Gletscher- und Gipfelblick

Gipfeltour mit felsigem Finale, Trittsicherheit und Bergerfahrung sind unerlässlich. Vom Sparrhorn genießt man eine fantastische Rundschau, dazu Tiefblicke auf die Gletscherströme von Beich und Oberaletsch. Ganz fern im Süden: das Matterhorn! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Die Gipfeltour beginnt als Höhenwanderung, führt von der Seilbahnstation auf Belalp (2094m) flach hinüber zum Hotel Belalp (2130m), das an der Abbruchstelle des Aletschbords steht und einen ersten Blick auf den Eisstrom des Aletschgletschers bietet. Oberhalb des Gasthauses steht eine kleine Kapelle, noch etwas höher am felsdurchsetzten Wiesenhang das Haus von John Tyndall. An den irischen Physiker und Erstbesteiger des Weisshorns (4505m) erinnert auch eine Stele, an der man beim weiteren Anstieg zum Sparrhorn vorbeikommt. An der Weggabelung im Rücken des Denkmals (2343m) hält man sich rechts und folgt Trittspuren und weiß-roten Markierungen. Sie leiten über Schafblattjni, zweimal einen Bergbach querend, zum Ansatzpunkt des markanten Sparrhorn-Südgrates.
Einen ersten Steilaufschwung überwindet das Weglein in kurzen Kehren, dann steigt es knapp rechts unter der felsigen Gratschneide (Variante, im Frühsommer bei Schnee empfehlenswert) weiter an bis unter den Gipfelaufbau. Über die schrofige Südostflanke kommt man zum höchsten Punkt (3Std.).
Hier sollte man es auf keinen Fall versäumen, eine Pause einzulegen: Faszinierend das Panorama, eine packende Mischung von Tief- und Fernblicken. Gut zu erkennen ist die auf einer Felsschulter über dem Oberaletschgletscher thronende Berghütte, am südlichen Horizont sieht man Mischabel, Matterhorn und Weisshorn.
Der Abstieg verläuft bis zur Verzweigung beim Tyndall-Denkmal auf dem Anstiegsweg. Hier hält man sich rechts und folgt der dünnen Pfadspur, die über die Schafwiesen von Lüsga hinabzieht nach Bruchegg (2130m). Auf der Sandstraße geht's zurück zur Seilbahn (5Std.) und mit dieser schwebt man gemütlich hinunter nach Blatten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBelalp (2094m), herrlich gelegene Chaletsiedlung nördlich über Blatten
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGipfel, die in ihrer Höhenkote eine Drei vorne haben, stehen auf dem Wunschzettel von Bergwanderern ganz vorn, und wenn das Tourenziel dann auch noch in einer Gebirgsregion steht, die mit Viertausendern aufwartet, von denen Eisströme zu Tal ziehen, gibt es nur noch eins: hinauf!
Das geht am Sparrhorn (3021m) vergleichsweise leicht, erst am markanten, lang gestreckten Südgrat wird's leicht felsig, und zum Finale steht ein Schrofenhang an. Oben am kleinräumigen Gipfel gibt es zur Belohnung für die Mühen einen fantastischen Blick in den Fels- und Gletscherraum um Beich- und Oberaletschgletscher (Aletschhorn, 4195m). Gut auszumachen ist am Fuß des Fusshorn-Westgrats der Steinbau der Oberaletschhütte (2640m) – ein weiteres tolles Wanderziel der Gegend (Tour 7).
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 264 T »Jungfrau«; Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 2516 »Aletschgebiet«
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegweiser
VerkehrsanbindungBlatten (1327m) erreicht man von Brig-Naters über eine gute Straße, 9km; Postbuslinie. Die Seilbahn Blatten–Belalp ist ganzjährig in Betrieb.
GastronomieHotel Belalp (2130m)
Tipps
Ein Haus mit Aussicht. Es gibt magische Plätze in den Alpen, und so einen haben sich die Erbauer des Berghotels Belalp (2130m) ausgesucht. Allein der Blick auf den Großen Aletschgletscher ist einen Besuch wert, fast noch bezaubernder aber jener Morgengruß, den bei schönem Wetter Dom, Matterhorn und Weisshorn herüberschicken, zartrosa im frühen Licht in den fahlgrauen Himmel ragend: ein Haus mit Aussicht, fürwahr! Ein gastliches dazu: freundlich die Atmosphäre, sehr gut die Walliser Küche, und im Keller lagern feine Weine aus dem Rhonetal. Ein Tipp: Am letzten Augustwochenende ist »Schäfersonntag« auf der Belalp. Hauptdarsteller sind die rund 2000 Schwarznasenschafe, die den Sommer auf den Weiden über dem Aletschgletscher verbracht haben. John Tyndall – Wissenschaftler und Bergsteiger. Eng verbunden mit der Pionierzeit des Bergsteigens im Wallis ist der Name des irischen Physikers John Tyndall (1820–1893). Er besuchte 1856 erstmals die Schweizer Alpen. Später baute er sich auf der Belalp, wenig oberhalb des gleichnamigen Hotels, ein Haus. Im Sommer 1861 gelang ihm zusammen mit seinen Führern Johann Joseph Brennen und Ulrich Wenger die Erstbesteigung des Weisshorns. Ein Zufall, dass man von der Belalp aus einen besonders schönen Blick auf diesen herrlichen Gipfel hat?
Tourismusbüro
Brig Belalp Tourismus, Postfach 41, 3914 Blatten bei Naters; Tel. 027/9 2160 40, Fax 9 2160 41, info@belalp.ch, www.belalp.ch

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