Großer Schafkopf (3000 m)

Bergwege durch teilweise steiles, steiniges Gelände, das etwas Trittsicherheit erfordert. Überschreitung des Wölfeleskopfs nur auf Steigspuren; nebelfreies Wetter wichtig (Autor: Dieter Seibert)
16 km
950 m
6.00 h
Durchs Goldtal auf den Mataunkopf (2.15 Std.).
Fahrt mit der Seilbahn zur Bergstation (2190 m). 40 Hm empor, dann links in Schlangenlinien quer über die Gande, ein Feld mit teilweise riesigen Blöcken (Ganda = Blockfeld im Rätoromanischen) und ein paar malerischen Zirben, zum anderen Ufer. Am Rand der Gande talein zum Wiesenboden »Beim Stein«. Über eine Stufe zur Wegverzweigung (2540 m; rechts geht es zu den Goldseen, 2555 und 2587 m). Geradeaus in eine Hochmulde mit Geröll, Blöcken und zwei kleinen Seen, dann durch eine immer steiler ansteigende Einbuchtung (evtl. Schnee) in die Pedrossscharte (2816 m) mit überraschendem Blick nach Süden. Über den unschwierigen Gratrücken auf den Westlichen Mataunkopf (2890 m) und über eine nur wenig eingesenkte Scharte zum Östlichen (2892 m).
Gratwanderung und Abstieg (3.45 Std.).
Auf Pfadspuren über den Grasrücken hinab ins Saletzjoch (2801 m) und auf dem breiten, aber steilen Grat im Geröll auf den Wölfeleskopf (2897 m). Über die kleinen Böden des folgenden Rückens ins Wölfelesjoch (2833 m), wo man wieder auf einen Steig trifft. In steinigem Grasgelände auf und rechts neben dem Grat steil empor auf den Großen Schafkopf (3000 m, auf der österreichischen Karte 2998 m). Nun entweder wieder zurück ins Wölfelesjoch und nach Nordwesten hinab auf den Hinteren Mataunboden oder dorthin steil und steinig auf und neben dem Nordgrat und durch das Knappenkar. Im Saletztal talaus, dann in 2160 Meter Höhe auf dem linken Weg durch die Hänge und um den Geländerücken herum zu den Flächen der Piengeralm. Mit einigem Gegenanstieg wieder zur Bergstation der Bahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied950 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortNauders (1394 m), schön gelegener, beliebter Ski- und Ferien- ort nördlich des Reschenpasses
AusgangspunktTalstation der Bergkastl-Seilbahn knapp südlich des Ortes
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterNauderer Berge nennt man die letzte Gruppe ganz im Westen der Ötztaler Alpen. Der bekannte Ferienort Nauders stand für den Namen. Verschiedene Gesteinsformationen sorgen in diesem kleinen Gebirge für zwei fast gegensätzliche Reviere. Weite Teile werden von schieferigen Gesteinen gebildet, die mehr für runde Formen sorgen. Umso stärker fallen im Süden die Zackengrate ins Auge, die aus harten Gneisen aufgebaut werden. Sie gipfeln in der 2985 Meter hohen Plamorderspitze, die man, ebenso wie die vorgelagerte Bergkastlspitze, mit Klettersteigen erschlossen hat. Der Schafkopf ist eine Art Mittelding zwischen diesen beiden Extremen.
Außerdem – haben Sie je etwas von diesem Berg gehört? Wohl nicht! Doch unbekannt ist in diesem Fall bestimmt nicht gleichzusetzen mit uninteressant. Im Gegenteil, die hier vorgeschlagene Vier-Gipfel-Grattour gehört durchaus zu den reizvollen Bergunternehmungen, falls man gerne auf stillen Routen unterwegs ist. Man braucht aber auch einige alpine Erfahrung, wenn man sich den Umweg durch das nordseitige Kar ersparen will und lieber stets dem Grat – über den Wölfeleskopf – treu bleibt. Unbedingt notwendige Voraussetzung dafür - nebelfreies Wetter. Dort gibt es nämlich keinen angelegten und markierten Weg, allenfalls Pfadspuren helfen dem Gipfelstürmer. Er wird dafür mit herrlichen Ausblicken bis zu Ortler und Weißkugel belohnt. Doch auch der Zugang zum Grat bietet schönste Urgesteinslandschaft. Es gibt das gewaltige Gande-Blockfeld, man wandert über saftig grüne Matten und kann die Goldseen bei einem kurzen Abstecher besuchen.
Hinweise
Siehe Tour 19 in Karte.
KartentippAV-Karte, Ötztaler Alpen, Blatt 30/4 (Nauderer Berge)
VerkehrsanbindungZufahrt von Norden durchs Oberinntal und auf der ReschenRoute.
Höchster Punkt
Großer Schafkopf (3000 m)
Unterkunft
Keine Möglichkeit

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