Historische Ansichten und reizvolle Aussichten

Lange, aber abwechslungsreiche Wanderung mit schönen Aussichten, teilweise am Rande der Asphaltstraße, teilweise auf Feld- und Wiesenwegen. (Autor: Tassilo Wengel)
9 km
38 m
5.00 h
Auf dem Königsweg zum Rummelsberg Wir starten beim Kloster Chorin und wandern auf dem Königsweg bis zur Kirche in Brodowin, wo sich neben einer Informationstafel über die Märkische Eiszeitstraße auch ein Sitzplatz befindet. Von dort folgen wir dem Wegweiser »Parstein und Pehlitz« auf einem asphaltierten Fahrweg, an einem Mast mit einem Storchennest vorbei. Wir verlassen den Ort und können schon bald den Blick hinüber zum Kleinen Rummelsberg genießen, dessen Fuß wir nach 30Minuten Wanderzeit erreichen. Es lohnt sich, die Stufen hinauf-zusteigen und den schönen Ausblick über die malerische Hügellandschaft zu genießen. In Richtung Brodowin schweift der Blick über den Wesensee, links davon liegt der Brodowiner See und in nördlicher Richtung breitet sich der Parsteiner See aus. Der Kleine Rummelsberg erhebt sich 38 Meter über dem Wesensee und wird Drumlin genannt, eine Aufschüttung aus Endmoränenmaterial der Weichseleiszeit. Seine Hänge beherbergen eine seltene Trockenrasenvegetation, in der Golddistel, Natternkopf-Habichtskraut, Sand-Thymian, Gemeine Braunelle, Wiesen-Salbei und andere Pflanzenarten wachsen.Über Pehlitzwerder nach Brodowin Wir steigen wieder ab und setzen unsere Wanderung am Rande der Asphaltstraße nach Pehlitz fort (Markierung blauer Querstrich). Etwa 500 Meter nach dem Ort zweigt nach links der Zugang zum Pehlitzwerder ab. Ursprünglich eine Insel, ist der Pehlitzwerder heute eine Halbinsel am Südrand des Parsteiner Sees. Hier gründeten die Markgrafen OttoIII. und JohannI. im Jahre 1258 ein Zisterzienserkloster, das vom Mutterkloster Lehnin aus besiedelt, aber bereits 1270 wieder aufgegeben wurde. Wir folgen dem Weg bis zum kleinen Campingplatz, wo sich die restaurierten Fundamentreste des Klosters befinden.Unser Weg führt zurück nach Pehlitz, dort wenden wir uns kurz nach dem Ortseingangsschild nach links und folgen der Markierung gelber Punkt auf einem Feldweg. Diese genussvolle Wanderung führt durch ein kleines Wäldchen, nähert sich durch Wiesen dem Wesensee und mündet auf eine Kopfsteinpflasterstraße. Hier wenden wir uns nach rechts und erreichen zwischen Feldern den Ausgangspunkt in Brodowin.Kloster Chorin Das Kloster Chorin ist eine der bedeutendsten Klostergründungen in Brandenburg, dessen Ursprünge im Zisterzienserkloster Mariensee liegen. Das von den Markgrafen OttoIII. und JohannI. auf dem Pehlitzwerder gegründete Kloster wurde 1273 hierher verlegt und Chorin genannt. Der Bau war deutlich an das Mutterkloster in Lehnin angelegt und 1334 beendet. Es entstand eine dreischiffige Gewölbebasilika mit Querschiff und Chor, dazwischen finden sich Seitenkapellen, ähnlich wie im Mutterkloster in Lehnin. Interessant ist eine harmonische Verknüpfung von spätromanischen Details und hochgotischen Formen. Berühmt ist Chorin vor allem wegen der großartigen Gestaltung der Westwand des Langhauses als Schaugiebel. Nach der Reformation 1542 aufgehoben, verfiel das Kloster teilweise. 1828 wurden Sicherungen vorgenommen, seit 1954 erfolgten planmäßige Restaurierungen. Heute wird das Kloster vor allem für die seit einigen Jahren beliebten Sommerkonzerte genutzt.

Chorin – Brodowin 1.15 Std. – Fuß am Kleinen Rummelsberg 0.30Std. – Pehlitzwerder 0.45Std. – Brodowin 1.15Std. – Chorin 1.15Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied38 m
Dauer5.00 h
AusgangspunktKloster Chorin.
EndpunktKloster Chorin.
TourencharakterDie Umgebung von Brodowin ist von Endmoränen und zahlreichen Seen geprägt, die der Landschaft ein reizvolles Gesicht verleihen. Eine Wan-

derung bietet viel Abwechslung und vom Kleinen Rummelsberg lässt

sich eine großartige Aussicht über die Hügellandschaft mit ihren Seen

genießen. Ein kulturhistorischer Höhepunkt ist der Besuch des Klosters Chorin, das eines der bedeutendsten Baudenkmäler Brandenburgs ist.
KartentippKompass Spezialwanderkarte Schorfheide Werbellinsee Nr.1040, 1:50000.
VerkehrsanbindungAuto: Autobahn A11 Berlin – Prenzlau, Abfahrt Finowfurt, auf der B167 nach Eberswalde, dort auf der B2 Richtung Angermünde zum Kloster Chorin. Bahn/Bus: Mit Regionalexpress bis Eberswalde, Busverbindung zum Kloster Chorin.
GastronomieChorin: Alte Klosterschänke, Am Amt 9; Brodowin: Siegi’s Landhauspension, Dorfstraße 47; Gaststätte »Zur Frischen Quelle«, Dorfstraße 55.
Tipps
Demeter-Betrieb Brodowin Im Ökodorf Brodowin befindet sich einer der größten Demeter- Betriebe Deutschlands, der auf einer Fläche von 1250ha produziert. Das Sortiment umfasst ein reichhaltiges Naturkostangebot , vor allem Milch-, Käse- und Butterspezialitäten, aber auch Produkte aus der eigenen Gärtnerei. Der Hofladen befindet sich in der Dorfstraße 89 (Tel. 03362/60022) und bietet ganzjährig ein umfangreiches Sortiment ökologischer Lebensmittel. Alte Klosterschänke in Chorin Direkt am Amtssee gelegen, lädt die Alte Klosterschänke, eine historische Fachwerkscheune, zum Besuch ein. Bei schönem Wetter kann man unter uralten Linden direkt am See sitzen und die regionale Küche mit mediterranem Einfluss genießen. Das Angebot reicht von Suppen wie Wildeintopf oder Kürbiscremesuppe über verschiedene Salatvariationen bis zu Speisen aus ökologischem Anbau. Dazu gehören unter anderem Pellkartoffeln mit Sahnequark und Leinöl oder Gemüseteller mit Kürbisspalten. Die Palette der Fleischgerichte reicht von Schwein und Rind bis Wild, auch Fischgerichte findet man auf der abwechslungsreichen Speisekarte.
Unterkunft
Chorin: Hotel »Haus Chorin«, Tel. 033366/ 447; Neue Klosterschänke, Tel. 033366/5310, www.telta.de/klosterschaenke.de; Brodowin: Siegi’s Landhauspension, Tel. 033362/ 70337.

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