Hochschober (3240 m)

Bergwege in teilweise hochalpinem Gelände mit Blockwerk und Fels; langer Grat über hohen Flanken, einige Sicherungen; Abstieg nach Südosten nur für wirklich Erfahrene (Autor: Dieter Seibert)
17 km
1580 m
8.00 h
Zugang zur Hochschoberhütte (2 Std.).
Über den Leibnitzbach, dann gleich rechts auf dem Eduard-Jordan-Weg zu einer Brücke in 1802 Meter Höhe und von dort auf der anderen Bachseite, stets auf Fußwegen, zur Leibnitzalm. Kurz auf einem Fahrweg in den Talschluss, dann wieder auf Steigen in nun bald waldfreiem Gelände über Almwiesen und eine steilere Stufe zur Hütte hinauf. – Achtung: Man sollte sich in der Hütte erkundigen, ob der unten beschriebene Abstieg vom Hochschober nicht durch Schnee oder anderes ernstlich erschwert wird!
Normalweg auf den Hochschober (2.45 Std.).
Von der Hütte nach Norden über Wiesen empor, dann in das linke Tal und über Blockwerk hinauf in einen kleinen Kessel mit der malerischen Schoberlacke (2515 m). Links des Baches in dem schmalen, im Westen von den Zacken des »Langen Schöberls« überragten Tälchen hinauf in den oberen Talkessel und über eine Stufe (eventuell Firn) zum Kamm neben der Staniskarscharte (2936 m). Anfangs noch relativ flach über den Rücken empor, dann auf einer Rippe steil hinauf auf den Nordwestgrat etwas rechts von Punkt 3185. Über den letzten Grat, himmelhoch über den Tälern zu beiden Seiten, hinüber zum Gipfelaufbau und steil mit Hilfe von Sicherungen zum Kreuz; der Kamm fällt nach Norden steil mit Schnee oder Eis zum Schoberkees ab, der zu Zeiten für eine Firnschneide am Grat sorgt.
Abstieg auf gleicher Route (knapp 2 Std. zur Hütte) oder – sehr viel anspruchsvoller – in folgender Weise:
Abstieg nach Südosten: 200 Hm über den hier oben einfachen Südostgrat hinab in eine deutliche Scharte. Nun nach Osten durch ein Mini-Hochkar und durch die anschließende, sehr steile Rinne in ein breiteres Kar und über eine Stufe zu einer Wegverzweigung in 2680 Meter Höhe. – Von dort aus könnte man einen weiteren Dreitausender erreichen: Gegenanstieg ins Schobertörl (2898 m) und über die ausgeprägte Schneide auf den Debantgrat (Südgipfel, 3052 m, 1.15 Std. Aufstieg). Zurück zur Wegverzweigung; dann Abstieg schräg durch steile Hänge ins Östliche Leibnitztörl und vorbei am großflächigen Gartlsee (2577 m) ins westliche Törl. Über weite Karböden hinab zur Hütte.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1580 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
StartortLienz (673 m), Hauptstadt Osttirols in einem weiten Talkessel der Drau, eindrucksvolle Kulisse durch die Felsgipfel der Lienzer Dolomiten
AusgangspunktOberfercher (1454 m) evtl. auch Leibnitztal (1656 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie Schobergruppe südlich des Großglockners ist ein Traumland für den erfahrenen Bergwanderer oder auch Bergsteiger, denn mancher Gipfelaufbau lässt sich trotz eines alpinen Pfades oder wenigstens einiger Pfadspuren nur mit etwas Kletterei über Blöcke und Fels erreichen. Die Landschaft ist ungewöhnlich eindrucksvoll mit vielen auffallend wilden Felsgipfeln über hohen, steilen Wänden, die sich in unzähligen Bergseen spiegeln; als zusätzlichen Schmuck gibt es kleine Gletscher und malerische Eisrinnen. Zudem erschließen viele, meist kleine, noch ursprüngliche Hütten, die mit den entsprechenden Höhenwegen untereinander verbunden sind, bestens das engräumige Gebiet.
Der Hochschober bietet zwei vollkommen gegensätzliche Anblicke. Die Südwestseite apert im Sommer fast ganz aus, dann besteht das breite Massiv mit seinen bis zu 600 Meter hohen Flanken je zur Hälfte aus steilstem Blockgelände und stark zerklüfteten Wänden. Ganz anders die Nordseite - Hier zieht das zerschründete Schoberkees bis zum Gipfel hinauf und schafft so den einzigen Gletscherberg der Region. Es ist allerdings recht bedauerlich, dass das Eis mehr und mehr zusammenschmilzt. Der Normalweg zu unserem Berg, dem »Häuptling« im Nordwestteil der Schobergruppe, lässt sich nach Abschmelzen der Schneefelder von jedem Trittsicheren und etwas Erfahrenen begehen, während der Abstieg nach Südosten, den wir wenigstens skizzieren wollen, einen erfahrenen Bergsteiger erfordert.
Hinweise
Siehe Tour 55 in Karte.
KartentippAV-Karte, Blatt 41 (Schobergruppe)
VerkehrsanbindungVon Norden kommend durch den Felbertauerntunnel (Maut) und im Tal der Isel abwärts bis Ainet, von dort auf Bergstraßen über Gwabl zum Ausgangspunkt
GastronomieHochschoberhütte, 2322 m, OeAV, 57 Schlafplätze, Tel. - 0663/57722.
Tipps
Rotspitze und Mirnitzscharte. Wer auch kleine, schlechte Wege (in großartiger Landschaft!) nicht scheut, wird die Tour in folgender Weise um einen Tag verlängern. Auf der Abstiegsroute noch vor dem Östlichen Leibnitztörl hinab ins saftig grüne »Gartl« und talaus zur Lienzer Hütte (1977 m, OeAV, 95 Schlafplätze, Tel. - 0663/58452) im innersten Debanttal. Am nächsten Tag Aufstieg zwischen Alpenrosen und über Gras ins Mirnitztal und auf bescheidenem Pfad über immer steiler emporwachsende Hänge mit Schutt und Blockwerk (Schnee) auf eine steil ansteigende Gratrippe und über sie noch weit zum Hauptkamm empor. Über den Grat mit einer scharf eingekerbten Lücke nach links auf die Große Rotspitze (3053 m, 3.30 Std., sehr anspruchsvoll). Zurück bis auf die unteren Halden, die man in etwa 2400 Meter Höhe pfadlos und etwas mühsam quert, um dann auf kleinem Steig über Steilgelände die Mirnitzscharte (2743 m) zu erreichen. Abstieg durch das schmale, gewundene Barrenkar, dann unter den fast senkrechten Wänden der Prijakte vorbei zur Hochschoberhütte (Gesamtgehzeit mit Alkuser Rotspitze etwa 8 Std., ohne Gipfel knapp 4 Std.).
Höchster Punkt
Hochschober (3240 m)
Unterkunft
Hochschoberhütte, 2322 m, OeAV, 57 Schlafplätze, Tel. - 0663/57722.

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