Herzogstandbahn

Leichte Bergwanderwege bis zu den Herzogstandhäusern bzw. zum Pavillon. Für den Übergang zum Heimgarten sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung (Drahtseilsicherungen). Auch der direkte Abstieg zur Talstation ist steil, Trittsicherheit erforderlich. (Autor: Heinrich Bauregger)
12 km
1111 m
3.00 h
Der Herzogstand erhielt seinen Namen um 1535 von den bayerischen Herzögen Wilhelm und Ludwig. Auch später war das Gebiet bevorzugtes Jagdrevier des bayerischen Herrscherhauses. König Ludwig II. war angeblich 22-mal Gast in den zur Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten königlichen Jagdhäusern. Später gingen die Herzogstandhäuser in den Besitz des DAV über, der diese aber nach dem Bau der Herzogstandbahn 1954 an einen Privatmann veräußerte. Im Juni 2004 konnte die Herzogstandbahn 50-jähriges Jubiläum feiern. Seit 1994 sind die Fahrgäste auch nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt, nachdem der Betrieb auf eine Gondelbahn umgestellt wurde. Das Wanderrevier dort oben ist beschränkt, doch allein die Aussicht vom Herzogstand auf den Kochelsee auf der einen und den Walchensee auf der anderen Seite sind den Ausflug wert.
Aufstieg zum Herzogstand.
Von der Bergstation schlendern wir zu den Herzogstandhäusern hinüber. Weiter geht es zum Herzogstand, den wir auf gutem Wanderweg über zahlreiche Kehren und durch dichte Latschenbestände erreichen. Auf dem Gipfel erwartet uns ein hübscher Pavillon, der zu einer kleinen Verschnaufpause einlädt.
Große Abstiegsrunde über den Heimgarten.
Vom Gipfel des Herzogstands geht es auf dem Verbindungsgrat zeitweise ausgesetzt (Drahtseilsicherungen) hinüber zum Heimgarten (1790 m), zuletzt in steilen Serpentinen hoch zum großen schlichten Gipfelkreuz. Von dort sind es nur wenige Meter zur unterhalb gelegenen Heimgartenhütte. Auf ausgeschildertem (»Walchensee«) und markiertem Bergsteig erst in Serpentinen durch Wald hinab, nach einer Lichtung folgt ein längerer Gegenanstieg, nun links am Rotwandkopf vorbei und über einen langen, bewaldeten Kamm nach Walchensee.
Direkter Abstieg nach Walchensee.
Von den Herzogstandhäusern führt ein ausgeschildeter Steig (Mark.-Nr. 446) rechts steil in Serpentinen durch Wald hinab zur Talstation der Herzogstandbahn.

Dauer.
Anstieg zum Herzogstand 3/4 Std.; Übergang zum Heimgarten 1 1/2 Std.; Abstieg von dort nach Walchensee 2 Std.; direkter Abstieg zur Talstation von den
Herzogstandhäusern 1 1/2 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied1111 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktTalstation der Herzogstandbahn
EndpunktTalstation der Herzogstandbahn
TourencharakterDie von der Gemeinde Kochel und der örtlichen Sparkasse geführte Bergbahn war bei ihrer Eröffnung 1954 eine Sesselbahn. 1994 wurde grundrenoviert, eine neue Tal- und Bergstation gebaut und auf Kabinenbetrieb umgestellt.
Bei der Fahrt von der Talstation (809 m) zur Bergstation (1600 m) auf dem Fahrenberg wird eine Strecke von 1388 m zurückgelegt. Die größte Steigung liegt bei 88 %, das Tragseil mit einem Durchmesser von 42 mm wird von zwei Stützen gehalten. Die Fahrzeit hat sich seit der Zeit des Sessellifts
von 11 auf 4 Min. verringert.
Beste Jahreszeit
KartentippBLVA, topografische Karte 1 - 50000, Bad Tölz – Lenggries und Umgebung.
VerkehrsanbindungAuto. Garmischer Autobahn (A 95) bis zur Ausfahrt Kochelsee, dann über Schlehdorf, Kochelsee und die Kesselbergstraße nach Walchensee zur Talstation der Herzogstandbahn. Großer Parkplatz (gebührenpflichtig). Bahn/Bus. Mit der Deutschen Bahn über Murnau nach Kochel am See, von dort mit RVO-Bus über den Kesselberg nach Walchensee zur Talstation der Herzogstandbahn.
GastronomieHerzogstandhäuser. (1575 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, 24 Betten, 39 Lager; Tel. 0 88 51/2 34. Heimgartenhütte. (1790 m), in den Sommermonaten einfach bewirtschaftet, keine Übernachtung.
Tipps
Ein Besuch des Walchenseekraftwerks in Kochel. Das von Oscar von Miller – dem Begründer des Deutschen Museums – in den Jahren 1918–1924 erbaute Werk erregte damals höchste Bewunderung. Durch sechs Druckleitungen schießt das Wasser aus dem 200 Meter höher gelegenem Walchensee herab, um die Turbinen anzutreiben. Öffnungszeiten - Mai bis September 9–18 Uhr, Oktober bis April 9–17 Uhr. Eintritt.
Höchster Punkt
Herzogstand (1731 m), Heimgarten (1788 m).
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