Gerstruben und Hahnenkopf, 1735 m

Im Trettachtal südlich von Oberstdorf Nach Gerstruben längere Zeit auf Fahrwegen, dann Fußweg mit 250 Hm Steigung. Auf den Hahnenkopf etwas kleinere Bergwege, keine schwierigen Stellen. (Autor: Dieter Seibert)
22 km
310 m
3.00 h
Durch den Hölltobel nach Gerstruben Vom Parkplatz geht es auf dem Teersträßchen quer über den Wiesenboden nach Osten und schräg über die Hänge hinauf zum Höhenrücken beim Golfplatz. Bei der Verzweigung kurz danach wählen wir den linken Fahrweg über die Trettachbrücke und gehen danach rechts bis zum ersten Haus von Dietersberg. Dort könnte man links abzweigen, um immer auf dem geteerten Weg im Hochwald – meist kräftig steigend – nach längerem Anstieg die Wiesen und bald danach die Häuser von Gerstruben (1155 m) zu erreichen. Ungleich reizvoller aber ist folgende Route - Noch etwa 10 Min. auf dem freien Talboden wandern – mit schönem Blick nach Süden auf die Trettachspitze – an einem Gasthaus vorbei, dann links ab und auf einem Fußweg zum Waldrand. Weiter geht es durch ein scharf eingeschnittenes Tälchen, dann in Kehren empor. Ein Abstecher führt nach rechts zum Hölltobel in einem schmalen Felsspalt. Kurz zurück, dann wandern wir durch den Wald hinauf zum Teersträßchen und weiter nach Gerstruben mit seinen historischen Häusern, den Baumveteranen und dem eindrucksvollen Höfats-Blick. Zum Christlessee und Rückkehr Der zwischen den Häusern beginnenden Steig führt rasch hinab zur Säge und zur Brücke über den Dietersbach und nach einem Gegenanstieg auf die schöne Lichtung von Raut (1127 m). Von dort gelangt man durch teilweise steilen Wald hinab ins Trettachtal und nach rechts zu den wenigen Häusern von Gottenried. Gleich danach überquert man die Trettach und kommt nach kurzer Wanderung zum Christlessee (915 m) mit seinem kristallklaren, türkisblauen Wasser. Auf der knapp oberhalb vorbeiführenden Straße wandert man dann wieder talaus zum Golfplatz. Auf oder über den Hahnenkopf Vom Gasthaus in Gerstruben wenden wir uns nach Norden über die Wiesen hinauf zum Waldrand. Nach einigen Serpentinen im Steilgelände folgen wieder freie, etwas sanftere Weideflächen auf dem Gerstrubener Älpele, über das man zuerst den Sattel links, dann – nach weiterem Anstieg – den 1702 m hohen Sattel rechts des Hahnenkopfs erreicht. Wenige Minuten später steht man auf den kreuzgeschmückten Gipfel. Nun geht es auf gleicher Route zurück oder man begeht den Rundweg durchs Oytal, der eine Dreiviertelstunde mehr beansprucht: Vom oberen Sattel führt der Weg nach Osten immer schräg durch die teilweise steilen Hänge hinab und um einen Rücken herum zur Oberen Lugenalpe (1567 m), über der recht eindrucksvoll die 300 m hohe Gieselerwand aufragt. Über einen Boden und eine Steilstufe hinab gelangt man zur unteren Alp und schließlich durch den sehr steilen Lugenalpenwald ins Oytal nahe dem Oytal-Gasthaus (1003 m). Erst auf dem Fahrsträßchen, nach einer halben Stunde dann auf dem Fußweg wandern wir immer rechts oberhalb des Oybachs hinab ins Tal der Trettach. Dort biegen wir links ab und gehen, vorbei am Ghs. Gruben, 1,4 km – wieder meist sanft aufwärts – zurück zu den ersten Häusern von Dietersberg. Mit Familie und Kindern Die Wanderung nach Gerstruben und zum Christlessee bereitet auch Kinder keinerlei Probleme – im Gegenteil, die Wege sind für sie eher langweilig. Vielleicht gibt sich die Familie deshalb mit Dietersberg (Gasthaus) und Hölltobel zufrieden.

Thermentour Dauer - Gesamtgehzeit ohne Hahnenkopf 3 1/4 Std. Nach Gerstruben 1 3/4 Std. Weiterweg zum Christlessee und Rückweg von dort je 45 Min. Aufstieg zum Hahnenkopf gut 1 1/4 Std.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied310 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOberstdorf (813 m), berühmter Ferien- und Wintersportort in einem weiten Becken des Illertals. Beim Kreisel vor Oberstdorf rechts, kurz Richtung Kleinwalsertal, dann links und am Bergfuß entlang zum Parkplatz am Renksteg (825 m, 5,4 km ab Kreisel).
TourencharakterDiese Tour ist kein großer Abenteuerausflug, eher eine gemütliche Bummeltour mit drei besonderen Überraschungen und eventuell einer »Bergsteigereinlage«. Ein kurzer Abstecher beim Aufstieg bringt einen zum Hölltobel, wo das Wasser in einer riesigen Felsrinne über mehrere Wasserfälle zu Tal schießt. Die zweite Überraschung bildet das einstige Bergbauerndorf Gerstruben. In 1155 m Höhe stehen noch fünf der historischen, ganz aus Holz in Blockbauweise errichteten Höfe, die bis ins 17. Jh. zurückgehen. Unten am Bach arbeitet eine aus dem 18. Jh. stammende, wieder funktionstüchtige Säge mit ihrem Schaufelrad aus Holz. Die Höfats (2258 m), der berühmteste Allgäuer Steilgrasberg, bildet einen würdigen Hintergrund dazu, und nicht zuletzt – ein Gasthaus verwöhnt alle Hungrigen und Durstigen. Unten, im Tal der Trettach, versteckt sich schließlich noch der Christlessee. Der einzige Wermutstropfen bei diesem Ausflug - Man muss vom See 3 km auf Fahrwegen zurück zum Auto pilgern. Auf den Freund von Gipfelbesteigungen schließlich warten ein bescheidenes und ein ganz großes Ziel. Nur eine gute Gehstunde oberhalb von Gerstruben steht der kleine Hahnenkopf (1735 m) mit schönen Ausblicken und einer Abstiegsmöglichkeit ins Oytal, der noch genauer vorgestellt wird. Ganz im Hintergrund des Tales von Gerstruben, Dietersbachtal genannt, ragt das Rauheck (2384 m) als typischer Allgäuer Grasberg gewaltig in den Himmel. Auf einem erdigen Steig könnte man diesen mächtigen Gipfel in drei Stunden Gehzeit ab Gerstruben erreichen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen.
VerkehrsanbindungVom Dreieck der Allgäu-Autobahn kurz nach Westen zur Ausfahrt Waltenhofen, dann auf der B 19 an Sonthofen vorbei nach Oberstdorf. Bahnstrecke von Kempten nach Oberstdorf, Bus über den Renksteg in die Birgsau.
GastronomieGhs. in Gerstruben, Dietersberg und vor dem Christlessee.
Tipps
Die Höfats (2258 m) Dieser Gipfel zwischen Oy- und Dietersbachtal ist bei weitem nicht der höchste Steilgrasberg in den Allgäuer und Lechtaler Alpen – wohl aber der imposanteste und berühmteste. Die sehr widerstandsfähigen Aptychenkalke sorgen für die überaus steilen, teilweise auffallend glatten Flanken, die vor allem nach Norden manchmal fast senkrecht abbrechen. Dieser elegante Berg trägt eine 200 m lange Gipfelschneide mit vier markanten Zacken. Das Besondere der Höfats ist das üppige Grün, das man an vielen Stellen noch in jähen Wänden antrifft. Dazu gehört eine außerordentlicher Blumenvielfalt, da auf diesem Boden auch Pflanzen gedeihen wie die Hauswurz, die man sonst nur im kristallinen Gestein findet. Zusätzlich bekannt wurde der Berg durch seinen Reichtum an Edelweiß. Wie so oft bei berühmten Bergen lockt auch die Höfats Gipfelstürmer an, die diesem so steilen, teilweise ausgesetzten Gras-Schrofen-Gelände nicht gewachsen sind; auch die beiden einfacheren Anstiege erfordern alpine Erfahrung und ein wenig richtige Kletterei (20 m II).
Informationen
Tipp - Nach der Tour Entspannen in der Oberstdorf-Therme
Höchster Punkt
Gerstruben (1155 m) Hahnenkopf (1735 m)
Unterkunft
Wie Einkehr.
Tourismusbüro
Touristinformation Oberstdorf, Marktplatz 7, 87561 Oberstdorf, Tel. 08322/7000, E-Mail: tvb.oberstdorf@tourismus-bayern.com.
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