Gotzenalm und Fischunkelalm

Die Wanderung zur Königsbachalm und Gotzenalm erfolgt auf breitem Wanderweg bzw. Almfahrweg. Der Abstieg durchs Landtal zur Fischunkelalm setzt Trittsicherheit voraus. Der Weiterweg zur Bootsanlegestelle Saletalm erfolgt auf Wanderweg und gesichertem Steig (jedoch ohne Probleme). Der Abstieg über den Kaunersteig ist sehr steil und teilweise ausgesetzt. Jenner-Mittelstation - Königsbachalm - Gotzentalalm - Gotzenalm (Springlkaser) - Regenalm - Landtal - Fischunkelalm - Saletalm - Bootsanlegestelle Saletalm. (Autor: Heinrich Bauregger, Peter Freiberger)
20 km
1239 m
9.00 h
Von der Jennerbahn-Mittelstation zur Gotzenalm Von der Mittelstation der Seilbahn wandern wir (Ausschilderung - „Königsbachalm“) auf dem aussichtsreichen Königsweg leicht bergan, durchschreiten ein kleines Wäldchen, halten uns bei der folgenden Wegverzweigung rechts (geradeaus) und genießen dahinter den freien Blick auf den Watzmann. Der Weg fällt nun etwas ab, quert den Königsbach und trifft dann auf die Wegverzweigung oberhalb der Königsbachalmen. Hier halten wir uns rechts, lassen die Königsalmen rechts liegen und treffen auf den Fahrweg zur Gotzenalm. Gleich nach der großen Kehre folgen wir links dem ansteigenden Weg (Markierungs-Nummer 493) über einen freien Hang und gehen auf diesem durch Wald hinüber zur Gotzentalalm (dem Niederleger der Gotzenalm), wo wir wieder auf den breiten Fahrweg stoßen (von rechts mündet der Reitweg von der Schiffshaltestelle Kessel ein). Links weiter und in zahlreichen Kehren durch Wald hinauf zur verfallenen Seeaualm. Eben ein Stück weiter, dann in weiten Serpentinen durch freieres Gelände hinauf zur weiten Hochfläche der Gotzenalm. Der Springlkaser ist dabei allein schon seiner Größe wegen nicht zu verfehlen. Kurz davor liegt auf der rechten Seite der Ruppenkaser, der vermutlich auch wegen seines rustikalen Aussehens immer gut besucht ist. Von der Gotzenalm zur Fischunkelalm Vom Springlkaser folgen wir dem ausgeschilderten Reitweg (Markierungs-Nummer 493) links hinüber zu ein paar kleinen Hütten, dann rechts – leicht fallend – durch die Bärengruppe zur Regenalm. Auf der Regenalm weidet im Sommer kurioserweise niederbayerisches Vieh aus der Gegend von Vilshofen, es besteht allerdings keine Einkehrmöglichkeit. Wir steigen nun nicht zur Alm ab, die etwas unterhalb liegt, sondern folgen dem Weg geradeaus weiter; dieser steigt etwas an und führt in einem Linksbogen ins Landtal hinein, wo wir auf den vom Seeleinsee herabführenden Weg treffen. Hier links im spitzen Winkel talwärts, vorbei an den beiden verfallenen Almen Mitterhüttenalm (1630 m) und Landtalalm (1440 m). Nach dem Landtalgraben teilt sich der Weg und wir steigen nun rechts haltend über den steilen Landtalsteig durch Wald hinab zur Fischunkelalm (620 m), die knapp oberhalb des Obersees liegt. Von der Fischunkelam zur Bootsanlegestelle Salet Bei der Alm halten wir uns links und gehen am linken Seeufer entlang zur Walchhüttenwand. Dort führt uns ein schmaler Steig – mit Treppen und einigen Drahtseilsicherungen – und erreichen dann die weiten Böden der Saletalm. Bei der Brücke über den Zufluss zum Königssee teilt sich der Weg. Links haltend könnten wir der eigentlichen Saletalm einen Besuch abstatten, rechts führt der Weg, vorbei an der Ausflugsgaststätte Saletalm, zur Bootsanlegestelle am Königssee. Der Extra-Tipp Vom Aussichtspunkt Feuerpalfen (1741 m) hat man den wohl schönsten Blick auf den Königssee. Dieser Abstecher nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch. Gleich nach Erreichen der Gotzenalm-Hochfläche folgen wir rechts dem Pfad entlang einem Weidezaun und steigen leicht ab zur gesicherten Aussichtskanzel. Dann gehen wir zurück zum höchsten Punkt des Weges und wandern rechts über die Almwiesen direkt zu den Almhütten hinab.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied1239 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMittelstation der Jennerbahn oder der Parkplatz Hinterbrand (1100 m).
TourencharakterDie Gotzenalm ist die größte Alm im Berchtesgadener Land und sie wurde nachweislich bereits vor über 1200 Jahren genutzt. Damit dürfte sie wohl auch eine der ältesten Almen im gesamten bayerischen Alpengebiet sein. Heute hat sie aber viel von ihrer ursprünglichen Bedeutung verloren. Es stehen zwar noch einige Kaser überwiegend von Bischofswiesener Bauern auf der weiten Almfläche, so der Ruppenkaser, der Doppelkaser, die Euringer- und Simmernalm, der Hochbichlkaser sowie der Springlkaser. Dieser gilt bei den Wanderern zwar als der Inbegriff der Gotzenalm, ist mittlerweile aber nurmehr ein Berggasthaus, seine Funktion als Almhütte hat er schon vor mehr als einem halben Jahrhundert eingebüßt. Den Talbauern in der Strub gibt es nicht mehr, er musste im Dritten Reich „größeren Mächten“ weichen. Es weidet vornehmlich Jungvieh auf der Weide, lediglich der Ruppenkaser und der Hochbichlerkaser halten noch ein paar Kühe. Da wird auch Käse und Butter gemacht. Auf dem Ruppenkaser tummeln sich sogar in manchem Sommer einige Ziegen, die zwar bei den Kindern einen guten Stand haben, aber auch vor Brotzeittischen keinen Respekt haben. Die Gotzentalalm ist der Niederleger der Gotzenalm, von dort werden nach Saisonende die Tiere über den Hochbahnweg ins Tal getrieben. Die Fischunkelalm am Obersee ist vor allem auch deshalb berühmt, weil ihr Weidevieh am Ende der Almsaison mit so genannten Plätten über den Königssee gefahren wird. Die bereits 1486 erwähnte Alm – 1840 abgebrannt und dann wieder aufgebaut – ist eine Berechtigungsalm mit etwa 15 Stück Vieh auf der Weide, davon 10 Kühe. Es wird Butter und Käse hergestellt und auch verkauft.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte BLVA, 1 - 50 000, Blatt „Berchtesgadener Alpen“.
VerkehrsanbindungAuf der Salzburger Autobahn bis zur Ausfahrt Piding, auf der B 20 über Bad Reichenhall, Bischofswiesen und Berchtesgaden nach Königssee. Dort gebührenpflichtiger Großparkplatz. Von dort nur wenige Minuten zur Talstation der Jennerbahn. Oder über Berchtesgaden und Obersalzberg nach Hinterbrand. Parkplatz am Ende der öffentlichen Straße (gebührenpflichtig). Mit der Bahn bis zum Endbahnhof Berchtesgaden; von dort mit dem RVO-Bus nach Königssee oder nach Hinterbrand.
GastronomieKönigsbachalm (1240 m), von Juni bis Mitte September almtypisch bewirtschaftet; Gotzenalm (Springlkaser, 1685 m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten (Ende Mai) bis Mitte Oktober, 15 Betten und 65 Lager, Tel. 08652/69 09 00; Ruppenkaser (1670 m), privat, während der Weidezeit bewirtschaftet; Fischunkelalm (620 m), privat, von Ende Mai bis etwa Mitte Oktober einfach bewirtschaftet. Saletalm (608 m), privat, von Ende Mai bis Oktober bewirtschaftet.
Tipps
Der Tipp für Kinder Die gesamte Überschreitung der Gotzenalm ist für Kinder wohl zu anstrengend, es sei denn, wir übernachten auf dem Springlkaser. Ansonsten fahren wir mit dem Schiff bis zur obersten Schiffsanlegestelle (Saletalm) und wandern auf dem abwechslungsreichen Steig hinüber zur Fischunkelalm. Dort gibt es genügend Auslauf, wir können im Obersee baden oder einen Abstecher zum Röthbach-Wasserfall machen.
Informationen
Dauer - Von der Jennerbahn-Mittelstation zur Königsbachalm 1 Std., Weiterweg zur Gotzenalm 3 Std., Abstieg zur Fischunkelalm 4 Std., Weiterweg zur Bootsanlegestelle 1 1/2 Std. Gesamtgehzeit: ca. 9 Std.
Unterkunft
Königsbachalm (1240 m), von Juni bis Mitte September almtypisch bewirtschaftet; Gotzenalm (Springlkaser, 1685 m), privat, bewirtschaftet von Pfingsten (Ende Mai) bis Mitte Oktober, 15 Betten und 65 Lager, Tel. 08652/69 09 00; Ruppenkaser (1670 m), privat, während der Weidezeit bewirtschaftet; Fischunkelalm (620 m), privat, von Ende Mai bis etwa Mitte Oktober einfach bewirtschaftet. Saletalm (608 m), privat, von Ende Mai bis Oktober bewirtschaftet.