Großer Möseler, 3480 m

Der Große Möseler (auch »Mösele«, benannt nach einem Sumpf am Südfuß des Berges) ist ein mächtiger, von allen Seiten imponierender Berg mit schroffen Felsgraten und immer noch einigen Eisflanken über ansehnlichen Gletschern. (Autor: Richard Goedeke)
9 km
1650 m
6.00 h
Von Süden.
Von der Hütte nordwestwärts ins weite Tal »Großer Trog« (hierher auch auf dem Nöfeser Höhenweg von der Eisbruggijochhütte). Auf der westlichen Seitenmoräne des Östlichen Nevesferners Steigspuren hinauf, später über Gletscherschliffe ins obere Gletscherbecken. Von dort ohne Betreten des Gletschers über Blockwerk zum Gipfel. (Die alte Route über den Gletscher und die steile Flanke zur Scharte zwischen östlichem Vorgipfel und Gipfel ist ernsthafter und wird kaum noch begangen.)
Von Norden über den Westrücken.
Vom Furtschagelhaus zuerst über den Bach, dann auf einem Steig in Richtung Schlegeiskees, dann links über die alte Moräne hinauf zum Furtschagelkees. Ostwärts über den Gletscher (Spalten!) zum Fuß des Westrückens. Um das vorgelagerte Felsköpfl (P. 2985) rechts (S) herum und in einer breiten Rinne 40 m hinauf, dann nach rechts auf den breiten Felsrücken (teils lockere Blöcke, Nachfolgende freuen sich über nicht gelösten Steinschlag). Über den Felsrücken, zuletzt über anfangs steilen Firn- oder Eisgrat zum Gipfel.

Hochtour
3000er Gipfeltour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1650 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLappach
EndpunktGroßer Möseler
TourencharakterDie erste Ersteigung gelang den Briten G. H. Fox, D. W. Freshfield und F. F. Tucket mit den Führern F. Devouassoud und P. Michel 1865, im Jahr der Erstbesteigung des Matterhorns. Die früher bis 60° steile Eiswand (»Firndreieck«) zum P. 3391 des Nordwestgrates wurde bereits 1879 durch die führerlosen Emil und Otto Zsigmondy, A. Böhm und Worafka erobert, war dann mit den Erleichterungen durch die Entwicklung guter Eisausrüstung sehr beliebt, apert jedoch heute spät in der Saison zu unangenehmen Platten und Bruch aus.
Hinweise
Siehe Tour 101 in Karte.
KartentippAV-Karte 1 - 25000, Blatt 35/1 Zillertal West; Freytag-&-Berndt-Karte 1:50000, Mayrhofen, Zillertaler Alpen WK 152.
VerkehrsanbindungVon Süden vom Pustertal von Bruneck bis kurz vor Sand in Taufers, dann nach Westen das Sträßchen im Mühlwalder Tal hinauf über Lappach (1436 m) zum Nordende des Neves-Stausees (1860 m, Parkplatz). Von Norden vom Zillertal über Mayrhofen und Ginzling, ab Breitlahner Mautstraße, zum Schlegeisspeicher (Dominikushütte, 1805 m, privat, 32 Schlafplätze, bew. Mai–Okt., Tel. 0043/5286/5216) und zum südlichen Parkplatz Zamsgatterl (Jausenstation, 1805 m).
GastronomieNevesjochhütte = Rifugio Giovanni Porro (2416 m, CAI Milano, 50 Schlafplätze, bew. Juni–Sept., Tel. 0039/0474/65 32 44). Furtschagelhaus (2293 m, DAV Berlin, 107 Schlafplätze, Winterraum, bew. Juli–Sept., Tel. 0043/676/9579818).
Tipps
Aussicht. Im Südwesten Schlegeiskees und Hochfeiler, im Nordwesten jenseits vom Schlegeisspeicher Schrammacher und Olperer, im Nordosten Tiefblick auf das Waxeggkees und zur Berliner Hütte, im Osten zum Turnerkamp, dahinter zum Durreck und Hochgall, im Süden die Dolomiten.
Informationen
Schwierigkeit. Insgesamt PD– (wenig schwierig) (von Norden PD+, wenig schwierig), mit Kletterstellen II oder I (mäßig bis leicht), von Norden auch Firn/Eis bis 35°. Mühen: Hüttenzustieg von Süden 560 mH (2 Std.), für Nordroute 500 mH; Gipfelaufstieg Südroute 1050 mH (3–4 Std.), Nordroute 1180 mH (3–4 Std.). Gefahren: Ein nach wie vor nur für hochalpin erfahrene und geübte Menschen geeigneter Berg. Die Südroute kann im Spätsommer ohne Betreten des Gletschers begangen werden. Auf der landschaftlich eindrucksvolleren Nordroute ist besonders in der Rinne oberhalb vom Felsköpfl das Vermeiden von Steinschlag vorteilhaft für das Überleben nachfolgender Leute. Freuden: Durch die Anforderungen des Berges zünftiges Publikum. Karte: Klier, AVF Zillertaler Alpen, Bergverlag Rother, München.
Höchster Punkt
Großer Möseler, 3480 m
Unterkunft
Nevesjochhütte = Rifugio Giovanni Porro (2416 m, CAI Milano, 50 Schlafplätze, bew. Juni–Sept., Tel. 0039/0474/65 32 44). Furtschagelhaus (2293 m, DAV Berlin, 107 Schlafplätze, Winterraum, bew. Juli–Sept., Tel. 0043/676/9579818).
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