Galmihornhütte

Aussichtsreiche Hüttenwanderung auf teilweise steilen Wegen. Bei Nässe nimmt man für den Abstieg mit Vorteil den in weiten Schleifen verlaufenden Fahrweg. Lässt sich auch gut mit dem »Gommer Höhenweg « verbinden. (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
850 m
4.00 h
Blickfang auf der linken Talseite ist das Blinnenhorn (3374 m) mit seinen zerklüfteten Nordabstürzen. Nicht zu sehen ist dagegen jener doppelgipflige Bergstock, von dem die Hütte ihren Namen hat: die Galmihörner (3517 m). Wer sie sich zum Ziel nimmt, muss über solides alpinistisches Rüstzeug verfügen, sich mit Gletscherbegehungen auskennen und etwas Kletterfertigkeit mitbringen. Lawinen Entschieden leichter tun sich da die Hüttenwanderer, von denen lediglich etwas Ausdauer verlangt wird. Immerhin stehen gut 800 Höhenmeter an, bevor man bei Lawinenverbauungen auf die Wiesen oberhalb der Galmihornhütte aussteigt. Die eisernen Konstruktionen erinnern an die im Goms in schneereichen Wintern stets virulente weiße Gefahr. Wiederholt kam es zu schweren Verwüstungen im Tal, oft waren auch Todesopfer zu beklagen. Im Aufstieg Die Wanderrunde beginnt an der Brücke über den Minstigerbach und folgt zunächst dem Sträßchen, das am Sonnenhang unterhalb des Bawalds ansteigt. Nach der ersten Kehre verlässt man die Fahrspur (Tafeln) und biegt ein in den Fußweg, der einen kleinen Graben quert und dann in eine weitere Straße mündet. Mit ihr geht’s gemütlich weiter bergan, überwiegend schattig, bis zu einer nächsten Verzweigung (1716 m), wo man den »Gommer Höhenweg« nach rechts verlässt (Tafel »Tomebine«). Gut 100 Meter weiter sind die Alphütten von Millerbine (1 Std.) erreicht. Vor der Häuserzeile knickt der breite Weg nach links ab. Man verlässt ihn bald nach rechts und steigt über eine Wiese an zu einer nächsten Baugruppe (1764 m). Dahinter quert die schmale Spur einen weiten und steilen Graben, der wohl nicht zufällig den Namen Löuwene (Lawine) hat. In sanftem Abstieg geht’s weiter nach Tomebine (1787 m; 1.45 Std.). Bei den ersten Hütten des Maiensäß weist ein Schild links bergwärts. Zunächst im Wald, dann über einen teilweise verstrauchten Hang gewinnt man zügig an Höhe. Zuletzt leitet der Weg rechts zur Abbruchkante der Alpje (2219 m). Ziemlich genau 100 Meter tiefer thront auf einer Geländekuppe die Galmihornhütte (2113m; 3.15 Std.): Einkehr mit Aussicht. Abstieg Gleich an der Hüttenterrasse weist ein gelbes Schild nach Münster. Der Fußweg läuft zunächst über Wiesen bergab, kreuzt bald einmal das Sträßchen und taucht beim Judestafel (1913 m) ein in den Bawald (Bannwald). Der hat die gleiche Schutzfunktion wie die eisernen Verbauungen oberhalb der Baumwuchsgrenze. An einer Serpentine tangiert man den Fahrweg; im Rücken des Barockkirchleins auf dem Biel (1438 m) ist der Talboden erreicht. Dass der Minstigerbach sich gelegentlich in ein reißendes Gewässer verwandelt, belegen die aufwendigen Verbauungen. Dann kommen die schönen alten Holzhäuser von Münster wieder ins Blickfeld. Durch enge Gassen spaziert man hinein ins Dorf (4.30 Std.).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortMünster (1370 m) im Goms
AusgangspunktPostbushalt in Münster oder Parkplätze oberhalb des Ortskerns
EndpunktPostbushalt in Münster oder Parkplätze oberhalb des Ortskerns
TourencharakterDie Galmihornhütte steht an einem besonders schönen Platz: Von der kleinen Terrasse vor dem Blockhaus genießt man freie Sicht auf das ganze Goms und seine süd- bzw. ostseitige Bergumrahmung, vom Dammastock (3630 m), dessen weiße Walliser Flanke deutliche Spuren des Klimawandels zeigt, bis hinunter in die Gegend um Brig.
KartentippSwisstopo 1:50 000, Blatt 265 T
MarkierungenGelbe und weiß-rot-weiße Markierungen, gelbe Wegzeiger
VerkehrsanbindungMünster liegt im Goms an der Straße von Brig nach Gletsch (und zu den Pässen Furka und Grimsel). Bahnlinie Brig – Furkatunnel
GastronomieGalmihornhütte, Ende Juni– Anfang Okt., Tel. 027/973
Tipps
Alles Käse, oder was? Käseliebhaber sollten auf jeden Fall bei der Bio-Bergkäserei Goms vorbeischauen. In dem modernen Betrieb wird die Milch von elf Bergbauern zu verschiedenen Käsesorten verarbeitet. Bestens bekannt (und auch schon international ausgezeichnet) ist der Baschi Chääs, ein Halbhartkäse mit fester Rinde, etwa 700 Gramm schwer. Seinen Namen hat er von einer Gommer Sagenfigur, dem Weger Baschi, der im 18. Jahrhundert gelebt haben soll und vom dem es heißt, er sei so stark gewesen, dass er sogar sein Pferd schultern konnte ... Heute hat der stärkste Gommer Säumer aller Zeiten in Geschinen ein Denkmal. Bio-Bergkäserei Goms, Furkastr. 50, CH-3998 Gluringen, Tel. 027/973 20 80. Der Laden ist Montag bis Freitag 9–12 und 15– 18 Uhr, Samstag 9–12 und 14– 17 Uhr geöffnet.
Informationen
Tourist-Info Goms Tourismus, Furkastr., CH- 3984 Fiesch, Tel. 027/970 10 70, E-Mail: tourismus@goms.ch, www.goms.ch