Herzogstand und Heimgarten

Berg-Klassiker über dem Kochelsee
Südlich des oberbayerischen Seengebietes (Starnberger See, Osterseen, Kochelsee) breitet sich ein besonders auffälliger Bergzug hin: Herzogstand und Heimgarten, verbunden durch einen langen Grat. Die Überschreitung der beiden Gipfel ist bei schwindelfreien Bergwanderern ein Evergreen.
Man sollte mit der Bahn anreisen. Von München nach Kochel. Dort umsteigen in den Bus und sich hinaufbringen lassen zur Passhöhe des Kesselbergs. Da beginnt der Weg. Lang und breit zu den Herzogstandhäusern. Die erste Stunde ist ein wenig monoton. Wenn der Wald sich lichtet, beginnt jedoch der Tag zu leben.
Auf breitem Ziehweg steigt man unter den Nordostabbrüchen des Herzogstands hinauf zu den Häusern (1575 m). Rast machen, wo sich 1865 König Max von Bayern eine Jagdhütte errichten, wo Ludwig II. ein für ihn ungewöhnlich schlichtes „Königshaus“ hinstellen ließ. Dann geht es nordwestlich hinüber und in einigen Kehren hinauf zum Gipfelpavillon des Herzogstands (1731 m).
Es wäre das schon eine Tour für sich, und wer es gemütlicher angehen lassen will, geht jetzt zurück zu den Häusern und dann vielleicht südseitig hinunter zum Walchensee.
Reizvoll ist der Grat hinüber zum Heimgarten. Und mit ein wenig Vorsicht ist er genussvoll zu begehen. Zur einen Seite der Kochelsee mit dem weiten Alpenvorland, zur anderen der Walchensee mit den dahinter sich aufbauenden Karwendelbergen. Zuletzt führt der Steig über einen steilen Hang hinauf zum Gipfel des Heimgartens (1790 m) und zum wenige Meter tiefer gelegenen Hüttchen.
Hier wird manch einer wünschen, die Zeit bliebe stehen. Aber der Weg nordwestlich hinab zur Bärenfleckhütte und hinaus nach Ohlstadt ist noch ein gutes Stück weit. Zugegeben: Lang ist diese Voralpentour. Aber dafür setzt man sich in Ohlstadt dann in den Zug Richtung München, träumt in den Tag zurück und pfeift auf den Verkehr.

Dauer:

Von der Kesselbergstraße zu den Herzogstandhäusern 2 Std.; weiter zum Herzogstandgipfel 1/2 Std. Die Überschreitung vom Herzogstand zum Heimgarten erfordert 1 1/2 Std., der Abstieg nach Ohlstadt bzw. nach Walchensee 2 Std. Gesamtgehzeit: etwa 6 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortKochel, 605 m. Ohlstadt, 664 m.
AusgangspunktKesselberg-Passhöhe, 850 m.
TourencharakterDer Anstieg zu den Herzogstandhäusern ist eine leichte Bergwanderung. Für die Überschreitung zum Heimgarten sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vonnöten. Die Abstiege nach Ohlstadt bzw. nach Walchensee auf Berg- und Waldwegen weisen keine nennenswerten Schwierigkeiten auf.
Beste Jahreszeit
KartentippTopographische Karte 1:50 000, Sonderblatt „Bad Tölz – Lenggries und Umgebung“ (LVG).
Verkehrsanbindunga) mit dem Auto: Auf der Autobahn München – Garmisch bis zur Ausfahrt Murnau, dann über Kochel zur Kesselberg-Passhöhe (mehrere Parkplätze). b) mit Bahn/Bus: Bahnlinie München – Kochel; von dort RVO-Bus zum Ausgangspunkt bei der Kesselberghöhe.
GastronomieHerzogstandhäuser, 1575 m (privat, ganzjährig bewirtschaftet, 40 Betten); Heimgartenhütte, 1780 m (in den Sommermonaten einfache Bewirtschaftung, keine Übernachtung).
Höchster Punkt
Herzogstand, 1731 m. Heimgarten, 1790 m.
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