Gufferthütte

Die älteste Kultstätte Tirols (Autor: Wolfgang Taschner, Michael Reimer)
18 km
500 m
3.00 h
Aufstieg von Wildbad Kreuth.
Die Gufferthütte liegt etwa 600 Meter südlich der deutsch-österreichischen Grenze auf österreichischem Gebiet. Sie ist von beiden Seiten der Grenze erreichbar. Von Wildbad Kreuth aus nimmt man einen Forstweg und wandert fast eben in südöstlicher Richtung an der Schwaigeralm und am Schwarzen Kreuz vorbei bis zum Steinernen Kreuz. Von dort geht es auf einem Steig (Weg BB 1) steil aufwärts. Kurz vor der Bayrbachalm zweigt der Weg BB 1 links ab. Ab dieser Kreuzung folgt man dem Weg BB 2 und kommt unter der Halserspitz vorbei in ein sich öffnendes Tal. Nach Überschreiten einer Hochfläche sind es dann nur noch wenige Schritte hinunter zur Gufferthütte. Der Anstieg führt an einem Kreuz vorbei und dauert insgesamt rund drei Stunden. Wer unterwegs noch den Gipfel der Halserspitz besteigen möchte, sollte etwa eineinhalb Stunden mehr einplanen.
Aufstieg von Steinberg.
Von der österreichischen Seite ist die Gehzeit um eine Stunde kürzer. Der Weg ist durchgehend für Mountainbikes oder mit dem Kinderwagen befahrbar. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Köglboden, etwa auf halber Strecke an der Straße zwischen Achenkirch und Steinberg. Ein Forstweg führt zunächst ziemlich flach in das bewaldete Tal hinein, später steigt es dann etwas an. Das Rauschen des begleitenden Bachs ist mal auf der rechten, mal auf der linken Seite zu hören. Am Ende lichtet sich der Wald und die Gufferthütte, die bereits über den Almwiesen gut zu sehen ist, wird nach wenigen Minuten erreicht.
Von der alten zur modernen Hütte.
Die Grundmauern der Gufferthütte stammen noch aus dem Jahr 1926. Da es lange Zeit keine Zufahrt gab, musste alles zu Fuß hinaufgetragen werden. Dass es auf der Hütte keinen Strom gab, war ein weiteres Problem. Erste Versuche mit einem umweltfreundlichen, mit Rapsöl betriebenen Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung und Wärmegewinnung scheiterten. Im Jahr 1998 folgte dann der große Umbau: Angefangen von der Außenfassade über die Quartiere bis hin zu Küche und Gaststube wurde innerhalb von fünf Jahren alles komplett erneuert. Hinzu kam die Realisierung eines innovativen Energiekonzepts mit einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk und einer Fotovoltaik-Anlage.
Seither stehen auf der Gufferthütte Strom und Warmwasser in ausreichender Menge zur Verfügung. Es gibt genügend Duschen, sodass sich auch anspruchsvolle Gäste wohl fühlen.
Von der Hütte zu den heiligen Quellen.
Etwa eine Dreiviertelstunde von der Gufferthütte entfernt bringen am Fuß des Schneidjochs zwei Quellen ihr Wasser aus dem Erdinnern hervor. Erst 1956 wurde dort eine Inschrift entdeckt, die zu ganz unterschiedlichen Interpretationen Anlass gab. Ursprünglich ging man von einem Text der Etrusker aus, der besagte, dass an dieser Stelle dem Gott Kastor eine Frau geopfert worden war. Später war man sich der Sache nicht mehr ganz so sicher und vermutete den Verfasser in der römischen Zeit etwa zwischen 400 und 100 v. Chr.
Das Wasser wurde mittlerweile auf seine Heilkraft hin untersucht, auffallend war der relativ hohe basische pH-Wert von 9,4. Unabhängig davon, wie der wissenschaftliche Hintergrund der heiligen Quellen letztlich aussieht, ist es einfach nur schön, die Wanderung dorthin zu unternehmen und an dem historischen Ort zu verweilen.
Die Heilkraft des Moores.
Südlich der Gufferthütte breitet sich das Filzmoos aus, das ursprünglich einmal ein See war, der inzwischen verlandet ist. Es handelt sich um das höchstgelegene Moor in ganz Österreich. Der eine oder andere schwört darauf, dass das Barfußgehen im Moor gegen Erkältungskrankheiten hilft. Sicher ist in jedem Fall die angenehme Erfrischung der Füße nach einer langen Wanderung.
Die umliegenden Almen.
Neben Milchkühen und Jungvieh weiden auch 20 Haflinger auf den Almwiesen rund um die Hütte. Die Pferde werden jedes Jahr für eine bestimmte Zeit von den Bauern heraufgebracht, damit sie sich in der gesunden Umgebung und an dem guten Grünfutter stärken können. Ein Schmankerl für die Hüttenbesucher sind die frische Butter und der Bergkäse, die von der nahe gelegenen Alm stammen.
Auf den Guffert.
Dank ihrer exponierten Lage am nördlichen Rand des Rofangebirges ist die Guffertspitze ein ausgezeichneter Aussichtsberg. Von der Gufferthütte wandert man zunächst auf einem Steig hinauf zum Schneidjoch. Es folgt ein kurzer Abstieg zur Issalm, bevor es dann steil und direkt zum Gipfel hinaufgeht. Alternativ gibt es von der Issalm auch den Anstieg über die Breitlahneralm (verfallen), dafür sind allerdings zwei weitere Stunden Gehzeit bis zum Gipfel einzuplanen. Bei beiden Varianten sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich.
Von der Guffertspitze führt ein Steig vorbei an der Schmiedquelle und dem Guffertstein über Luxegg hinunter nach Steinberg am Rofan (ca. 3Std.), sodass man auf diesem Weg wieder ins Tal kommen kann. Eine sehr schöne Tour wäre auch der Anstieg von Steinberg auf die Guffertspitze mit anschließender Übernachtung auf der Gufferthütte (6 bis 7Std. reine Gehzeit).

Länge.
Zustieg: Von Wildbad Kreuth über Schwaigeralm und Steinernes Kreuz (Forstweg und Steig, 3 Std.); mit Mountainbike oder Kinderwagen vom Wanderparkplatz Köglboden (Forstweg, 2 Std.)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour18 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWildbad Kreuth oder Steinberg (Tirol)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterGanz in der Nähe der Gufferthütte finden wir bei zwei Quellen eine über 2200 Jahre alte Inschrift. Es handelt sich um das älteste Sprachdenkmal im nördlichen Alpenraum.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 8, Tegernsee – Schliersee – Wendelstein, 1:50.000
VerkehrsanbindungStündliche Verbindung von München mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Tegernsee und weiter mit dem RVO-Bus Nr. 9556 nach Wildbad Kreuth. Mit dem Auto fährt man ebenfalls über Tegernsee nach Wildbad Kreuth. Alternativ kann man mit dem Auto auch von Bad Tölz oder Tegernsee Richtung Achenkirch (Tirol) fahren und ca. 3 Kilometer vor dem Achensee links Richtung Steinberg abbiegen. Etwa 3,5 Kilometer vor dem Ort liegt der Wanderparkplatz Köglboden.
Tipps
Bergkäse, Kaminwurzn und Schinkenspeck. Wer mit dem Auto von Achenkirch zurück in Richtung Tegernsee bzw. Sylvensteinspeicher fährt, kommt an dem letzten Kiosk etwa 200 Meter vor der ehemaligen Grenzstation vorbei. Dort werden neben Bergkäse und Almbutter direkt von der Alm aus dem Gebiet um die Gufferthütte auch verschiedene einheimische Wurstsorten verkauft. Eine kleine Runde mit dem Mountainbike. Vom Wanderparkplatz Köglboden ist die Gufferthütte auf einer breiten Forststraße (7 km) mit fast durchgängig mittlerem Anstieg in ca. einer Stunde zu erreichen. Für die Rückfahrt bietet sich ein Abstecher über Achenwald und Leiten an.
Informationen
Hüttenporträt. Höhe: 1465 m. Erbaut: 1926, 1958 nach Brand wieder aufgebaut, 1998–2003 komplett renoviert (DAV Kaufering). Bewirtschaftet: Täglich von Anfang Mai bis Ende Oktober sowie zwischen Weihnachten und Dreikönigstag. Kulinarischer Tipp: Tiroler Speckknödl, Bergkäse von der benachbarten Alm. Hüttenwirte: Ruppert und Gisela Steiner. Telefon: 0043/676/629 24 04. Betten: 10. Lager: 62. Materialbeschaffung: Über Güterweg aus Steinberg. Besonderheit: Umweltfreundliche Energieversorgung.
Tourismusbüro
Achensee Tourismus, Rathaus, A-6215 Achensee, Tel.: 00 43/52 46/53 00, Fax: 00 43/52 46/53 33, E-Mail: info@achensee.tirol.at, Internet: www. achensee.com

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