Herzogstand und Heimgarten, 1791 m

Ein absoluter Wanderklassiker! Nur mäßig anstrengend, der leicht felsige Übergang vom Herzogstand zum Heimgarten verlangt Trittsicherheit. Wanderstöcke für den langen Abstieg angenehm. Von beiden Gipfeln kontrastreiche Aussicht: Seen und Berge (Autor: Eugen E. Hüsler)
9 km
1180 m
3.00 h
Auf den Herzogstand Von der Seilbahnstation führt ein breiter Weg südlich um den Fahrenbergkopf (1627 m; Kriegerkapelle) herum zum Herzogstandhaus (1573 m). Hier münden zwei Talanstiege: von Norden der komfortable Reitweg, von Süden der Walchensee-Steig (sehr lohnend, etwa 2.15 Std.). Der Weiterweg zum Pavillon am Herzogstand (1731 m) schneidet zunächst die Ostflanke des Martinskopfs und zickzackt dann zwischen den Latschen in moderater Steigung zum Gipfel (1731 m). Ludwig II., der oft hier weilte, dürfte die Strecke wohl jeweils sitzend zurückgelegt haben – auf dem Rücken seines Pferdes Panorama Das Wandervolk unserer Tage versteht sich besser auf den Umgang mit Pferdestärken als Rössern, geht deshalb zu Fuß – nach der Seilbahnfahrt allerdings keine besondere Anstrengung. Knapp eine dreiviertel Stunde dauert der Anstieg, auf dem man bei schönem Wetter bestimmt nicht allein ist. Das Panorama zeigt sich dann von erlesener Schönheit und ist sogar jenem von der Benediktenwand überlegen. Da sind einmal die Tiefblicke auf den Kochel- und den Walchensee, hinaus in die Loisachfilzen, dann der herrliche Fernblick – über die Mittenwalder Senke – zu den Gipfeln und Gletschern der Stubaier Alpen. Ein felsiger Grat AmGipfel warnt ein Schild des Alpenvereins »Nur für Geübte! «, und gemeint ist damit derWeghinüber zum Heimgarten. Den kann man vom Herzogstand aus als dünne Spur zwischen den Latschen verfolgen; nicht zu übersehen sind auch die felsigen Abschnitte des recht schmalen Grates. Deshalb halten Ausflügler vernünftigerweise Abstand. Wer einigermaßen trittsicher ist und beim Blick in die Tiefe nicht gleich weiche Knie bekommt, darf sich guten Gewissens an die gut einstündige Kammwanderung wagen. Sie führt vom Herzogstand zunächst kurz an dem nordwestseitigen, schrofigen Gipfelhang abwärts, dann – nur mehr leicht an Höhe verlierend – am schmalen Grat entlang. Seilgeländer sowie Drahtseile sichern die etwas ausgesetzten Passagen. Tausend Meter tiefer liegt zur Rechten der Kochelsee. Eine felsige Gratkuppe mit Kreuz (1666 m) wird links umgangen; am tiefsten Punkt (1598 m) des Kamms beginnt der etwa halbstündige Gegenanstieg zum Heimgarten (1791 m; 2 Std.), garniert mit reichlich Geröll und Schrofen. Ein (mittlerweile völlig verblasstes) Schild informierte früher Weitwanderer über ein mögliches Fernziel: Nockherberg, 16 Std. Ein Bier bekommt man aber auch gleich nebenan in der Heimgartenhütte (1780 m), was entschieden bequemer ist, mit schönstem Bergblick noch dazu. Ob das Panorama hier vielleicht noch einen Tick faszinierender ist als jenes vom Herzogstand? Abstieg zum Walchensee Der Abstieg verläuft über den Südhang des Heimgartens und bald einmal in den Wald, dann in Serpentinen hinunter in den Sattel bei der Ohlstädter Alm (1413 m). Ein kurzer Gegenanstieg führt auf eine Geländeschulter (1460 m) westlich des Rotwandkopfs,dann geht’s wieder bergab, zuerst südwärts, dann in Ostrichtung. An dem allmählich schmaler werdenden Grat läuft das Weglein in vielen kurzen Kehren bergab. Eine längere Treppe entlässt einens chließlich in flacheres Gelände; auf einer breiten Fahrspur spaziert man zurück ins Siedlungsgebiet von Walchensee (813 m). Zuletzt links zum Parkplatz der Herzogstand-Seilbahn(3.45 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1180 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortKochel am See (781 m)
AusgangspunktBergstation der Herzogstand-Seilbahn (1605 m)
EndpunktTalstation der Herzogstand-Seilbahn am Walchensee (814 m)
TourencharakterIn der Hitliste von Oberbayerns Wanderzielen stehen Herzogstand und Heimgarten ganz oben. Kein Wunder, denn der Weg über die beiden Gipfel ist einfach zu schön, bei passendem Wetter ein einziges Schaulaufen. Auf der einen Seite sieht man weit über den Starnberger See hinaus ins flache Land, nach Süden ins Karwendel, zur Zugspitze und bis zum Alpenhauptkamm, wo sich Gipfel an Gipfel reiht. Dazu kommen die fesselnden Tiefblicke auf den Kochelsee und den Walchensee. Diese Aussicht liebte auch Maximilian II. – der Herzogstand war eines seiner bevorzugten Jagdreviere. Er ließ den Reitweg vom Kesselberg herauf anlegen, eine erste Hütte errichten, dazu auf den drei Gipfeln kleine Pavillons, von denen allerdings bloß jener auf dem Herzogstand erhalten blieb.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt 1:50000, Blatt UK 50-52 »Bad Tölz – Lenggries «
MarkierungenOrdentlich markierte Wege
VerkehrsanbindungVon München kommt man per Bahn oder über die Garmischer Autobahn (Ausfahrt Murnau/Kochel) nach Kochel am See. Busverbindung über den Kesselberg nach Walchensee; großer Parkplatz an der Talstation der Seilbahn
GastronomieHerzogstandhaus, Weihnachten bis Mitte November, Tel. 08851/234, www.berggasthaus- herzogstand.de; Heimgartenhütte, Mai bis Oktober
Tourismusbüro
Tourismus Kochel, Bahnhofstraße 23, 82431 Kochel am See; Tel. 08851/338, info@kochel.de, www.kochel.de

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