Gommer Höhenweg und Rottenweg

kombinierter Höhen- und Talweg; der Gommer Höhenweg folgt alten Pfaden am Sonnenhang des Goms, der Rottenweg führt am jungen Rotten entlang. Die Wanderung setzt Ausdauer voraus, kann jedoch durch Abstiegsmöglichkeiten ins Tal abgekürzt werden (jeweils dann zurück mit der Matterhorn Gotthard Bahn). (Autor: Rose Marie und Gerhard Bleyer)
23 km
1150 m
7.00 h
Aufstieg zur Galmihornhütte -  Besonders schön ist das mittlere Teil-stück, das sich in Verbindung mit dem Rottenweg ideal als Rund-wanderung kombinieren lässt. Wir starten in Münster und wählen beim Wegweiser am nördlichen Dorfausgang den mittleren der drei Richtungshinweise. Nach Queren des Minstigerbaches am Hang über seinem orografisch rechten Ufer talein. Vor uns die von Lärchen umge-bene St. Antoniuskapelle Auf dem Biel. Nach dem Leitspruch »Gott ist überall« bauten die Gommer an aussichtsreichen Punkten häufig kleine Kapellchen. Hier bitten die Bauern um Bewahrung ihres Viehs. Bei Punkt 1604 zweigt ein Steig zur Galmihornhütte ab. Durch den Bannwald von Münster hoch zur Alphütte Judestafel und weiter zur Galmihornhütte (2113 m), die dem Skiklub Münster gehört; sie ist nur zeitweilig bewartet. Der Höhenweg: Der Abstecher in die entlegene Bergeinsamkeit wird belohnt mit einem beglückenden Blick über das gesamte Goms. Von der Hütte steigen wir noch knapp 100 Höhenmeter in Richtung Öuchummsee empor (der 2693 m hoch gelegene See ist von hier teils auf Pfadspuren in 2 Std. zu erreichen) und biegen 15 Min. später nach Süden ab. Vorbei an den Alphütten von Altstafel, Tomebine und Ofne geht es oberhalb von Wiler in 1600 Metern Höhe auf dem Gommer Höhenweg weiter. Unter uns liegt Reckingen. Durch schönen Altwald zieht sich der Weg ins Bächital hinein und nach Queren des Reckingerbaches über eine Brücke wieder hinaus. Leicht wandert es sich über den Dörfern Gluringen und Ritzingen den be-waldeten Hang entlang. Am Wege verlassene Alphütten – dann führt die Route über den Bieliger Berg in das Bieligertal hinein. Unterhalb von Oberer und Niederer Stafel queren wir den Walibach und folgen nun dem Pfad durch herrlichen Wald hinab nach Selkingen (1318 m). Der Rottenweg: Fast gehen die Dörfer Selkingen und Biel in-einander über, so dass wir die wenigen Schritte auf der Straße bleiben. Sehenswert die Pfarr-kirche mit dem voluminösen Barockmobiliar. In Biel gehen wir zum Rotten hinab und wandern an seiner orografisch linken Seite auf dem Rottenweg gemütlich zu-rück nach Münster. Tour-Ausgangsort gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Höhenweg Wanderung

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMünster (1388 m) im Obergoms; Start in Dorfmitte.
TourencharakterWer von Brig über Mörel das Rhonetal aufwärts fährt, tritt in Fiesch durch die Eingangspforte zum Goms. Der eigentliche Charakter der Gommer Dörfer offenbart sich hier allerdings noch nicht, denn im Gegensatz zu ihnen hat sich Fiesch dem Tourismus bereits stark geöffnet. In Niederwald treffen wir, von Westen kommend, erstmals auf das echte Goms. Wie bei den meisten Orten dieser Region liegen die Ansiedlungen am nördlichen Ufer des Rotten, die Stirnseiten der Häuser nach Südosten gerichtet. In Niederwald steht das Geburtshaus von Cäsar Ritz (geb. 1850), dem Gründer der Luxushotels gleichen Namens. Nur wenige Kilometer trennen die nächsten Orte voneinander - Blitzingen – Selkingen – Biel – Ritzingen – Gluringen. Zwischen Ritzingen und Gluringen grüßt inmitten der Wieseneinsam-keit weithin sichtbar die kleine Kapelle Ritzingerfeld von 1687, ein beliebter Wallfahrtsort der Gommer Bevölkerung. In Reckingen beginnt das Obergoms. Es ist ein echtes Dorf der Bauern, das einst die besten Kunsthandwerker, Orgelbauer und Glockengießer des Goms hervorbrachte. In der Dorfmitte, direkt an der Hauptstraße, steht die große weiße Pfarrkirche, ein imposanter Walliser Barockbau. Nicht weit entfernt erinnert die Ruine der Antonius-Kapelle an schreckliche Ereignisse in der Vergangenheit. Im Februar 1970 lösten sich Schneemassen von der Gipfelwand des Galmihorns. Als 1000 Meter breite Lawine rasten sie durch das Bächital auf Reckingen hernieder. 31 Menschen fanden den Tod. Bereits 1954 wurde das Dorf von einem ähnlich grauenvollen Naturereignis heimgesucht. Damals begrub eine Lawine 48 Menschen unter sich, von denen nur 18 geborgen werden konnten. Lieblich in den Wiesenrain eingebettet liegt Münster, ein sehenswertes Dorf mit viel geschichtlichem Hin-tergrund. Die größtenteils aus dem 15. und 16. Jahr-hundert stammenden Holz-häuser sind von der Sonne fast schwarz gebrannt. Zu den bemerkenswertesten Walliser Baudenkmälern zählt die Pfarr-kirche Unser lieben Frau mit Hochaltar von Jörg Keller aus Luzern (erbaut 1509). Als im August 1987 (am 24./25.8.) das Jahrhundert-Unwetter über weite Teile der Alpen hereinbrach, wurde Münster besonders stark betroffen. Gewitter von nie erlebter Intensität mit an-haltend starken Regenfällen ließen den Minstigerbach über seine Ufer treten und riesige Mengen Geschiebematerial durch den unteren Dorfteil schwemmen. Meterhoch türmten sich Gesteinsbrocken und Geröll auf. Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Trotzdem war es eine schlimme Zeit für das 450-Seelen-Dorf, und es bedurfte eines enormen Einsatzes, die verheerendsten Zerstörungen zu beseitigen. Erhebliche Schäden entstanden während dieses Unwetters auch an der Bahntrasse der Matterhorn Gotthard Bahn, die zum Teil auf einer völlig neuen Linienführung wieder aufgebaut werden musste und einige Wochen lahmgelegt war. Der Spätsommer 1987 zeigte allzu deutlich, wie wenig der Mensch vermag, wenn die Urkräfte der Erde und des Wassers in Bewegung geraten. Hinter Münster folgen die Orte Ulrichen, das Pfarrdorf an der Mündung des Äginentales – Oberges-teln, 1720 und 1868 von furchtbaren Naturkatastrophen heimgesucht (1720: 84 Tote durch Lawinen; 1868: Zerstörung durch Feuersbrunst) – Oberwald, das östlichste Dorf des Goms. Bis Gletsch, einem reinen Hoteldorf am Ende des sogenannten Gletscherbodens, der noch vor einem Jahrhundert vom Eis des Rhonegletschers nahezu aufgefüllt war, sind es nur wenige Kilometer. Im Osten liegt der Furkapass, im Nordwesten der Grimselpass. Der Gommer Höhenweg nimmt in Bellwald seinen Anfang. Er zieht sich in einer Länge von 30 Kilometern am orografisch rechten Talhang des Rotten zwischen 1400 und 1800 Metern Höhe in leichtem Auf und Ab hin. Dieser typische Höhenweg folgt alten Pfaden am Sonnen-hang des Goms. Nur an einigen Stellen wurde er neu angelegt und dann zusammenhängend markiert (gelbe Raute). Die Königswan-derung, wie der Gommer Höhenweg auch genannt wird, lässt sich beliebig durchführen und variieren: als eintägiger Leistungsmarsch, zweitägige Genusswanderung oder kombinierte Rundwanderung, bei der sowohl höher gelegene Aussichtspunkte als auch der Rottenweg (entlang des jungen Rotten) und die Gommer Dörfer mit einbezogen werden können. In Oberwald enden beide Routen. Dauer: gesamt 71/2 Std.; Münster – Galmihornhütte 2 Std.; Galmihornhütte – Queren des Walibaches 3 Std.; Walibach – Selkingen – Münster 21/2 Std. Höhenunterschied: ? 1150 m, ? 1150 m; Münster – Galmihornhütte ? 775 m und ? 50 m; Galmihornhütte – Queren des Walibaches (etwa Höhe 1750 m) ? 315 m und ? 700 m; Walibach – Selkingen – Münster ? 400 m und ? 60 m.
Beste Jahreszeit
KartentippSAW-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 265 T (Nufenen; mit eingezeichneten Routen).
VerkehrsanbindungÖV - Münster ist Station der Matterhorn Gotthard Bahn. Auto: entweder von Brig oder über den Grimsel- bzw. den Furkapass nach Münster.
Gastronomieunterwegs keine, jedoch bieten sämtliche Orte des Goms entlang des jungen Rotten Einkehr- und Nächtigungsmöglichkeit.
Höchster Punkt
Reckingerbach, ca. 1800 m
Unterkunft
unterwegs keine, jedoch bieten sämtliche Orte des Goms entlang des jungen Rotten Einkehr- und Nächtigungsmöglichkeit.
Tourismusbüro
Niederwald, Biel, Reckingen, Münster, Oberwald und Gletsch sind Stationen der Matterhorn Gotthard Bahn, im übrigen Busverbindung bis zum Grimselpass. Campingplatz in Reckingen. Der sehenswerteste und größte Ort ist Münster; Verkehrsverein: CH-3985 Münster, Tel. 027/ 9731745. Vereinigte Verkehrsvereine Obergoms (zuständig von Ulrichen bis Oberwald): CH-3999 Oberwald, Tel. 027/9733232. Goms-Tourismus (zuständig von Fiesch bis Reckingen sowie Ernen und Binntal): CH-3984 Fiesch, Tel. 027/9701070, Internet: www.goms.ch. Fiesch und Mörel, siehe Tour 35. Für weitere Tourenvorschläge: Verkehrsverein Ernen: CH-3995 Ernen, Tel. 027/9711562; Verkehrsverein Binntal: CH-3996 Binn, Tel. 027/9714547, Internet: www.goms.ch.

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