Hölzelstaljoch (hier Gipfelname) und Fleischbank steigen wir jenseits hinab und queren rechts unter dem schrofigen Abbruch der Fleischbank hinüber bis zur Kammhöhe kurz vor das Altjoch; dort links über Serpentinen hinab zum Jagdhaus Steilegg. Anschließend links haltend weiter hinab, durch ein Bachtal und über zahllose Kehren durch Wald ins Rißtal; 2.30Std. Abstieg von der Grasbergalm (1540m): Von der Einsattelung bei der Alm führt ein Wanderweg über zahllose Serpentinen durch Wald hinab ins Rißbachtal und trifft jenseits der Kreuzbrücke auf den Talgrund; 1.15Std. Abstieg vom Satteljoch: Von der Einsattelung zwischen Kompar und Satteljoch führt ein Wanderweg (im unteren Teil Almweg) über den Hasental-Hoch- leger, den -Mittelleger und den -Niederleger hinab zu den Hagelhütten; 1.15Std.
KartentippTopografische Karte (LVG) 1:50000, Karwendelgebirge
VerkehrsanbindungAuto: Auf der Garmischer Autobahn (A95) bis zur Ausfahrt Penzberg oder Sindelsdorf, dann über Bad Heilbrunn und Bad Tölz nach Lenggries. Dort weiter auf der B12 zum Sylvenstein-Speicher und über Fall, Vorderriß und Hinterriß ins Rißbachtal bis zu den Wanderparkplätzen (900m) am Eingang ins Lecktal. n Bahn/Bus: Mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) bis zur Endhaltestelle Lenggries; dann weiter mit dem RVO-Bergsteigerbus über Fall, Vorderriß und Hinterriß ins Rißbachtal bis zur Haltestelle »Tölzer Hütte«.
GastronomieTölzer Hütte (1835m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., 30 Betten, 32 Lager, Tel. 0043/(0)664/ 1801790 n Plumsjochhütte (1630m), privat, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet, 30 Lager, Tel. 0043/(0)5243/5487
Tipps
Der »Alpenpark Karwendel« ist das größte Naturschutzgebiet der Alpen mit einer Größe von nahezu 1000km2, rechnet man den tirolerischen und den bayerischen Anteil zusammen. Er soll zwar in erster Linie die Natur bewahren, aber zugleich dem Menschen auch als Erholungsraum dienen. Wie das am besten zu bewerkstelligen ist, zeigen uns die extra dafür eingerichteten »Infozentren Karwendel« in Scharnitz und Hinterriß. Am Rückweg von unserer beschriebenen Tour liegt also idealerweise das »Infozentrum Karwendel« in Hinterriß, Nr. 14, A-6215 Hinterriß, Tel. 0043/ (0)5245/250; von Mitte Mai bis Ende Okt., Öffnungszeiten täglich von 11–18Uhr.
Informationen
Gehzeiten: Vom Wanderparkplatz Leckbach zur Tölzer Hütte 3Std., weiter zur Plumsjochhütte 5Std., Abstieg zu den Hagelhütten 1.15Std.; insgesamt ca. 9.30Std. (ohne Gipfelabstecher)
Unterkunft
Tölzer Hütte (1835m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Mitte Mai bis Mitte Okt., 30 Betten, 32 Lager, Tel. 0043/(0)664/ 1801790 n Plumsjochhütte (1630m), privat, von Anfang Mai bis Ende Okt. bewirtschaftet, 30 Lager, Tel. 0043/(0)5243/5487

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