Hintere Karlesspitze und Wiesjagglskopf

Zum Wiesjagglskopf alpiner Steig in sehr steiler, zerborstener Felsflanke, etwas Geschicklichkeit nötig. Auf die Hintere Karlesspitze kurzer Felsgrat mit einigen gesicherten Kletterstellen, Gratübergang mittelschwerer Klettersteig (Autor: Dieter Seibert)
Auf den Wiesjagglskopf (0.30 Std.).
Vom Parkplatz entweder mit dem Sessellift in eindrucksvoller Fahrt am Grat mit seinen Steilwänden entlang zur Bergstation (2980 m) auf schmaler Schneide. Oder dorthin zu Fuß links des Kammes erst über Schutt- und Schneeböden, dann steiler über einen breiten Hang. Auf dem oberen Steig in die Südflanke und hier sehr steil durch ein Chaos von Sand, Fels und Blöcken zum obersten Ostgrat und auf den Gipfel.
Zur Hinteren Karlesspitze (1 Std.).
Vom Sattel bei der Bergstation auf einer im Firn geschaffenen Trasse quer (nur sanft steigend) über das Firnfeld auf einen weiten Rücken im Gelände und in die Schneemulde rechts dahinter. Über Firn in die abschließende Scharte (3110 m, Skiliftstation) links des Gipfels. Über den Grat auf ein plattiges Köpfchen und in die Lücke dahinter, dann mit Hilfe von Drahtseilen steil über das Fels- und Blockgelände auf den schmalen Gipfel. Man kann dann dem mit kühnen Zacken gekrönten Grat zum Karlesjoch vor dem Wiesjagglskopf folgen; es handelt sich jedoch um einen richtigen, nicht einfachen Klettersteig.
Abstieg (1 Std.) erfolgt auf derselben Route.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied350 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortFeichten (1289 m), lang gestreckter Ort auf schmalem, sonnigem Boden im noch recht unberührten Kaunertal
AusgangspunktParkplatz vor dem Weißseeferner (2730 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterKein Gletscherskigebiet ist so abgelegen wie die Region am Weißseeferner. Auf einem Wiesenboden im äußeren Kaunertal der Ötztaler Alpen liegt das Dorf Feichten (1287 m). Weiter innen aber fehlt noch heute jegliche Besiedelung – dort herrschte immer tiefste Einsamkeit. Dann jedoch wurde der 5,6 km lange Gepatsch-Stausee eingerichtet, später die 22 km lange »Kaunertaler-Gletscher-Panoramastraße« angelegt, auf der man mühelos bis in 2730 Meter Höhe fahren kann. Sie ist so gut ausgebaut, dass unser Gletscherskigebiet inzwischen zu einem Lieblingsziel für Busreisen geworden ist. Und daher spazieren Sandalen-Touristen hier – im Angesicht der gleißenden Gletscherwelt mit der Eiswand der Weißseespitze (3518 m) – über die nicht gerade schmucken, von den Planierraupen gewalzten Moränenflächen. Neugierige fahren noch mit einem Lift über eindrucksvolle Abbrüche hinweg bis in 3000 m Höhe. Von dort oben sind es dann nur noch 130 Hm auf den Wiesjagglskopf; so steht diesem der Titel »Schnellster Dreitausender« zu. Die Überraschung an der benachbarten Hinteren Karlesspitze - Über ihren Zackengrat führt ein echter, gar nicht so einfacher Klettersteig.
Hinweise
Siehe Tour 18 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/2 (Weißkugel)
VerkehrsanbindungVon der zum Reschenpass führenden Straße im Oberinntal nach Prutz, dort links ab und durch das Kaunertal über Feichten zum Gepatsch-Stausee, an seinem Ufer weiter nach Süden und über viele Serpentinen über eine hohe Stufe mit schönen Gletscherschliffen zum Ausgangspunkt (22 km ab Feichten, Maut)
Höchster Punkt
Hintere Karlesspitze (3160 m)
Unterkunft
Evtl. Gepatschhaus (1925 m), DAV, 77 Schlafplätze, Tel. - 05475/215, direkt neben der Straße

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