Hiddensee

Autofreie »Perle der Ostsee« Meist bequeme Sand- und Klinkerwege, nur am Dornbusch teilweise steil. (Autor: Bernhard Pollmann)
31 km
100 m
4.00 h
Dünenheide Vom Fähranleger Neuendorf am Schaproder Bodden folgen wir der autofreien Inselstraße zwischen reetgedeckten Häusern durch das denkmalgeschützte winzige Fischerdorf Richtung Vitte und zweigen kurz hinter dem Ortsausgang in die Dünenheide ab. Als natürliche Landschaftspfleger halten Schafe die Heide durch Verbiss der angeflogenen Bäume frei von Verwaldung, nur die stacheligen Wacholder verschmähen sie, und so zählen die Wacholder zu den Charakterpflanzen neben Heidekraut, Glockenheide und Krähenbeere. Wäre nicht das Meer, dessen Strand hinter dem Küstenschutzwald am Rand der Heide zum Bad lockt, man könnte sich wie in der Lüneburger Heide fühlen – doch dort gibt es nicht diese einmalige Mischung aus Heide, Meeresrauschen und Salzwasserluft. Mehrere Wanderwege, alle sandig und anders als die Inselstraße für Fahrräder ungeeignet, führen durch das 120 ha große Gebiet, das die letzte große Zwergstrauchheide an der mecklenburg-vorpommerschen Küste und die einzige Dünenheide an der Ostseeküste bildet. Einkehrmöglichkeit besteht im Hotel »Heiderose« an der Inselstraße. Nach Durchqueren der Heide führt der Wanderweg durch aussichtsreiche Grünflur nach Vitte, das größte Dorf der Insel. Hier wechseln wir auf die Küstenpromenade und wandern längs der Sandstrände mit Blick zum steil aufragenden Dornbusch nordwärts. Kurz nach Passieren des Nationalpark-Hauses enden die Buhnen, die die Küste vor dem Abbruch bewahren sollen, und der Wanderweg mündet auf die Inselstraße (Norderende), die wenige Minuten später bei einem öffentlichten WC das Inselmuseum am Rand des Ortes Kloster erreicht. Wer einen Blick auf oder in das Gerhart-Hauptmann-Museum werfen will, erreicht es in 1 Minute rechts auf dem Kirchweg. Kloster Hauptort und Kirchdorf von Hiddensee ist der am Fuß des Dornbuschs gelegene Fährhafen Kloster, wo der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann, der ungekrönte »König von Hiddensee«, auf dem kleinen Inselfriedhof seine letzte Ruhestätte fand. Benannt ist der Ort nach einem Zisterzienserkloster, das hier von 1297 bis zur Reformation 1538 bestand. Die Klostergebäude wurden während des Dreißigjährigen Kriegs zerstört, erhalten ist am Friedhof das ehemalige Klostertor in der Nähe des Hauptmann-Grabs. Die im 14. Jh. errichtete »Kirche vor dem Klostertor«, die heutige Dorfkirche, war die Kirche der Fischer und Bauern. Hauptmann war keineswegs der einzige Künstler auf Hiddensee. Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters steht seit 1910 eines der schönsten Fachwerkhäuser der Insel, das 1909/10 erbaute Hotel »Hitthim«. Einen Teil der Wände im Restaurant schmücken Autogrammkarten von Dutzenden von Prominenten, die während der Goldenen Zwanzigerjahre hier tafelten und gesellig beieinander saßen - Joachim Ringelnatz, Albert Einstein, Sigmund Freud, Lion Feuchtwanger, Hans Fallada, Erich Mühsam, Asta Nielsen und viele andere. Bakenberg Neben dem Inselmuseum gehen wir zum Badestrand und folgen ihm rechts weiter am Fuß der Steilküste, bis nach wenigen Minuten rechts eine von Heckenrosen flankierte Treppe mit 151 Holzstufen aufwärts führt. Oben an der Verzweigung wechseln wir links auf den Hochuferweg. Dieser fahrradfreie, sandige Pfad leitet durch den artenreichen Dornbuschwald, zuweilen von Buschwerk fast zugewuchert. Immer wieder eröffnen sich zwischen Heckenrosen und anderen Büschen prachtvolle Ausblicke durch die Steilküste auf die See, deren Rauschen heraufdringt. Bald nach Passieren der Waldgaststätte Zum Klausner erreichen wir den 1888 errichteten Leuchtturm auf dem aussichtsreichen Bakenberg, der höchsten Erhebung der Insel. Bald nach Überschreiten des Bakenbergs gelangen wir in der Nähe des aussichtsreichen Swantibergs (empfehlenswerter Abstecher!) an einen Fahrradparkplatz. Da der Hochuferweg teilweise zerstört ist (durch Abbruch), wenden wir uns am Fahrradparkplatz landeinwärts und gelangen durch den Honiggrund zum Radweg auf der Boddenseite der Insel. Der geklinkerte Weg führt aussichtsreich in das kleine Reethausdorf Grieben und weiter nach Kloster. An der Wegekreuzung kurz vor dem Ort geht es links hinab zum Fährhafen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied100 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortDas Kirchdorf Schaprode im Westen der Insel Rügen ist der Haupthafen für Fahrten zur Insel Hiddensee. Ab Schaprode bestehen regelmäßige Schiffs- und Wassertaxiverbindungen nach Hiddensee. In der Saison fahren die Fährschiffe etwa siebenmal täglich nach Neuendorf, Vitte und Kloster auf Hiddensee. Hiddensee ist außerdem mit dem Schiff von Stralsund (etwa dreimal täglich), Wiek und Zingst (nur im Sommer) sowie ab Breege (zweimal täglich) zu erreichen. Die Fahrzeit von Schaprode nach Neuendorf beträgt 30, nach Vitte und Kloster je 45 Minuten. Für die Überfahrt von und nach Stralsund sind drei Stunden zu veranschlagen.
AusgangspunktHafen Schaprode. Hier gibt es mehrere bewachte Parkplätze.
TourencharakterDie Insel Hiddensee im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist ein Paradies mit Sandstränden, Steilküsten, Heideflächen und Wäldern – autofrei wie vor 100 Jahren, als die »Perle der Ostsee« von Schriftstellern, Malern und anderen Künstlern als Eiland der Inspiration entdeckt wurde. Da die Insel nur 18km lang und bis zu 2km breit ist, lässt sie sich im Rahmen eines Tagesausflugs bequem durchwandern - Vom unter Denkmalschutz stehenden Fischerort Neuendorf geht es durch die Hiddenseer Dünenheide, die sich im August in ein violettes Blütenmeer verwandelt, in das Künstlerdorf Kloster und auf den Bakenberg, wo sich am Leuchtturm ein einzigartiges Panorama öffnet. Von Kloster fährt das Schiff zurück zum Ausgangsort Schaprode auf Rügen – mit traumhaftem Blick zum Bakenberg und den anderen »Bergen« von Hiddensee.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50 000, Blatt 1004 Insel Rügen, oder Nordland Wander- und Freizeitkarte 1:50 000 Rügen und Hiddensee.
VerkehrsanbindungB 96 Stralsund – Rügendamm – Samtens, abzweigen nach Gingst und via Trent weiter nach Schaprode.
GastronomieNeuendorf, Vitte, Kloster, Klausner.
Tourismusbüro
Insel-Information Hiddensee, Norderende 162, 18565 Vitte, www.hiddensee.de

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