Heidewanderung zu den Halterner Seen

Diese Waldwanderung führt vorbei an klaren Seen durch die Bilderbuchheide der Hohen Mark. Der Naturpark ist eines der größten Heidegebiete Westfalens und gehört zu den landschaftlich schönsten Ausflugzielen der Region. (Autor: Bernhard Pollmann)
16 km
50 m
4.00 h

Hohe Mark

Der Naturpark Hohe Mark umfasst 1.040 Quadratkilometer der Grünfluren und Wälder am Übergang von Münsterland, Niederrhein und Ruhrgebiet. Vom Diersfordter Forst bei Hamminkeln erstreckt sich der 1963 gegründete Naturpark 60 km ostwärts bis zur Rauschenburg an der Lippe zwischen Olfen und Datteln. Im bewaldeten Hügelland der Haard, seinem südlichsten Ausläufer, markiert der Stimberg (154 m) bei Oer-Erkenschwick seine höchste Erhebung.

Mittelpunkt und Namensgeber des Naturparks ist das bewaldete Hügelgebiet der Hohen Mark über der Lippeniederung bei Haltern am See. Zentrale Wasserader des Naturparks ist die Lippe, deren bedeutendster Zufluss, die Stever, kurz vor ihrer Mündung zum Halterner See aufgestaut ist.

Halterner See

Nach Queren der Bundesstraße am Hotel »Seehof« führen die Markierungen »A4« und »x« kurz längs der B 58 aussichtsreich rechts. Gleich darauf zweigen »A4« und »x« bei einem Biergarten halb links in die Wälder am Ufer des Halterner Sees ab. Der Blick schweift auf die Overrather Insel mitten im See; links zeigt sich der Strand, dahinter spitzt der Kirchturm von Haltern aus den Wäldern.

Der Halterner Stausee entstand 1930 durch Aufstauung der Stever und des Mühlenbachs. Durch Aussandungen wurde er später erheblich vergrößert. Auf einer Fläche von 300 Hektar werden rund 20 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut - Ein bedeutender Teil ist Trinkwasser für über eine Million Menschen im westlichen Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet. Kleinere Bereiche sind als Freizeit- und Wassersportgebiet ausgewiesen, so das Strandbad mit seinem mehr als 1 km langen Sandstrand. Der mit Seilen abgesteckte Schwimmbereich endet 150 m vom Ufer, weiter draußen kreuzen Segelboote und das Fahrgastschiff »Möwe«. Letzteres pendelt von Mai bis September täglich außer montags zwischen den Anlegestellen an der Stadtmühlenbucht, am Seehof und am Stockwieser Damm.

An der Verzweigung, wo sich die x-Markierung waldeinwärts wendet (Abkürzungsmöglichkeit), laden Sitzbänke zu aussichtsreicher Rast. Der Rundwanderweg A4 folgt der aussichtsreichen Uferpromenade weiter geradeaus. Am Naturschutzgebiet Seebucht Hoher Niemen – hier springt in der Nähe der von der weißen Antoniusbrücke überspannten Mündung der Stever eine von Birken bewachsene Landzunge weit in den See vor – schwingt der A4-Weg rechts zum Parkplatz beim US-Restaurant »Lakeside Inn« an der Landstraße (Stockwieser Damm, Motorrad- und Wanderparkplatz).

Hullerner See

Nach Queren des Stockwieser Damms neben dem »Lakeside Inn« führt die Markierung »x1« an einem kleinen Sandstrand vorbei waldeinwärts längs der Stever. In schönem Laubwald führt der Weg, an dem Bänke und eine Schutzhütte zur Rast laden, steveraufwärts, passiert den Boots- und Fahrradverleih an der Siedlung Overrath und erreicht den Gasthof Heimingshof (die Steverbrücke links bietet Blick auf das Stauwehr des Hullerner Sees). Am Parkplatz führt der x-Wanderweg geradeaus weiter, links öffnen sich immer wieder Blicke auf den Hullerner Stausee.

Der 1985 in der Stever aufgestaute Hullerner See am Fuß der Borkenberge hat ein Stauvolumen von 11 Millionen Kubikmeter und dient der Trinkwasserversorgung. 1991 gründeten Kormorane hier ihre erste Kolonie in Westfalen; alljährlich im Herbst haben sie hier einen bedeutenden Rastplatz. Neben Kormoranen und Haubentauchern lassen sich am Hullerner See auch Graureiher, Gänse, Reiherenten und andere Vogelarten beobachten.

Benannt ist der Stausee nach dem im Jahr 1313 erstmals erwähnten Dorf Hullern, dessen neugotische Kirche mit ihrem Spitzhelm weithin sichtbar der Feldflur entragt. Bald nach Passieren einer kleinen Schutzhütte zweigt der x-Weg an einer alten Eiche Richtung Hullern ab, während wir dem Zeichen »A2« geradeaus folgen. Links finden sich Rastbänke mit schönem Blick auf den See, rechts zeigt sich der Spitzhelm der Hullerner Kirche. Beim Hofgebäude Hagemann steht eine Kapelle; aussichtsreich führt der Weg weiter am Waldrand und links am von Heckenrosen und Wald bestandenen Aussichtsberg vorbei zur Stegbrücke, an der erneut Bänke zur Rast laden – ein schöner Rastplatz im Grünen am Wasser.

An der kleinen Schutzhütte kurz hinter der Brücke wechselt »A2« halb links auf einen Waldweg und am Ende links auf den Asphaltweg, der mit dem Hauptwanderwegezeichen »x2« markiert ist. Schon bald endet der Asphaltbelag, und im Wald geht es am Rand des Truppenübungsplatzes Borkenberge entlang. Schließlich zweigt der Weg »A2« hinter einer Sitzbank mit Seeblick halb links ab und führt zur Steverbrücke beim Heimingshof. Vor der Brücke zweigen wir rechts Richtung Jugendherberge ab (A1) auf das Sträßlein Im Greinenkamp und gelangen an Wochenendhäusern und Villen vorbei auf den uferbegleitenden Waldweg, der zurück zum Stockwieser Damm führt, an der Landstraße links zum Motorrad- und Wanderparkplatz beim Lakeside Inn.

Westruper Heide

Vom Parkplatz beim »Lakeside Inn« folgt die Markierung »x10« der Landstraße im Wald südwärts zur Ampelkreuzung an der B 58. Kurz nach Queren der Bundesstraße zweigt »x10« links in den Wald ab und schwingt dann rechts zum Wanderparkplatz Westruper Heide an der Landstraße (Flaesheimer Damm). An der Parkplatzeinfahrt queren wir die Landstraße und folgen den Markierungen »A1/3/5« geradeaus in die Westruper Heide. Der markierte Weg führt am Rand dieses eindrucksvollen Heidegebiets mit seinen Wacholdern und alten Einzelkiefern entlang; mehrfach zweigen Wege in die Heide ab, in der Sitzbänke zur Rast laden. Geht man durch den Kieferngürtel links, sieht man ein großes Sandabbaugelände. 

Die Westruper Heide mit ihren über 1.000 bis zu 5 m hohen Wacholdern ist eines der größten und beeindruckendsten Heidegebiete Westfalens. Sie bedeckt rund 66 Hektar des dünenartig aufgewehten, welligen Sandgebiets zwischen Lippe und Stever südöstlich des Halterner Stausees. Von August bis Anfang September verwandeln sich die Heideflächen, in denen zum Teil uralte Kiefern als Einzelbäume leben, in ein violettes Blütenmeer. Schafe verbeißen angeflogene Bäume und halten die Heideflächen frei von Verwaldung. Bis ins ausgehende 19. Jh. waren die ausgedehnten Dünenfelder, die auf der Niederterrasse der Lippe auftreten, noch überwiegend von Heide bedeckt; die Westruper Heide ist der bedeutendste Rest dieser untergegangenen Heidelandschaft. Am Ende der Heide erreicht der Weg den Seehof, unseren Ausgangspunkt.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied50 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortHaltern (40 m), »Römerstadt« (Westfälisches Römermuseum) in der Wald- und Heidelandschaft des Naturparks Hohe Mark am Halterner See, einem bedeutenden Erholungsgebiet am Übergang von Ruhrgebiet und Münsterland.
AusgangspunktBushaltestelle, Parkplätze und Schiffsanlegestelle Seehof (40 m) am gleichnamigen Hotel-Restaurant am Halterner See an der B 58
TourencharakterDie Halterner Seen – Halterner See und Hullerner See – und ihre waldreiche Umgebung im Naturpark Hohe Mark bilden eines der landschaftlich schönsten Ausflugs- und Wandergebiete Westfalens. Die Westruper Heide mit ihren über 1.000 bis zu fünf Meter hohen Wacholdern ist eines der größten Heidegebiete.
Beste Jahreszeit
KartentippFreizeitkarte (1:50 000), Blatt 8 Naturpark Hohe Mark (Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen)
VerkehrsanbindungAuto: Auf der A 43 vom Ruhrgebiet Richtung Münster bis zur Ausfahrt Haltern, weiter auf der B 58 Richtung Haltern.
Bahn: Die nächsten Bahnhöfe sind Haltern am See und Haltern am See-Sythen (DB-Hauptstrecke Ruhrgebiet – Münster).
GastronomieWellness- und Tagungshotel »Seehof« in Haltern (mehrere Restaurants) 
US-Restaurant »Lakeside Inn« gegenüber dem Motorradtreff am Stockwieser Damm
Landgasthof Heimingshof
Tourismusbüro
Tourist Information Haltern, Altes Rathaus, Markt 1, 45721 Haltern, Tel. 02364/933400, www.haltern.de

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