Gemmipass, 2322 m

Leichte, wenn auch etwas lange Tal- und Passwanderung mit sanften Anstiegen. Abstieg von Stock nach Kandersteg alternativ (und Gelenke schonend) auch per Seilbahn. (Autor: Eugen E. Hüsler)
7 km
1190 m
6.00 h
Von der Seilbahnstation Sunnbüel (1934 m) folgt man dem breiten Weg, der leicht fallend taleinwärts führt und an der Spittelmatte (1872 m) auf den alten Gemmiweg stößt. Die ausgedehnte Alp wurde am 11. September 1895 von einer riesigen Eislawine verwüstet, die sich hoch am Altels (3629 m) gelöst hatte. Heute ist von dem Gletscher nur mehr ein kümmerlicher Rest übrig geblieben. Zwischen den Bergsturztrümmern verbirgt sich rechts zwischen knorrigen Bäumen das Arvenseeli (Abstecher, etwa 1/4 Std.).
Auf Walliser Boden führt der Gemmiweg über eine Talstufe zum Hotel Schwarenbach (2060 m; 1:15 Std.); über den Seestutz erreicht man dann den anderthalb Kilometer langen Daubensee (2207m). Er besitzt keinen sichtbaren Abfluss, entwässert – wie Färbungsversuche gezeigt haben – unterirdisch nach Salgesch im Rhonetal. Der viel begangene Weg steigt am Ostufer des Gewässers sanft an zur Buckellandschaft des Gemmipasses (2322 m; 2:30 Std.). Einmalig der Blick auf die Walliser Hochalpen, die man von der Mischabel (4545 m) über das Matterhorn, die Dent Blanche bis zum Mont Collon überschaut. Und fast einen Kilometer tiefer, am Fuß der wildzerklüfteten Gemmiwand, liegt der Kurort Leukerbad (1402 m).
Der Abstieg führt auf dem Hinweg via Schwarenbach zurück zur Spittelmatte (4:15 Std.). An der Verzweigung nimmt man den rechten Weg, der – nur leicht fallend – mit schöner Aussicht zur wuchtigen Felsbastion des Doldenhorns (3638 m) übers Stierenbergli hinausleitet zur ehemaligen Seilbahnstation Stock (1832 m). Dahinter beginnt der steile Abstieg über die vielen so genannten »Walliser Kehren« nach Eggeschwand bzw. zur Talstation der Sunnbüel-Seilbahn (1194 m; 6 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Sunnbüel-Seilbahn (1934 m).
EndpunktEggeschwand, Talstation der Sunnbüel-Seilbahn (1194 m).
TourencharakterAuf Straßenkarten sucht man den Gemmipass (2322 m) vergebens, dabei gehört er doch zu den ältesten Alpenübergängen der Schweiz, einst wichtiger Transitweg vom Berner Oberland ins Wallis. Historischen Berichten kann man allerdings entnehmen, dass die Bergreise alles andere als angenehm gewesen sein muss. »Gelangt man an den fürchterlichen Weg, so setzt sich der Reisende mit dem Gesicht nach hinten gekehrt, lässt sich die Augen verbinden, und die Träger schreiten kräftigen Schrittes singend weiter.« Gemeint war der Abstieg über die jähe Gemmiwand nach Leukerbad, der in vielen Serpentinen verläuft – längst als Wanderroute eine Attraktion des Walliser Kurortes. Tragen lassen sich die Reisenden auch heute noch gerne, von modernen Seilbahnen allerdings. Die führen von Leukerbad direkt zum Pass, von Kandersteg bis auf die Höhe der langgestrecken Talmulde, an deren Südende jener »fürchterliche Weg« ins Dalatal hinunterzieht. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von Tiroler Arbeitern angelegt; zu einer richtigen Straße reichte es allerdings nicht. So gehört die Gemmi nach wie vor den Wanderern. Und den Schafen, die im Sommer rund um den Daubensee weiden. Jeweils Ende Juli findet hier ein großes Schäferfest statt – auf Walliser Boden notabene, verläuft die Kantonsgrenze doch nicht über die Wasserscheide, sondern knapp südlich der Spittelmatte.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 263T »Wildstrubel« mit Wanderwegeaufdruck.
MarkierungenWeiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungKandersteg ist Station der internationalen Bahnlinie Bern – Lötschberg – Simplon (BLS). Die Seilbahn Kandersteg – Sunnbüel verkehrt im Juni 8.20–16.50 Uhr, Juli bis Mitte September 7.50–17.20 Uhr, Mitte September bis 20. Oktober 8.50–16.50 Uhr. Buszubringer vom Bahnhof Kandersteg.
GastronomieBergrestaurant Sunnbüel (1934 m) bei der Seilbahn.
Tipps
Die Gemmi-Wanderung lässt sich gut um die Schleife über den Üschenegrat erweitern, bei etwas erhöhten Anforderungen, aber auch mit starken Eindrücken. Aufstieg von Sunnbüel zum Nordrücken des Gällihorns (2284 m), dann am Kamm zur Wysse Flue (2472 m) und über das Schwarzgrätli hinab nach Schwarenbach (2060 m), wo man wieder auf den Passweg stößt. Gehzeit mit Wanderung zum Gemmipass insgesamt 8 Std.
Informationen
Kleine Variante: Talfahrt ab Sunnbüel mit der Bahn; Gehzeit dann etwa 4 1/2 Std.
Unterkunft
Berghotel Schwarenbach (2060 m), geöffnet Februar bis Ende Oktober; Berghotel Wildstrubel (2346 m), geöffnet Juni bis November.
Tourismusbüro
Kandersteg Tourismus, CH-3718 Kandersteg; Tel. +41(0)33/675 80 80, Fax 675 80 81, E-Mail info@kandersteg.ch, www.kandersteg.ch

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