Hintenbachalm und Schöntalalm

Vom Parkplatz hinter Aschau führt eine Mautstraße in den Unteren Grund und zur Hintenbachalm. Die Hintenbachalm und die Schöntalalm verbindet eine breite Zufahrtsstraße bzw. ein steiler Steig. Von der Schöntalalm leitet ein Karrenweg weiter sehr sanft nach Süden, über einen Steig geht es nicht sonderlich steil den Hang nach oben auf einen breiten Rücken, der sich nach Norden zum Gipfelkreuz der Spießnägel zieht. Anschließend windet sich ein Steig zur Hirzeggalm, von der uns ein guter Forstweg zur Hintenbachalm bringt. Besondere Trittsicherheit oder Schwindelfreiheit wird für keinen der Abschnitte benötigt, dafür muss man Kondition mitbringen. Beginn Mautstraße – Hintenbachalm (1141 m) – Schöntalalm (1601 m) – Spießnägel (1880 m) – Hirzeggalm (1553 m) – Hintenbachalm – Aschau. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
19 km
1099 m
6.00 h
Von Aschau zur Hintenbachalm Der Abschnitt zwischen Aschau und der Hintenbachalm dient quasi zum Aufwärmen für die gesamte Rundtour. Wir wandern über die Mautstraße im Unteren Grund und stets parallel zur Ache taleinwärts in Richtung Süden. Die etwas mehr als 100 Höhenmeter, die dabei absolviert werden müssen, spürt man kaum. Die Alm befindet sich unübersehbar unmittelbar links der Straße. Von der Hintenbachalm zur Schöntalalm Für diesen Teil der Tour stehen uns zwei Optionen offen. Zum einen könnte man den Fahrweg benutzen. Der hat freilich einen entscheidenden Nachteil - Er misst beinahe 5 Kilometer, wodurch sich die knapp 500 Meter Höhenunterschied doch beträchtlich „ziehen“. Zum anderen leitet ein Steig nach oben, der als größten Vorteil eine spürbar geringere Gehzeit bietet. Am Anfang windet er sich in zahlreichen Serpentinen aber doch sehr direkt durch das steile Gelände im Wald hinauf, schließlich folgt er dem Bach taleinwärts, der erst unmittelbar vor dem Almgebäude überquert wird. Diese Route genießt Priorität. Von der Schöntalalm über die Spießnägel zur Hirzeggalm Wir halten uns auf einem Karrenweg weiterhin taleinwärts, zweigen jedoch linker Hand von der Route zum Großen Rettenstein ab, um dann durch unzählige Almrosennester hindurch regelrecht zum Joch „hinaufzuwaten“. Von dieser Position aus eröffnet sich jetzt im Norden ein toller Blick zum Massiv des Wilden Kaisers. Im Süden ragen die Eisriesen der Venedigergruppe empor. Da bietet der grasige Rücken einen herrlich grünen Kontrast. Zahlreiche kleine Tümpel säumen den Steig Richtung Norden zu den Spießnägeln, wo sich ein schönes Kreuz befindet. Durch Weidegebiet geht's dann in schier endlosen Serpentinen den Hang hinunter zu der den Spießnägeln vorgeschobenen Hirzeggalm. Von der Hirzeggalm nach Aschau Jetzt steht uns ein beträchtlicher „Hatscher“ bevor – zumindest bis zum Eintreffen in Hintenbach. Den Wegbauern stand in der Gegend offensichtlich dermaßen viel Platz zur Verfügung, dass sie diesen weidlich ausgenutzt haben. Ergebnis: Die Route leitet zunächst ein kurzes Stück nach Norden, dann im Wald nach Südwesten, später im freien Gelände erneut nach Norden zur Sonnwendalm und in Folge in südwestliche Richtung, ehe sich der Weg endlich in zwei Serpentinen zur Hintenbachalm hinabmüht. Es sind dabei immer wieder Gegenanstiege zu bewältigen. Außerdem bedient sich der Weg gewiss nicht der kürzest möglichen Route. Zuletzt erneut über die Mautstraße hinaus nach Aschau. Der Tipp für Kinder Wir befinden uns hier im Unteren Grund im Landschaftsschutzgebiet Spertental. Da liegt der Gedanke nicht fern, Besucher und Wanderer über die Attraktionen näher zu informieren. Diesen Gedanken hat man tatsächlich aufgegriffen und einen Naturlehrpfad angelegt. Dieser Naturlehrpfad hebt sich deutlich – vor allem in der Länge – von ähnlichen Einrichtungen in anderen Regionen ab. Entlang eines 7,7 Kilometer langen Rundkurses informieren Schautafeln über die typischen Bäume, Tiere und Pflanzen des Gebiets. Die Runde führt von der Hintenbach- über die Sonnwend- und die Schusterbaueralm bis zur Karalm und im Tal herunten wieder zurück nach Hintenbach. Sie wird mit einer Gehzeit von 2 1/2 Stunden angegeben. Während unseres Abstiegs von der Hirzeggalm zur Hintenbachalm tangiert die Route ein Stück dieses Lehrpfads. Da sollten sich Eltern etwas Zeit nehmen und ihre Sprösslinge zumindest einige der Tafeln studieren lassen. Und falls diese großes Interesse zeigen, steht einem zweiten Besuch im Spertental ja nichts im Weg.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour19 km
Höhenunterschied1099 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAschau im Spertental (1013 m) bei Kirchberg, Parkplatz am Beginn der Mautstraße in den Unteren Grund.
TourencharakterWährend dieser Rundwanderung kommen wir an verschiedenen Almen vorbei, die allesamt eines gemeinsam haben - Es handelt sich um klassische Almbetriebe und nicht um Berggasthäuser, die sich zur besseren touristischen Nutzung die Bezeichnung „Alm“ umgehängt haben. Auch deshalb hält sich der Besucherandrang in Grenzen. Gerade im Schöntal und später am breiten Rücken oberhalb lässt sich ruhiges und idyllisches Wandervergnügen erleben. Allerdings sollte man unbedingt selbst im Rucksack eine Jause mitnehmen, denn die Möglichkeiten zur Einkehr und damit zu einer zünftigen Brotzeit halten sich bei dieser Tour in Grenzen. Die Hintenbach- und die Schöntalalm gehören zusammen. Es handelt sich um den Nieder- bzw. den Hochleger. Hintenbach umfasst eine Fläche von rund 50 Hektar, der Hochleger im Schöntal deutlich mehr – nämlich knapp 190 Hektar. Etwa 60 Stück Melkvieh und 60 Stück Jungvieh befinden sich hier. Zunächst weiden sie ab Ende Mai rund drei Wochen im Gebiet von Hintenbach, im Laufe des Almsommers wird die Weide jedoch mehrmals zwischen dem Hoch- und dem Niederleger gewechselt. Während die Gebäude der Hintenbachalm im Talboden des Unteren Grunds direkt an der Mautstraße stehen, darf man die Situierung des Hochlegers im ruhigen und abgeschiedenen Schöntal ohne Übertreibung als bemerkenswert bezeichnen. Als Tüpfelchen auf dem „i“ verwandeln sich die Hänge rundherum zur Blütezeit in ein schier endloses Meer an Almrosen. Freilich, wo diese typische Blumenart regelrecht „wuchert“ – und genau das macht sie hier –, steht weniger Futter für das Vieh zur Verfügung. Daran denken wir Wanderer klarerweise nicht, sondern erfreuen uns zu Recht an der fantastischen Optik. Man mag es kaum glauben, aber vor einigen Jahren hat ein Sturm dem Almgebäude schweren Schaden zugefügt. Der Dachstuhl wurde 100 Meter taleinwärts durch die Luft gewirbelt. Die Schäden sind jedoch schon längst wieder behoben. Zur Schöntalalm gehören außerdem ein weiteres kleines Gebäude im Talschluss und der gegenüberliegende Notstall für das Jungvieh. Gerade dieser Notstall strahlt beinahe kitschige Almromantik aus. Eine Form von Romantik, die man später ebenfalls rund um die Hirzeggalm spürt. Dort brauchen wir zum Glück nicht mit knurrendem Magen vorbeiwandern. Auf der Hirzeggalm erhalten Wanderer nämlich allemal eine Jause.
Beste Jahreszeit
KartentippAV-Karte 34/1, Kitzbüheler Alpen, westliches Blatt, 1 - 50.000
VerkehrsanbindungAuf der Inntalautobahn A 12 bis Wörgl, von dort ins Brixental bis Kirchberg. Von Kirchberg ins Spertental bis Aschau. Mit der Bahn bis Kirchberg, von dort mit dem Linienbus ins Spertental nach Aschau.
GastronomieHirzeggalm, Österreichische Bundesforste, bewirtschaftet von Anfang Juni bis Mitte Oktober (witterungsabhängig), keine Übernachtungsmöglichkeit.
Informationen
Dauer - Beginn Mautstraße – Hintenbachalm rund 45 Min., Hintenbachalm – Schöntalalm rund 1 1/2 Std., Schöntalalm – Spießnägel 1 1/2 - 2 Std., Spießnägel – Aschau (über Hirzeggalm und Hintenbachalm) rund 2 1/2 Std.; Gesamtgehzeit: rund 6 1/2 Std.
Tourismusbüro
TVB Kirchberg, Hauptstraße 8, 6365 Kirchberg, Tel. ++43/(0)5357/2309 oder 2000, Fax 3732; E-Mail: info@kirchberg.at;