Geltenhütte, 2006 m

Recht anspruchsvolle Wanderrunde, die aus der Idylle des Lauenensees in alpine Regionen führt. Der Rückweg über die Alp Chüetungel verlangt Trittsicherheit und etwas Bergerfahrung, ist nur bei trockenem Wetter ratsam (Seilsicherungen, Leiter). Sonst Abstieg auf dem Anstiegsweg. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Von Lauenen (1252 m) wandert man zunächst auf Asphalt taleinwärts zur Rohrbrügg (1238m), wo rechts das Sträßchen nach Fang abzweigt, es passiert die Chaletsiedlung und steigt am Hang bergan zur Höhenterrasse Hinderem See (1409 m), fast 200 Höhenmeter über dem sumpfigen Talboden »Im Rohr« und mit Aussicht zum Firngrat des Geltenhorns (3065 m) und zum Wildhorn (3248 m). An dem seichten, von Moorwiesen und Schilfgürteln umgebenen Lauenensee (1381 m; 1 Std.) herrscht im Sommer oft ein ziemlicher Trubel. Hinter dem Seebüel (1434 m) betritt man den tiefen Graben des Geltenbachs. Der Weg verläuft links des rauschenden Bachs; am Undere Feisseberg kommt der eindrucksvolle Geltenschuss ins Blickfeld. Er bleibt links; in steilem Anstieg über den »Nüwe Berg« überwindet man die Talstufe. Oberhalb des Wasserfalls führt der Weg über den Bach und hinauf zur Geltenhütte (2006 m; 3 Std.). Grandios die Kulisse, ein felsiges Halbrund schroffer Mauern und hoher Gipfel.
Schroff und abschüssig sind auch die Westflanken von Hahnenschritthorn (2834 m) und Follhore (2196 m), durch die ein markierter Pfad talauswärts über die Usseri Gelten (1927 m) zur Alp Chüetungel (1786 m; 4 Std.) führt. Dieser Weg verlangt einen sicheren Tritt, vor allem am so genannten »Geltetrittli«, wo neue Drahtseile den Gang überm Abgrund erleichtern, bevor zwanzig Leitertritte einen in harmloses Gelände entlassen. Gleiches gilt auch für den Weiterweg, der aus dem weitläufigen Almgelände durch die Abstürze der Holzerflue (»Tungeltrittli«) hinabzieht gegen Twäregg (1430 m). Am rechten Talhang geht es dann abwechslungsweise auf Straßen und Wanderwegen über die Häuser von Tüffi hinaus und hinab nach Lauenen (5:30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied800 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLauenen (1252 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterDas Lauenental gehört zu den beliebtesten Gstaader Ausflugszielen. Das liegt möglicherweise auch daran, dass man dabei die mondäne Welt der Promis rasch hinter sich lässt; Kuhmist statt Chanel Nr. 5, Wanderhose statt Diesel-Jeans. Vor allem aber bietet die grüne, durchs Wildhorn (3248 m) wirkungsvoll abgeschlossene Talmulde vielfältige Wandermöglichkeiten, vom Spaziergang am Lauenensee bis zu großen Höhen- und Rundtouren. Ganz drinnen im Talschluss gibt es sogar einen »Schuss« – doch keine Angst, hier übt nicht die Swiss Army, es handelt sich um einen Wasserfall, den Geltenschuss, der über eine 200 Meter hohe Felsstufe herabstiebt. Dass er es heute noch tut, ist übrigens der Hartnäckigkeit der Lauener Bevölkerung zu verdanken: Sie wehrten sich in den sechziger Jahren erfolgreich gegen eine Trockenlegung bzw. Ableitung ihres Bachs in den Sanetsch-Stausee.
Beste Jahreszeit
KartentippLandeskarte der Schweiz 1:50 000, Blatt 263T »Wildstrubel« mit Wanderwegeaufdruck; Landeskarte 1:25 000, Blatt 1266 »Lenk«.
MarkierungenGelb, weiß-rot-weiß, gelbe Wegzeiger.
VerkehrsanbindungZwischen Gstaad und Lauenen verkehrt ein Linienbus; Endstation Lauenensee.
GastronomieRestaurant Lauenensee (1382 m); Geltenhütte (2006 m), bewirtschaftet Juli bis September; Tel. 033/765 32 20.
Informationen
Kleine Variante: Lauenen – Lauenensee – Twäregg – Bochte – Tüffi – Lauenen, 2 Std.
Tourismusbüro
Gstaad Saanenland Tourismus, CH-3780 Gstaad; Tel. +41(0)33/748 81 81, Fax 748 81 33, E-Mail info@gstaad.ch, Internet www.gstaad.ch

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