Genusswanderung durch das Eisacktal

Leichte Wanderung auf Wiesenwegen, Asphaltstraßen und Felssteig am Abstieg von Säben nach Klausen, durchwegs markiert und stets abwärts führend. (Autor: Peter Mertz)
8 km
305 m
3.00 h
Von Wöhrmann nach Klausen Ich stelle hier eine der sechs Etappen des Keschtnwegs vor, die vielleicht schönste und abwechslungsreichste. Sie führt vom Mittelgebirge über die bekannte Ortschaft Feldthurns nach Klausen ins Tal hinab und beinhaltet auch kulturelle Schätze wie das Kloster Säben. Feldthurns ist im Oktober und November auch Schauplatz des »Keschtnigls«, womit gastronomische Festwochen und eine Reihe kultureller Aktivitäten zusammengefasst werden.An der Sonnenseite der Sarner Alpen Der Weg 11 führt mit rot-weißer Markierung von Wöhrmann (890 m) in fast ebener Wanderung über Tschiffon zum Ansitz Ziernfeld vor Feldthurns. Von dort steigen wir ins Dorf zum Renaissanceschloss Velthurns hinab, in dem im Sommer Theateraufführungen abgehalten werden. Der kräftige Edelkastanienbaum an der Südwestecke bildet den Vorboten der imposanten Kastanienhaine, die in der Folge unsere Wanderung begleiten werden. Bei der Kapelle St. Anton an der Südseite von Feldthurns wechseln wir auf einen Wiesenweg, der später zu unserer Route, dem Wanderweg 11 führt. Leicht abwärts betreten wir die vor allem im Herbst in ihrer Färbung begeisternden Kastanienhaine, durch die sich der fast ebene Weg hindurchschlängelt und man zum Weinbrennerhof (860 m) gelangt. Über einen Plattensteig wandern wir in Trockenhänge hinein und kommen später zum Moar-Wirt, wo herrliche Blicke auf das Eisacktal frei werden. Ein Gatter öffnet uns den Weg zum Moar zu Viersch, einem uralten fürstbischöflichen »Küchenmairhof« aus dem 10. Jahrhundert. Sofort nach dem Gehöft steigen wir auf einer Asphaltstraße in ein Wiesental hinab, um später zum Weiler Pardell zu gelangen. Danach erfüllt bereits das mächtige Kloster Säben die Kulisse. Durch Obstbaumkulturen und Weinterrassen geht es dem Feldweg entgegen, der in die schmale, dammartige Felsbrücke zu Füßen des Klosters mündet. Zum Kloster gelangt man mittels Tunnel über einen steilen Hohlweg. Wir aber folgen der Säbener Promenade, die durch die steile Ostflanke des Klos-terbergs teils kühn in den Fels geschnitten nach Klausen hinabführt. Luftige Passagen entlang des Abstieges, über 200 Höhenmeter hinweg, sind mit Seilen gesichert. Nach etwa einer halben Stunde ab dem Kloster sind wir am Talboden bei Klausen angelangt und können noch einen Rundgang durch die Altstadt des alten Zollstützpunktes unternehmen.

Streckenwanderung; ca. 10 km, 3 Std.; Wöhrmann – Feldthurns 30 Min., Feldthurns – Kloster Säben 2 Std., Kloster Säben – Klausen 30 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied305 m
Dauer3.00 h
AusgangspunktWöhrmann bei Feldthurns (890 m); Klausen (585 m).
EndpunktWöhrmann bei Feldthurns (890 m); Klausen (585 m).
TourencharakterEin 50 Kilometer langer Kastanienhain Die Kastanie (»Keschtn«) zählt

zu den herausragendsten Bäumen Südtirols. Sie gilt als Vorbote des sub-

mediterranen Klimas und zieht als auffälliges Band durch das Eisacktal weit ins Innere der Zentralalpen. Vom Rittner Hochplateau und dem Bozner Talkessel reicht das Vorkommen bis Vahrn bei Brixen. Diesem Phänomen trägt der »Eisacktaler Keschtnweg« Rechnung, der als thematischer Weg auf bestehenden Wanderrouten eingerichtet wurde und ein Gehen inmitten der Kastanienbaumhänge von Vahrn bis zum Schloss Runkelstein bei Bozen ermöglicht. Kunst- und Naturdenkmäler entlang des 62 Kilometer langen und auf sechs Etappen aufgeteilten Weges zeugen von einer jahrhundertealten Kultur im Eisacktal und von der steten Auseinandersetzung der Menschen mit der oft schwierigen Gebirgsnatur.
KartentippKompasskarte zum Keschtnweg 1:50 000.
MarkierungenSymbol einer Kastanie als Wegmarkierung.
VerkehrsanbindungBei Klausen von der A22 abfahren, direkt gegenüber der Einmündung der Ausfahrt in die Staatsstraße befindet sich die Auffahrt nach Feldthurns (4 km). Anfahrt mit dem Bus Keine öffentlichen Verkehrsmittel.
GastronomieGasthöfe in Feldthurns, Gasthof Moar zu Viersch, Huberhof in Pardell (mit Eigenbauweinen und bäuerlicher Küche).
Tipps
Die Kastanie Die Kastanie gilt in Südtirol wie auch in anderen Gegenden Europas als wichtiger Kulturbaum, denn sie erfüllte zahlreiche kulturelle wie auch öko-soziale Funktionen. Die Frucht diente lange Zeit zur Herstellung des Kastanienmehls als Ersatz für Weizenmehl, weshalb der Kastanienbaum auch den Beinamen »Brotbaum« erhielt. Er lieferte mindestens sechs Monate im Jahr Früchte, eine im Gebirgsraum überdurchschnittlich lange Zeit. Durch die Revitalisierung des »Keschtnwegs« versucht man, das einstige Zusammenleben zwischen Mensch und Baum wiederzuentdecken und der Nachwelt deutlich zu machen.
Informationen
Die Tour ist am reizvollsten im Oktober, wenn die Kastanienbäume verfärbt sind und die Tagestemperaturen angenehme Werte annehmen. Für den gesamten Keschtnweg sind je nach Kondition 4–6 Tage vorzusehen, wobei etliche Höhenunterschiede zu überwinden sind.

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