Herrstein, 2447 m

Ein schroffer Gipfel mit entsprechend rauem Aufstieg, reichlich Geröll und zuletzt kurzer gesicherter Felspassage. Fantastisch der Tiefblick auf den Pragser Wildsee, schönes Panorama (Autor: Eugen E. Hüsler)
Aufstieg Beim Seehotel beginnt auch die Herrstein-Tour, zunächst im Uhrzeigersinn auf dem breiten Uferweg. Nach gut 500 Metern zweigt spitzwinklig links ein Fahrweg ab (Tafel »Herrstein«). Man folgt ihm ein Stück weit, biegt dann ein in eine schmale Spur (Markierung), die in dem zunehmend lichter werdenden Wald steil gegen die wilden Westabstürze des Herrsteins ansteigt. Recht mühsam geht’s im Geröll (Steinmännchen) hinauf zum Wandfuß. Über komfortabel breite Bänder quert man anschließend nach rechts, dann zickzackt das Weglein hinauf zu einer winzigen Scharte unter dem Großen Apostel (1.30 Std.). Eine Spur leitet hier zwischen brusthohen Latschen zu einem fantastischen Ausguck über dem Pragser Wildsee (Bank). Bei der anschließenden Querung (mit leichtem Höhenverlust) bietet sich nochmals ein packender Tiefblick auf das Gewässer, dann folgt der Anstieg durch einen langgestreckten Graben hinauf zum Weißlahnsattel (2194 m). Aus der Scharte geht’s in kurzen Kehren bergan gegen den Grat. Mit einem kurzen Zwischenabstieg leitet das Weglein hinüber zum felsigen Gipfelaufbau; solide Ketten helfen hinauf zum Gipfelkreuz (3 Std.). Abstieg Über den Anstiegsweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortPrags (1222 m)
AusgangspunktPragser Wildsee (1489 m); große Parkplätze vor dem See
EndpunktPragser Wildsee (1489 m); große Parkplätze vor dem See
TourencharakterDass die Besteigung des Herrsteins Vertretern des sogenannten »starken Geschlechts« vorbehalten sei, ist natürlich purer Nonsens; ungeeignet ist die Tour allerdings für Konditionsschwache – tausend Höhenmeter ergeben ein ordentliches Tagespensum. Nicht unbedingt geeignet ist die Herrstein-Tour auch für all jene, die komfortable Wege vorziehen und nicht auf eine gemütliche Einkehr unterwegs verzichten mögen. Der Aufstieg lässt sich gut mit »steinig« umschreiben, denn Steine hat es an dem Weg zum Herrstein, der so unnahbar schroff über dem Pragser Wildsee thront, jede Menge, große und auch kleine, letztere in Form von sehr beweglichen Schutthängen, und der finale Felsaufschwung (Kettensicherung) mag den einen oder die andere gar abschrecken. Doch die Mühe lohnt sich allemal, allein schon wegen der faszinierenden Tiefblicke auf den Wildsee. Und dann sind da noch die vielen kleinen Sehenswürdigkeiten links und rechts des Weges: Südalpenflora. Das berühmte Tüpfelchen aufs »I« ist dann das Panorama, von dem Paul Grohmann sagte, dass es »den gepriesenen Gipfeln der Dolomitenwelt in keiner Weise nachsteht.« Ein bisschen übertrieben hat er da vielleicht schon, auf jeden Fall ist es, bedingt durch die Lage des Gipfels am Rand der Dolomiten, sehr kontrastreich. Und überraschend weit. Der nördliche Horizont reicht vom Zuckerhütl in den Stubaiern bis zur Hochalmspitze in den Hohen Tauern. Näher sind die Gipfel im Süden: Dolomitenzauber. Eine Phalanx aus Stein, markante Profile und unbekannte Zacken, tiefe Gräben dazwischen, Schuttreißen und Karrenplateaus. Aber weder Liftanlagen noch Pistenschneisen, dafür – nur gut drei Kilometer vom Pragser Wildsee – eine geradezu himmlische Ruhe, nur gelegentlich vom Warnpfiff eines Murmeltiers oder dem Rufen einer Bergdohle unterbrochen, die den Wanderer entdeckt hat und auf einen Happen aus dem Rucksack hofft … Der Wildsee Er gilt als eine »Perle der Dolomiten«, und das garantiert viel Besuch. Zu viel, meint der Naturfreund, und wenn er gut zu Fuß ist, verzieht er sich auf die Höhen rundum. Den schönsten Blick auf das Gewässer bietet ohnehin jene Latschenkanzel mit Bank am Weg zum Herrstein. Von hoher Warte liegt der See selbst an einem schönen Sommersonntag ruhig zwischen den schroffen Felsmauern, bewacht vom mächtigen Seekofel (2810 m). An seinem Abfluss steht der altehrwürdige Kasten des Hotels, das seit über einem Jahrhundert Gäste beherbergt. Auch ungewöhnliche, wie am Ende des Zweiten Weltkriegs jene KZPromis, die sich hier – durch Angehörige der Deutschen Wehrmacht aus den Fängen der SS befreit – von einer gefährlichen Odysse erholten.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 031 »Pragser Dolomiten «
MarkierungenRot-weiß, Wegnummer 58; zum Gipfel hin rote Punkte
VerkehrsanbindungZum Pragser Wildsee führt aus dem Pustertal eine gut ausgebaute Straße; Abzweigung zwischen Welsberg und Niederdorf. Buslinie zum See
GastronomieHotel Pragser Wildsee
Tourismusbüro
Tourismusverein, Außerprags 78, I-39030 Prags; Tel. +39/0474/748 660, www.prags.net

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