Heiligkreuzkofel, 2907 m

Die Besteigung des Heiligkreuzkofels bietet eine Fülle kontrastreicher Gebirgsbilder. Trittsicherheit und Bergerfahrung sind unerlässlich; im Anstieg zur Kreuzkofelscharte einige gesicherte Passagen, im Abstieg von der Forcela de Medesc viel Geröll. Vom Heiligkreuzkofel große Aussicht (Autor: Eugen E. Hüsler)
In die Felsen Vom Hospiz Heiligkreuz (2045 m) führt eine Wegspur durch Latschengassen und über Geröll bergan gegen den Fuß der riesigen Kreuzkofelwand. Drahtseile helfen über den ersten, gestuften Felsaufschwung hinweg, über Bänder und Schrofen geht’s mit zunehmend freier Aussicht weiter bergan. Eine felsige Steilstufe ist durch Drahtseile entschärft; sie mündet auf einer Felskanzel, von der sich ein packender Tiefblick ins Hochabtei bietet. Fern am südlichen Horizont glänzt der Firnschild der Marmolada. Unter senkrechten Felsen quert der Weg zu einer mächtigen Geröllreiße. An ihrem linken Rand müht man sich (Drahtseile) über den lockeren Untergrund hinauf in die Kreuzkofelscharte (2612 m; 2 Std.). Zum Gipfel Hier beginnt links der eigentliche Gipfelweg. Er folgt dem Grat, hält aber bis auf zwei kurze Passagen sicheren Abstand zu den vertikalen Abbrüchen. Er vermittelt herrlich freien Ausblicken über das riesige Karstund Almgelände von Fanes. Über einen geröllbedeckten Hang gewinnt man schließlich den Gipfel des Heiligkreuzkofels (3 Std.). Abstieg Auf dem Hinweg zurück in die Kreuzkofelscharte (2612 m; 3.45 Std.). Hier fädelt man ein in die rot markierte, dünne Spur, die mit einigem Auf und Ab östlich um den Piz de Medesc herum in die Forcela de Medesc (2533 m; 4.15 Std.) führt. Aus dem Joch geht’s zunächst im Geröll hinunter ins Grüne. An der Mündung des lang gestreckten Grabens (Schilder, ca. 2000 m) biegt man rechts in den Höhenweg ein, der mit Aussicht auf die Bergkulisse des Gadertals zurückleitet nach Heiligkreuz (2045 m; 6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour0 km
Höhenunterschied950 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortPedratsches (Badia, 1324 m)
AusgangspunktHospiz Heiligkreuz (2045 m), Lifte von Pedratsches bis die Nähe der Wallfahrtskirche
EndpunktHospiz Heiligkreuz (2045 m), Lifte von Pedratsches bis die Nähe der Wallfahrtskirche
TourencharakterEin Profil, das sogar in den Dolomiten Seltenheitswert hat: der Heiligkreuzkofel (L’Ciaval, 2907 m), senkrechter Absturz auf der einen, Plateaurand auf der anderen Seite. Während durch die dem Hochabtei zugewandte Flanke einige extrem schwierige Kletterrouten verlaufen, darunter eine von Reinhold und Günther Messner 1968 am Zentralpfeiler eröffnete, lässt sich der gleiche Berg von der Kleinen Fanesalpe aus sozusagen »auf einem Bein« ersteigen. Zwischen diesen beiden Extremen liegt der auf kürzeren Abschnitten gesicherte Weg über die Kreuzkofelscharte (2612 m) herauf, keine Kletterei natürlich, aber immerhin ein Felssteig, dem recht schwierigen Gelände abgetrotzt, wo erforderlich mit Seilsicherungen, damit man diesen Gang zwischen Himmel und Erde auch richtig genießen kann. Die faszinierenden Ein- und Ausblicke vor allem, in die gewaltigen rötlich-braunen Felsfluchten, über das grüne Tal der Gader, zur Marmolada, die mit ihrem Eispanzer einen unübersehbaren Akzent im Süden setzt, nördlich zur weißen, vielfach gebrochenen Kammlinie des Zillertaler Hauptkamms. Der eigenartigen Gesteinsfärbung verdankt der Heiligkreuzkofel seinen alten Namen: Piz d’Ciaval, deutsch Rosshautkofel. Den heute üblichen Namen hat der Berg vom Hospiz Heiligkreuz, das in schöner Aussichtslage am Fuß der Kreuzkofelwände steht. Um die Ursprünge des kleinen Wallfahrtsortes ranken sich allerlei Legenden; möglicherweise geht das Kirchlein, dessen gotisches Äußeres trotz späterer Umbauten weitgehend erhalten blieb, auf eine Einsiedelei zurück. Einsamkeit herrscht heute nur noch selten rund um Heiligkreuz (ladinisch Crusc, 2045 m), das mehr Ausflugs- als Wallfahrtsort ist. Zumal seit ein paar Jahren die Liftanlage ganz in der Nähe endet und den Besuchern – der Eremit am Berg hätte es vielleicht so formuliert – Aussicht ohne durch Anstrengung gewonnene Einsicht ermöglicht. Modern times. Wer den Gipfel des Heiligkreuzkofels im Visier hat, wird das Angebot zur Liftfahrt in der Regel gerne annehmen; 900 statt 1700 Höhenmeter – für einigermaßen trainierte Bergwanderer ein durchaus verträgliches Tagespensum. Und wer nicht auf dem Anstiegsweg nach Heiligkreuz absteigen möchte, dem sei als – landschaftlich sehr schöne – Alternative der Umund Rückweg über die Forcela de Medesc empfohlen: ein paar zusätzliche Höhenmeter und etwa eine Stunde Gehzeit mehr. Dafür gibt’s als finale Überraschung eine herrlich aussichtsreiche Höhenwanderung am Fuß des Kreuzkofelmassivs.
KartentippTabacco 1:25 000, Blatt 07 »Hochabtei – Arabba – Marmolada«
MarkierungenRot-weiße und rote Markierungen, Wegnummern 7, 12, 15
VerkehrsanbindungPedratsches liegt im Hochabtei; Anfahrt von Bruneck/St. Lorenzen durch die gut ausgebaute Talstraße. Buslinie
GastronomieHospiz Heiligkreuz bei der Bergstation des Sessellifts
Tourismusbüro
Tourismusverband Alta Badia, Col-Alt-Straße 36, I-39033 Corvara; Tel. +39/0471/83 61 76, corvara@altabadia.org, www.altabadia.org

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