Großer Rettenstein (2366 m)

Schwierig ist die Route nicht, auch wenn ein paar kurze Strecken eine gewisse Aufmerksamkeit und etwas Schwindelfreiheit verlangen. Doch aufpassen muss man trotzdem. Denn schnell ist einer der losen Steine losgetreten, und weil der lange, steile Gipfelanstieg in vielen Kehren in der Falllinie durch Schrofengelände führt, sind weiter unten Gehende durch Steinschlag gefährdet. (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
1260 m
6.00 h
Vom Parkplatz über die Untere-Grund-Ache und auf der Straße kurz nach Norden zurück. Dann rechts abbiegen, zur Hintenbachalm hinauf, zwischen den Hütten gegen Südosten über eine Wiese hinauf und in dichten Wald hinein. Sehr steil und mühsam hinauf und ab etwa 1380 m Höhe in eine lang gezogene Waldlichtung. Neben dem Bachgraben weiter, eine Fahrstraße queren; weiter oben kommt man an einer gefassten Quelle vorbei. Am alten Almweg dahin, an der Wasserausleitung vorüber und in einer malerischen Talsenke zum Ottobrunnen (ca. 1575 m). Der Talboden weitet sich anschließend, und kurz vor der Schöntalalm stößt der Bergweg auf eine Almstraße. Auf ihr nach links über Steine springend durch den Schöntalbach und zur Alm hinüber. Auf dem Fahrweg nach Süden weiter taleinwärts. Die Straße schnürt sich im oberen Schöntal zu einer Fahrspur zusammen, die bei der Schöntalscherm endet. Bei den kleinen idyllischen Almhütten dreht die Route etwas rechts ab und steigt über einen steilen, freien Hang an, wo sie zu einem Querweg stößt. Auf ihm links weiter an den Rand eines großen Blockhangs, in dem die Schöntalquelle liegt. Am Abstecher zur Quelle geradewegs weiter und lange einen steilen, sonnigen Wiesenhang schräg ansteigend queren. Ab 2000 m Höhe wird der Weg deutlich steiler und führt in Kehren in felsige Bereiche hinein. Durch sie geht es lange und mühsam bis zu einer kleinen Scharte kurz unter dem Gipfel. Dort rechts halten und in griffigem Fels den letzten Aufschwung in leichter Kletterei beherzt zum Gipfelkreuz hinauf.
Abstieg.
Der Rückweg verläuft ein längeres Stück entlang der Aufstiegsroute. Bei der Wegverzweigung auf ca. 2060 m kann man rechts abbiegen und durch ein paar Reissen gegen Südosten weitergehen. Nach einem Gegenanstieg von rund 40 Höhenmetern wird das 2029 m hohe Schöntaljoch erreicht. Unmittelbar im Joch links abdrehen und neben dem Weidezaun auf einem breiten Grasrücken in mehrmaligem Auf und Ab zu ein paar dunklen Seeaugen. Bei der Abzweigung kurz vor dem Rettensteinjoch geht es abermals links und ins Schöntal hinunter. Dabei darf man nicht nach links zur Schöntalquelle abbiegen, sondern muss der beschilderten Route zur Schöntalalm folgen. Bei der Schöntalscherm wird der Aufstiegsweg erreicht. Auf ihm geht man zur Hintenbachalm zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied1260 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz bei der Hintenbachalm (1141 m) im Unteren Spertengrund
EndpunktParkplatz bei der Hintenbachalm (1141 m) im Unteren Spertengrund
TourencharakterDer Große Rettenstein fällt von weitem auf. Denn der mächtige Felsenklotz passt überhaupt nicht in die Kitzbüheler Alpen, die von eher moderaten »Wald- und Wiesenbergen« geprägt sind. Das macht ihn so begehrt. Denn was von weitem sichtbar ist, muss auch eine weite Rundschau gewähren, und diese ist wahrlich großartig. Schon während des Aufstiegs brilliert die Glocknergruppe, doch die Schau von einem Felsentor knapp unter dem Gipfel zum Großvenediger hinüber stellt alles in den Schatten.
Als ich vor mehr als 40 Jahren erstmals am Großen Rettenstein gewesen bin, war es dort sehr ruhig, und der Anstieg ist mir als einigermaßen »luftig« in Erinnerung. Vor 25 Jahren, beim zweiten Besuch, kam mir die Route deutlich einfacher und nicht mehr ganz so still vor. Jetzt geht es auf dem Berg fast wie auf einem Ameisenhaufen zu, so dass die Plätze auf dem Gipfel bisweilen sogar knapp werden.
Auf den Kartenwerken ist die Höhe des Bergs mit 2366 m angegeben, was richtig ist. Am Gipfelkreuz und auf dem Gipfelstempel allerdings steht 2362 m – und das stimmt auch. Das habe ich mit Satellitenunterstützung exakt nachgemessen. Das Rätsel lässt sich lösen. Das Kreuz steht nicht am höchsten Punkt, sondern auf einem Gratabsatz, der mit verhältnismäßig geringem Kletteraufwand erreichbar ist. Der Gipfel, von einem mächtigen Steinmann gekrönt, kann nur mit aufwändigerer Kletterleistung erreicht werden. Die schenken sich Bergwanderer aber.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Wander-, Rad- und Skitourenkarte 1:50000, Blatt 29 (Kitzbüheler Alpen)
MarkierungenDeutliche Wegtafeln und Markierungspunkte
VerkehrsanbindungBusverbindung Kitzbühel–Kirchberg–Aschau; mit dem Auto von Wörgl bzw. Kitzbühel nach Aschau, von dort auf mautpflichtiger Straße durch den Unteren Spertengrund zum Ausgangspunkt
GastronomieOberlandhütte in Aschau
Tipps
Weitere Aufgaben. Wer trotz des mühsamen Aufstiegs noch viel Kondition hat, kann über das Schöntaljoch und das Rettensteinjoch bis zu den Spießnägeln (1880 m) weitergehen.
Höchster Punkt
Großer Rettenstein (2366 m)
Unterkunft
Oberlandhütte in Aschau
Tourismusbüro
Tourismusverband Kirchberg in Tirol, Tel. 0043/5357/2000100; www.tirol.at/kirchberg
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