Großartige Aussichten vom Tegelberg

In wahrlich königlichen Gefilden unterwegs – zu Fuß (und in der Luft?) (Autor: Michael Pröttel)
8 km
390 m
3.00 h
Von der Bergstation aus lohnt sich vor oder nach der
Tour der kurze Abstecher zum etwas unterhalb gelegenen historischen
Tegelberghaus. Diese Wirtschaft war früher das königlichbayerische
Jagdhaus von KönigMaximilian II Joseph.
Der Tegelberg ist eigentlich eher ein ganzer Gebirgsstock als ein
Berg imlandläufigen Sinne. Jede seiner vielen Zacken und Zinnen trägt einen eigenen Namen: Gelbwandschrofen, Daumen,
Turm, Torschrofen, Latschenkopf, Hornburg, Rohrkopf,
Schnepfling, Neideck, Spitzigschröfle und Branderschrofen.
Der Aufstieg zum Branderschrofen, dem mit 1881Meter
höchsten Gipfel des Tegelbergs, dauert ungefähr eine
halbe Stunde. Der Weg dorthin führt rechts am Drachenund
Gleitschirmfliegerstartplatz vorbei, dann durch die
Latschen nach oben und ist zunächst sehr einfach. Ab dem
Schild Nur für Geübte geht es anspruchsvoller und streckenweise
durch Drahtseile gesichert weiter bergan. Kurz
vor dem Schlussanstieg gibt eine Scharte einen fantastischen
Blick auf den Forggensee frei.
Als weitere Wanderung bietet sich an, von der Bergstation der
Seilbahn aus entlang einemAlpenlehrpfad zum Gasthaus Bleckenau
abzusteigen. Er führt gut beschildert zunächst über die Südhänge
zu dem breiten Sattel zwischen Branderschrofen und
Ahornspitze. Hier zweigt man nach rechts ab und steigt über
viele Serpentinen steiler bergab. Wieder etwas flacher geht es
oberhalb des Deutenhauser Baches auf einem Fahrweg weiter.
Man stößt auf eine Fahrstraße und folgt dieser 800 Meter nach
links, wo sich das Gasthaus Bleckenau befindet. Das schön gelegene
Gasthaus blickt auf eine königliche Geschichte zurück: Erbaut
wurde es von Maximilian ll. zwischen
1846 und 1850 im Schweizer Baustil, daher
findet man gelegentlich die Bezeichnung
Schweizer Haus in der Bleckenau. Später
diente es als Jagdhütte und Wochenendhaus
von König Ludwig ll. Von der Bleckenau
fährt ein Bus nach Hohenschwangau zurück
(letzte Fahrt um 17:30Uhr). Um zum Ausgangspunkt
zurückzugelangen, muss man in
Hohenschwangau noch einmal auf Schusters
Rappen umsteigen. Man folgt zuerst der Colomannstraße
und dann rechts der Pöllatstraße
zur ehemaligen Gipsmühle. Hier biegt
man nicht nach rechts in Richtung Schlucht
ein, sondern geht weiter nach Norden auf einer
breiten Forststraße und von dieser der
Beschilderung Tegelbergbahn folgend nach
rechts. Zuletzt entlang eines Baches gelangt
man zur Talstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied390 m
Dauer3.00 h
StartortSchwangau
Ausgangspunkt Schwangau, Talstation der Tegelbergbahn (800m)
Endpunkt Schwangau, Talstation der Tegelbergbahn (800m)
TourencharakterKann man als eiliger Ausflügler mit Gipfelaffinität 900 Höhenmeter überwinden, ohne einen einzigen Schweißtropfen zu vergießen? Kein Problem mit der Tegelbergseilbahn. Oben angekommen bieten sich großartige Aussichten auf die Schlösser König Ludwigs II., den Forggensee und das Alpenvorland. Neben dem Panorama locken alternativ eine Gipfelbesteigung, ein Naturlehrpfad oder sogar die Möglichkeit, per Gleitschirmtandemsprung gen Tal zu schweben.
Hinweise
Tegelbergbahn Mo–So 9–17Uhr, www.tegelbergbahn.de
VerkehrsanbindungAuf der A96 bis zur Ausfahrt Landsberg am Lech Nord und weiter auf der B17 in Richtung Füssen; direkt am Ortsbeginn von Schwangau links der Beschilderung folgend zur Tegelbergbahn
GastronomieTegelberghaus (1707m), in der Sommersaison durchgehend geöffnet, www.tegelberghaus.de; Berggasthaus Bleckenau, www.berggasthaus-bleckenau.de
Tipps
Wer hingegen seine Knie schonen möchte, kann vom Tegelberg aus mit einem Tandemgleitschirmflug zurück ins Tal fliegen. Die Kosten betragen bei der empfehlenswerten Flugschule Aktiv 135 Euro. Alle Infos unter www.flugschuleaktiv.de
Informationen
Tipp: Nach der Tour entspannen in der Kristalltherme Schwangau